Großenbrach
Wirtschaft

L+S-Neubau in Großenbrach eingeweiht

Rüdiger Leimbeck und Bernd Sonnenschein haben vor 30 Jahren mit einem "Garagen-Labor" begonnen. Jetzt wurde der 22 Millionen Euro teure Neubau eingeweiht.
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Die Labor-L+S-AG-Gründer Bernd Sonnenschein und Rüdiger Leimbeck vor dem Neubau. Foto: Ralf Ruppert
Die Labor-L+S-AG-Gründer Bernd Sonnenschein und Rüdiger Leimbeck vor dem Neubau. Foto: Ralf Ruppert
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Zwei Jahre nach dem Baustart und pünktlich zum 30. Geburtstag der Labor L+S AG ist gestern der 22 Millionen Euro teure Neubau eingeweiht worden. "Dieses mikrobiologische Spezial-Labor ist kein Gebäude von der Stange, das finden Sie so in ganz Europa kein zweites Mal", sagt Vorstand Dr. Frank Böttcher stolz. 7000 Quadratmeter Nutzfläche hat das Unternehmen neu geschaffen, die Fläche von bisher 5000 Quadratmetern wurde also mehr als verdoppelt. Von der Abwasser-Reinigung über die Notstrom-Versorgung bis zu höchsten Reinraum-Standards bleiben keine Wünsche offen.


"Wunderbare Lebensleistung"

Der Neubau runde die "wunderbare Lebensleistung" der beiden Unternehmensgründer ab: Die beiden Tierärzte Dr. Rüdiger Leimbeck und Prof. Dr. Bernd Sonnenschein taten sich 1987 zusammen, um Labor-Leistungen für Kosmetik-, Medizin-, Pharma- und Lebensmittel-Branche anzubieten. Bad Bocklets Bürgermeister Andreas Sandwall (CSU) bezeichnete die Anfänge als "Garagen-Labor", allerdings nicht abwertend, sondern in Anlehnung an große Unternehmer wie Bill Gates.
Zu einer "großartigen Investition" beglückwünschte auch Wirtschaftsstaatssekretär Franz Josef Pschierer (CSU): "Das Unternehmen ist mehr, als es auf den ersten Blick scheint", würdigte er die Labor L+S als "Aushängeschild Bayerns". Sie sei für den internationalen Markt aufgestellt und erfülle sogar die Anforderungen für Exporte in die USA. Pschierer erinnerte daran, dass die beiden Gründer auf 400 Quadratmeter Laborfläche mit 30 Mitarbeitern begonnen haben. "Heute ist das die Zahl, die sie als Auszubildende haben." Der Mut von Leimbeck und Sonnenschein sei ein gutes Beispiel: "Wir haben das Interesse, dass sich Unternehmen in Bayern ansiedeln und dass sie sich weiterentwickeln."


"Mitten in Deutschland"

"Offensichtlich hatten wir mit unserem Geschäftsmodell den richtigen Riecher", blickte Bernd Sonnenschein zufrieden zurück. Er und Leimbeck seien beide aus Preußen, würden sich aber als "zugereiste Bayern" in Unterfranken sehr wohlfühlen. Die Ansiedlung habe der damalige Bürgermeister Helmut Schuck ermöglicht, sein Nachfolger, Altbürgermeister Wolfgang Back, habe später den Weg für Erweiterungen frei gemacht. "Die Standortentscheidung hat sich bis heute als segensreich erwiesen", betonte Sonnenschein. Durch die deutsche Wiedervereinigung lag L+S "plötzlich mitten in Deutschland".
"Ich bin beeindruckt von der Entwicklung", würdigte Landrat Thomas Bold (CSU) den Neubau als "Meilenstein in der Firmengeschichte". Für die Gemeinde Bad Bocklet ist das Unternehmen laut Bürgermeister Sandwall ein "wahrer Glücksfall". Pfarrer Steffen Lübke erinnerte bei der Segnung des Neubaus daran, dass der Mensch nicht das Maß aller Dinge sei, und Diakon Franz Hey betete dafür, dass Fortschritt den Menschen zum Segen werde.
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