Bad Kissingen
Atelier

Kunst belebt altes Firmengelände in der Salinenstraße

Eva und Wolfgang Feichtinger haben in einem leeren Firmengebäude einen Kunstraum eingerichtet. Dort soll es Aktionen mit Künstlern aus der Region geben.
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Wolfgang und Eva Feichtinger wollen künftig einmal im Monat das ehemalige Firmengelände der Baustoffhandlung "Dietz & Kirchner" in der Salinenstraße als "Kunstraum S17 " öffnen.  Fotos: Benedikt Borst
Wolfgang und Eva Feichtinger wollen künftig einmal im Monat das ehemalige Firmengelände der Baustoffhandlung "Dietz & Kirchner" in der Salinenstraße als "Kunstraum S17 " öffnen. Fotos: Benedikt Borst
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Die Baustoffhandlung "Dietz & Kirchner" in der Salinenstraße gibt es schon lange nicht mehr, auch die Baywa hat das Betriebsgelände am Hallenbad vor Jahren aufgegeben. Auf dem Parkplatz finden mittlerweile dafür regelmäßig Trödelmärkte statt. Jetzt sollen auch die alten Büroräume wieder stärker belebt werden, als Ort für bildende Kunst.
Die Miteigentümer und Künstler Eva und Wolfgang Feichtinger nutzen das leere Gebäude privat schon seit ein paar Jahren, weil es in ihrem Atelier in der Pfalzstraße eng geworden ist. "Das Gelände ist toll gelegen. Wir haben hier eine echte Spielwiese", sagt die Malerin und Zeichnerin.

Sie und ihr Mann planen, das Bürogebäude in Zukunft auch öffentlich als "Kunstraum S17" zu nutzen. An einem Tag im Monat soll es dort in Zukunft eine Aktion geben, an der sich ein Künstler aus der Region mit seinen Werken präsentiert. Die Idee dahinter: Kunst unters Volk bringen, allerdings weniger kommerziell, sondern mehr in dem Sinn, sich über Ideen auszutauschen. Der Künstler müsse den Kontakt zur Öffentlichkeit suchen. "Ein Kunstwerk muss betrachtet werden", sagt Wolfgang Feichtinger. Wenn beispielsweise ein Maler abgeschottet von der Welt Gemälde nur fürs stille Kämmerlein erschafft, bleibt die Kunst unvollständig.

Dementsprechend präsentieren die Feichtingers den Kunstraum als Ort der Begegnung, die Aktionsreihe nennen sie "Wir wollen es wissen". "Wir wollen das jetzt erst einmal in den Sommermonaten machen. Termine sind bislang bis August festgelegt", sagt Eva Feichtinger.

Alexander Ruppert ist der erste Künstler, der sich in dem Kunstraum öffentlich zeigt. Am kommenden Sonntag, 8. Mai, sind dort zwischen 14 und 17 Uhr Teile seiner bisher größten Werkserie "Fundstücke" zu sehen. "Die Fundstücke sind eine Hommage an die übersehenen Dinge des Alltags, an die Dinge, dam man sonst achtlos überblättert", sagt er. Ruppert arbeitet mit Zeitungen. Er nutzt einzelne Bilder, Buchstaben, Überschriften, aber auch ganze Texte und Seiten für Collagen, Gemälde und Installationen.

Ruppert ist gleichzeitig auch Sprecher der Arbeitsgemeinschaft bildende Kunst Art 97688. Es findet es wichtig, mit Aktionen wie dem Kunstraum die bildende Kunst in der Stadt voranzubringen. "In Bad Kissingen liegt der Fokus sonst traditionell auf der darstellenden Kunst wie Musik und Theater", sagt er. Insgesamt habe sich in Bad Kissingen in den letzten Jahren aber eine aktive und gute Kunstszene entwickelt.

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