Bad Kissingen
Antrag

Kulturhauptstadt Würzburg und Unterfranken?

Bezirksrätin Adelheid Zimmermann (FDP) aus Bad Brückenau hat einen Antrag gestellt, in dem sie anregt, dass sich die Stadt Würzburg und Unterfranken um den Titel "Kulturhauptstadt Europas" bewerben. Nächster Termin für einen deutschen Bewerber wäre im Jahr 2025.
Artikel drucken Artikel einbetten
Symbolbild Würzburg Foto: dpa
Symbolbild Würzburg Foto: dpa
Die tschechische Stadt Pilsen ist es jetzt geworden: Kulturhauptstadt Europas. Würzburg und ganz Unterfranken könnten das auch werden, sagt die Bad Brückenauer Bezirksrätin Adelheid Zimmermann (FDP). Sie hat deshalb bei Bezirkstagspräsident Erwin Dotzel einen entsprechenden Antrag gestellt.

Der Antrag

Adelheid Zimmermann beantragt, "der Bezirk Unterfranken bewirbt sich zusammen mit der Stadt Würzburg für den Titel ,Kulturhauptstadt Europas - Würzburg und Unterfranken' im Jahr 2025." Ihren Vorschlag begründet die Bezirksrätin zunächst so: "Wer jemals die Präsentationen der Kulturhauptstädte Europas miterlebt und gesehen hat, welche Wucht der Veränderung diese Anstrengung, sich als Kulturhauptstadt zu präsentieren, verleiht, der möchte diesen Impuls für die europäischen Städte nicht missen." In Europa mit 28 Mitgliedsstaaten wird das Label "Kulturhauptstadt Europas" jährlich an zwei Städte unterschiedlicher Staaten vergeben. Jeder Staat kommt alle 14 Jahre zu dieser Ehre. Deutschland ist wieder 2025 an der Reihe.

Kulturelle Bedeutung der Region

Argumente für Würzburg und Unterfranken als Europäische Kulturhauptstadt gäbe es eine ganze Menge, sagt Adelheid Zimmermann. "Zweifellos wäre Würzburg ein Zugpferd", sagte sie, "die Residenz ist Weltkulturerbe, Bad Kissingen bewirbt sich für diesen Status zusammen mit den Weltbädern Mitteleuropas". Würzburg wäre außerdem wie kaum eine andere Stadt am Main prädestiniert, das europäische Bild einer Stadt zu veranschaulichen: Stadt, Brücke, Fluss, Hügel, Kirche, Schloss ... Große Künstler gab es hier, so die Antragstellerin, zum Beispiel Walther von der Vogelweide, Tilman Riemenschneider, Balthasar Neumann.
Hochkarätige kulturelle Veranstaltungen gibt es, wie den "Kissinger Sommer", aber auch Schweinfurt könnte in kultureller Hinsicht Industriegeschichte und Moderne Kunst in die Waagschale werfen, Aschaffenburg die Ansätze der Reform Luthers (Hallesches Heitum) sowie das Kunstareal. Unterfranken würde profitieren, stellt Adelheid Zimmermann in ihrem Antrag fest.

Deutlich hinterfragen

Neben Würzburg müssten aber für eine solche Bewerbung Städte und Gemeinden in Unterfranken gefunden werden, die sich beteiligen möchten.
Ob das Bad Kissingen sein könnte? Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) ist diesbezüglich, ohne genauere Hintergründe zu kennen, noch etwas vorsichtig. Sicher, wenn es gelänge, die kulturelle Bedeutung der Region zu steigern, wäre das schon eine gute Sache. Aber Kosten, Nutzen und Ertrag müssten abgewogen werden. "Die Idee hat einen gewissen Reiz", meinte er, der Idee könne man durchaus nachgehen.

"Zeigen, was wir haben"

"Immer voran", meinte Kari Kahl-Wolfsjäger, die Intendantin des Kissinger Sommers zu diesem Thema. Dass eine ganze Region in die Auszeichnung integriert werden, sei nichts Neues. Das habe es in anderen Ländern schon gegeben. Würzburg, Unterfranken und die gesamte Region für den Titel vorzuschlagen, "kann man nur begrüßen. Wir müssen doch zeigen, was wir haben", sagte die "Kissinger-Sommer"-Intendantin.
Dresden steht im Übrigen schon als erster deutscher Kandidat für die Kulturhauptstadt Europas für 2025 auf der Liste.


Grundlage

Die Kulturhauptstadt Europas ist eine Kulturinitiative der Europäischen Union. Jährlich wird der Titel Kulturhauptstadt Europas an mindestens zwei Städte (seit 2004) der EU vergeben. Zusätzlich können Nicht-Mitgliedstaaten Kulturhauptstädte stellen. Die Benennung soll beitragen, den Reichtum, die Vielfalt und die Gemeinsamkeiten des kulturellen Erbes in Europa herauszustellen und ein besseres Verständnis der Bürger Europas füreinander zu ermöglichen.


Auswahl


Das Europäische Parlament und der Europäische Rat haben eine Liste mit der Reihenfolge der Mitgliedstaaten festgelegt. Jeder Mitgliedstaat teilt dem Europäischen Parlament, dem Rat, der Europäischen Kommission und dem Ausschuss der Regionen die Benennung einer oder mehrerer Städte mit.


Jury


Die Kommission setzt jedes Jahr eine Jury ein, die über die vorgelegte Benennung einen Bericht ausarbeitet. Diese Jury setzt sich aus sieben hochrangigen, unabhängigen Persönlichkeiten zusammen.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren