Bad Brückenau
Mahnmal

Kriegerdenkmal in Bad Brückenau eingeweiht

Als die Europa-Hymne erklang, da musste Karl Veit mit den Tränen kämpfen. Der Vorsitzende der Reservistenkameradschaft Bad Brückenau hatte mehr als zwei Jahre auf diesen Tag gewartet ...
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Mit einer würdevollen Zeremonie wurde das neu gestaltete Kriegerdenkmal eingeweiht. Foto: Ulrike Müller
Mit einer würdevollen Zeremonie wurde das neu gestaltete Kriegerdenkmal eingeweiht. Foto: Ulrike Müller
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Als die Europa-Hymne erklang, da musste Karl Veit mit den Tränen kämpfen. Der Vorsitzende der Reservistenkameradschaft Bad Brückenau stand auf dem Friedhof, neben ihm der leitende Kommandant der Nato-Übung "Peregrine Sword", Ton van Loon, und sein Stellvertreter, neben ihnen Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU). Mehr als zwei Jahre hatte Veit auf diesen Tag gewartet. Nun war es soweit: Das neu gestaltete Kriegerdenkmal wurde feierlich eingeweiht.
In ihrer Rede verschwieg Meyerdierks "einzelne kritische Stimmen" nicht. Um das Grab hatte es im Vorfeld heftige Diskussionen gegeben. Einigen erschien die Gestaltung mit großen Feldsteinen und vor allem dem Stahlhelm, der an Wehrmachtszeiten erinnert, als zu wuchtig, vielleicht sogar grobschlächtig. "Wie könnte man die Einsamkeit und Verlassenheit eines gefallenen Soldaten besser ausdrücken, als mit dieser kargen Gestaltung?", fragte die Bürgermeisterin und stellte fest, dass in ihren Augen damit die Symbolhaftigkeit eines solchen Denkmales gelungen sei.

Viele Gäste bei der Zeremonie


Die Einweihung des Kriegerdenkmals wurde von einem ökumenischen Gottesdienst und einem feierlichen Sektempfang umrahmt, letzteres hatten Katholischer Frauenbund und Kolpingverein organisiert. Die größte Abordnung stellten Soldaten des I. Deutsch-Niederländischen Korps aus Münster, das federführend für "Peregrine Sword" verantwortlich ist.
Des Weiteren waren Soldaten der Deutsch-Französischen Brigade, das Stabs- und Unterstützungsbataillon aus Münster und natürlich die Reservisten gekommen. Auch einige Brückenauer sowie der stellvertretende Landrat Emil Müller ließen sich das Ereignis nicht entgehen. Für feierliche Klänge sorgten die Leichtersbacher Musikanten - da die Georgi-Bläser schon beim Oktoberfest spielten.

Im Grunde alle gleich


Generalleutnant van Loon würdigte in seiner Rede am Kriegerdenkmal die Einsatzbereitschaft von Soldaten, die "in letzter Konsequenz ihr Leben für ihr Land geben." Und er dankte der Stadt dafür, dass in ihrer Mitte die Nato-Übung stattfinden dürfe, denn derzeit wird die Georgi-Halle von zahlreichen zivile Akteure bevölkert.
In der Kirche dagegen sah es gar nicht zivil aus - dicht an dicht drängten sich Soldaten in Uniform und auch der letzte Platz war besetzt. Pfarrer Alfred Bauer und Gerd Kirchner, Pfarrer der evangelischen Gemeinde, gestalteten zusammen mit dem niederländischen Militärpfarrer Erik Huiting den Gottesdienst.
Kirchner sprach in der gemeinsamen Predigt dem Bischof seinen Dank aus, weil dieser den ökumenischen Gottesdienst erlaubt hatte, obwohl die Gläubigen deshalb auf die Eucharistie verzichten mussten. Bauer erzählte von alten Soldaten, die im Krieg erlebten, wie die Grenzen zwischen Freund und Feind verschwimmen und der Erkenntnis weichen: Im Grunde sind wir alle gleich. Einfach Menschen.
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