Bad Kissingen
Bildung

Kreistag kippt alten Beschluss - bald WLAN im Klassenzimmer

In einem Pilotprojekt will der Landkreis testen, wie der Umgang mit WLAN im Klassenzimmer funktioniert. Dafür muss ein alter Beschluss gekippt werden.
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Bald soll es WLAN nicht mehr nur im Lehrerzimmer und im Sekretariat, sondern auch im Klassenzimmer geben. Drahtlose Endgeräte wie Tablets und Smartphones könnten dann verstärkt in den Unterricht eingebunden werden. Das Internet als "Recherchewerkzeug" für die Schüler. Foto: dpa
Bald soll es WLAN nicht mehr nur im Lehrerzimmer und im Sekretariat, sondern auch im Klassenzimmer geben. Drahtlose Endgeräte wie Tablets und Smartphones könnten dann verstärkt in den Unterricht eingebunden werden. Das Internet als "Recherchewerkzeug" für die Schüler. Foto: dpa
Direkt nach der Einweihung des neuen Sitzungssaals des Landratsamts hat der Kreistag seine erste Sitzung - und letzte für dieses Jahr - abgehalten. Dabei wurde diskutiert, wie die landkreiseigenen Schulen künftig mit WLAN in den Klassenzimmern umgehen sollen. Die Meinungen der Ratsmitglieder gingen auseinander. Beim Ergebnis waren sie sich einig - fast.

Vor einem Monat stand der Punkt "WLAN an Schulen" auf Antrag der SPD-Fraktion schon auf der Tagesordnung des Kulturausschusses des Kreistages. Damals einigten sich die Mitglieder darauf, dem Kreistag zu empfehlen, ein Pilotprojekt anzugehen. Darin soll der WLAN-Ausbau in einer Schule samt einem zugehörigen pädagogischen Konzept vorangetrieben werden. Höchste Zeit, meint die SPD-Fraktion. Der Vorsitzende, Wolfgang Görner, begründete den Bedarf mit der Kritik vieler Schulen, die aufgrund eines Beschlusses ausgebremst werden, für eine "zeitgemäße Nutzung" aufzurüsten.

Von den Klassenzimmern aus sollen die Schüler in Zukunft bestenfalls mit ihren Handys oder Tablets eine gute Verbindung ins Internet herstellen können - ohne Kabel, sondern per WLAN. Freilich nur für Unterrichtszwecke. Der Kreistag hat jetzt die Empfehlung seines Kulturausschusses aufgenommen und den Weg für ein Pilotprojekt frei gemacht. Das soll jetzt am Bad Brückenauer Gymnasium gestartet werden. Ein alter Beschluss aus dem Jahr 2007 musste dafür aufgehoben werden.


Gegen alten Beschluss gestimmt

Vor bald zehn Jahren waren die Kreistagsmitglieder dem Vorschlag von Waldemar Bug (ÖDP) gefolgt und hatten dafür gestimmt, die Vernetzung in den Schulen vorrangig kabelgebunden und nur in Ausnahmefällen per WLAN zu regeln - aus Strahlenschutzgründen. An seinen Bedenken hält der Kreisrat auch heute fest: "Bei der WLAN-Ausstattung in allen Räumen habe ich gesundheitliche Bedenken", sagt Waldemar Bug. Zusammen mit seinem Fraktionskollegen Norbert Schmäling stimmte er bei der Kreistagssitzung gegen den Beschluss, die Regelung von 2007 zu kippen. Es blieb bei diesen beiden Gegenstimmen.

Auch wenn es weitere kritische Stimmen gab. "Achtung, es fallen ja nicht nur Kosten für ein Gymnasium an. Außerdem geht man wohl davon aus, dass alle Schüler ihre Geräte mitbringen", sagte Johannes Wegner (Grüne/BfU). Die Frage nach dem Konzept stellte sein Fraktionskollege Christian Fenn (Grüne/BfU): "Ich finde keins." Edgar Kast (CSU) sah es schon im Kulturausschuss pragmatisch: "Wir sind eine Bildungsregion. Wir brauchen das."

Landrat Thomas Bold (CSU): "Das pädagogische Konzept wird jeweils mit den Fachlehrern abgestimmt. Nicht jede Schulart wird das gleiche Konzept brauchen." SPD-Fraktionsvorsitzender und pensionierter Lehrer Wolfgang Görner ist sich sicher: "Die pädagogischen Konzepte müssen die Schulen formulieren." Er hatte im Vorfeld eine Umfrage im Brückenauer Gymnasium gestartet. Die Schulleitung ist sich sicher, dass auch mit WLAN der Datenschutz gewährleistet bleibt: Verwaltungsnetz und Schulnetz seien "physikalisch getrennt", sodass Noten oder Adressen geschützt seien. Für die Sicherheit der Geräte seien die Schüler selbst verantwortlich, aber innerhalb des Schulnetzes seien die Gefahren "geringer als außerhalb".

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