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Bad Kissingen
Behördenverlagerungen

Landkreise wollen an einem Strang ziehen

Landräte und Abgeordnete aus der Region Main-Rhön gehen das Thema Ämterverlagerung gemeinsam an.
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Um eine gemeinsame Strategie festzulegen, trafen sich (von links) Steffen Vogel, MdL, Landrat Wilhelm Schneider, Sandro Kirchner, MdL, Landrat Thomas Bold und Landrat Thomas Habermann.  Foto: Landratsamt
Um eine gemeinsame Strategie festzulegen, trafen sich (von links) Steffen Vogel, MdL, Landrat Wilhelm Schneider, Sandro Kirchner, MdL, Landrat Thomas Bold und Landrat Thomas Habermann. Foto: Landratsamt
VON Regina Vossenkaul

Beim Thema Ämterverlegung in den ländlichen Raum wird hinter den Kulissen wird eifrig daran gearbeitet die Regionen zu stärken, die abseits von Ballungsräumen besonders unter dem demografischen Wandel leiden. Die hohen Lebenshaltungskosten, Mieten und zunehmende Infrastruktur-Probleme in den Ballungsräumen sind gute Argumente, die für eine Dezentralisierung sprechen - soweit möglich.
Kürzlich haben sich die Landräte Thomas Habermann (Rhön-Grabfeld), Thomas Bold (Landkreis Bad Kissingen) und Wilhelm Schneider (Hassberge) gemeinsam mit den Landtagsabgeordneten aus den zuständigen Stimmkreisen, Sandro Kirchner und Steffen Vogel in Bad Neustadt getroffen, um eine gemeinsame Strategie abzusprechen. Einig waren sich alle, dass man regional denken und nicht in einen Konkurrenzkampf verfallen sollte. Ein gemeinsames Schreiben an Minister Markus Söder wurde verfasst, in dem sie sich entsprechend geäußert haben.
Alle drei Landkreise haben ähnliche Probleme und kamen für Projekte innerhalb der "Nordbayerninitiative" des Bayerischen Staatsministeriums der Finanzen, Landesentwicklung und Heimat nicht in Frage. Hier hat Schweinfurt profitiert, denn es ging um Projekte in den Bereichen Wissenschaft, Wirtschaft und Kultur, konkret beispielsweise um die Stärkung und das Schaffen von Hochschulstandorten wie in Schweinfurt und Kronach.
"Wir wollen auch nicht, dass ein Landkreis sich als Verlierer fühlt", sagte Vogel. Ihm wäre es lieber, es gäbe kleinere Behördenniederlassungen in jedem der drei Landkreise, als eine größere in einem Landkreis. Mehrere Standorte wurden angeboten, darunter auch Ebern und Hofheim, Bad Königshofen, Bischofsheim und weitere Möglichkeiten. "Das ist eine komplexe Situation, die auch abhängig ist von den zur Verfügung stehenden Immobilien und dem Investitionsbedarf", so Vogel. Er verstehe, dass das Ministerium die Karten derzeit nicht auf den Tisch lege, denn niemand könne Interesse daran haben, dass "ein Hauen und Stechen" losgehe. Es gebe ein Gesamtkonzept, das momentan erstellt wird.
Allerdings habe sich Minister Markus Söder bereits zweimal "weit aus dem Fenster gelehnt" und die Landkreise Rhön-Grabfeld und Hassberge als mögliche Standorte für Ämterverlegungen in seiner Regierungserklärung und während einer TV-Sendung in Bad Königshofen angesprochen.
Bei einem Gespräch mit dem Minister und den drei Landräten in Würzburg hatte es Söder als positiv registriert, dass sich die Region als Einheit präsentiert, nach dem Motto "Hauptsache, wir werden bedacht". Es wäre auch möglich, dass vorhandene Behörden aufgestockt werden. Es gebe allerdings keinerlei Zusagen oder feststehende Tendenzen, das Ministerium halte sich völlig bedeckt, betonte Vogel. Er rechnet mit konkreten Ergebnissen nicht vor Mitte März 2015.

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