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Bad Kissingen
Glaube

Konfirmation in der Bad Kissinger Erlöserkirche

Insgesamt 58 junge Menschen bekräftigten in drei Festgottesdiensten in der Erlöserkirche ihren Glauben als Fortführung der Taufe. Was damals in ihrem Namen durch ihre Paten geschah, wurde nun mit der Segnung bestärkt und mit den Worten "Ja, mit Gottes Hilfe" bestätigt.
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Metallkreuze auf dem Altar: 58 junge Menschen bekräftigten in drei Festgottesdiensten in der Bad Kissinegr Erlöserkirche ihren Glauben. Fotos: Klaus Werner
Metallkreuze auf dem Altar: 58 junge Menschen bekräftigten in drei Festgottesdiensten in der Bad Kissinegr Erlöserkirche ihren Glauben. Fotos: Klaus Werner
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32 Jungen und 26 Mädchen hatten sich in den vergangenen neun Monaten im Konfirmationsunterricht vorbereitet und sich dann mit Kleidern und Anzügen feingemacht. Der Friseur war ebenso Pflicht wie der Verzicht auf Turnschuhe, sagte Diakon Johannes Hofmann ngesichts der aufgeregten Truppe im evangelischem Gemeindehaus und schmunzelte. Von dort ging es in Richtung Erlöserkirche, wo die Angehörigen warteten. "Wir wollen mit den Konfirmanden an unseren Glauben und an unsere Taufe erinnern und gemeinsam das Abendmahl feiern", sagte Diakon Hofmann. Mit der Einsegnung der jungen Christen werde ein großer Bogen gespannt, ein Lebensbogen sozusagen. Pfarrer Markus Vaupel würdigte das Fest der Konfirmation und die damit verbundene Freude über die Gäste und über das Leben der jungen Menschen.

In der Predigt blickte Diakon Hofmann auf den gemeinsamen Weg zurück, den man in den neun Monaten Vorbereitungsunterricht eingeschlagen habe. An die jungen Christen gewandt, meinte er: "Ein Glauben in Euch machen, kann man nicht. Es gibt keinen On-/ Off-Schalter für den Glauben." Deshalb habe man Bilder und Gleichnisse genutzt, damit die Konfirmanden den "Glauben finden, selbst erkennen". Und dieses Erkennen spiegelte sich im Motto "Ihr werdet den Himmel offen sehen" (Johannes 1, 51) der Gottesdienste wieder. Den Himmel für kurze Augenblicke des eigenen Lebens offen sehen, heiße auch "Gott erfahren". Und mit dem Bekenntnis haben die jungen Menschen eine "ganz persönliche Entscheidung" getroffen, wofür im Konfirmationsunterricht der Blick geschärft wurde. "Mit dem Glauben kann man Berge versetzen, dann geht was - wie Ihr sagen würdet", begeisterte Diakon Hofmann.

Für die Konfirmationshandlungen warteten schlichte Metallkreuze an einem Lederband in einer silbernen Schale auf dem Altar. Nach der Tauferinnerung und dem Glaubensbekenntnis folgte die Frage, ob man ein Leben als evangelisch-lutherischer Christ führen möchte. "Ja, mit Gottes Hilfe", lautete die Antwort im Chor. Danach wurden die Konfirmanden aufgerufen, wobei sie von ihren Taufpaten begleitet wurden und durch Handauflegen der schützende Gedanke der Taufe symbolisiert wurde. Der Konfirmationsspruch wurde verlesen, danach erfolgte die Einsegnung und am Schluss wurde das Metallkreuz umgehängt. Im Konfirmationsspruch, den sich die jungen Christen selbst ausgesucht hatten, äußerte sich dabei sehr oft der Wunsch nach Schutz durch den Herrn.

Den Paten galt der Dank, denn das Patenamt beginne mit der Taufe und ende mit dem heutigen Tag - trotzdem formulierte Diakon Hofmann die Bitte: "Begleiten Sie die jungen Menschen auf ihrem Weg des Erwachsenwerdens."

Von Seiten des Kirchenvorstandes bedankte sich Susanne Blaßdörfer für die gelungene Ausgestaltung der Festgottesdienste bei den "PraisSing", dem Jugendchor der evangelischen Kirchengemeinde unter der Leitung von Jörg Wöltche. Die jungen Christen bat sie, sich von der Arbeit in der Kirchengemeinde begeistern zu lassen - sei es als Mitwirkende beim Chor "PraisSing" oder durch ehrenamtlich Mitwirkung bei den Gottesdiensten. Mit Abendmahl, Fürbitten und Segnung endeten die Festgottesdienste zur Konfirmation.



Das ist die Konfirmation


Aufgenommen Die Konfirmation ist eine feierliche gottesdienstliche Handlung, in der die Getauften unter Handauflegung und Einsegnung als aktive Mitglieder in die evangelische Gemeinde aufgenommen werden - soweit Meyers Standardlexikon. Mit der Taufe ist man zwar Mitglied der Kirchengemeinde, jedoch werde man im Konfirmationsunterricht darauf vorbereitet, eigenverantwortlich seine Zustimmung mit den Worten "Ja, mit Gottes Hilfe" zu geben.

Monatstreffen Seit September 2012 gab es einerseits die Mittwochsgruppe, die sich einmal wöchentlich für 90 Minuten traf - andererseits die Samstagsgruppe, die sich einmal im Monat für sechs Stunden traf. Diese Monatstreffen werden immer beliebter, meinte Pfarrer Markus Vaupel, weil man nicht mit dem Nachmittagsunterricht der Schulen kollidiere und weil man auch mal Besuche zum Beispiel in einem Altenpflegeheim organisieren könne. Während des Vorbereitungsunterrichts werden unter anderem die Themen Taufe, Konfirmation, Glaubensbekenntnis und Diakone, aber auch die Frage, "Was bedeutet Gott für mich?" behandelt.

Termin Einst fand die Konfirmation am Sonntag vor Ostern statt. Dieser Sonntag ist der Palmsonntag, und ein Zeichen hierfür ist das Myrten-Büschel, das bei der Konfirmation an der Kleidung getragen wird und als Symbol der über den Tod hinausgehenden Liebe gilt. Die Verbindung zum Palmsonntag ergibt sich durch den Einzug Christi in Jerusalem, der auf gestreuten Palmenzweigen stattgefunden haben soll.

Erwachsen Für die jungen Menschen im Alter von 14 beziehungsweise 15 Jahren war es einst ein Übergang in das Erwachsenenleben, weil zu diesem Zeitpunkt in früheren Jahrzehnten auch die Schule zu Ende war und das Berufsleben wartete. Nach evangelischem Recht sind die jungen Christen mit der Konfirmation religionsmündig, das heißt sie können nun als Taufpate bei anderen fungieren. Offiziell ist damit auch die Zulassung zum Abendmahl verbunden, wobei diese Tradition durch das in vielen Gemeinden mögliche "Kinder-Abendmahl" aufgehoben werde, erklärt Pfarrer Markus Vaupel.
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