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Bad Kissingen
Streik

Helios-Kliniken in Bad Kissingen und Hammelburg werden bestreikt

Nächste Woche werden die Mitarbeiter des St. Elisabeth-Krankenhaus in Bad Kissingen und der OrthoClinic in Hammelburg streiken.
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Die Gewerkschaft Verdi fordert bssere Arbeitsbedingungen und einen gerechten Lohn. Dafür sollen die Angestellten der beiden Helios-Kliniken im Landkreis nächste Woche auf die Straße gehen. Am Mittwochvormittag ist ein Zug durch Bad Kissingen und eine Kundgebung vor dem Landratsamt geplant.  Foto: St. Elisabeth-Krankenhaus
Die Gewerkschaft Verdi fordert bssere Arbeitsbedingungen und einen gerechten Lohn. Dafür sollen die Angestellten der beiden Helios-Kliniken im Landkreis nächste Woche auf die Straße gehen. Am Mittwochvormittag ist ein Zug durch Bad Kissingen und eine Kundgebung vor dem Landratsamt geplant. Foto: St. Elisabeth-Krankenhaus
In der nächsten Woche werden das St. Elisabeth-Krankenhaus und die OrthoClinic in Hammelburg bestreikt. Am Mittwoch und Donnerstag soll die Belegschaft die Arbeit ruhen lassen und stattdessen für bessere Arbeitsbedingungen und mehr Lohn auf die Straße gehen. Die Gewerkschaft Verdi hat dazu aufgerufen. Sie hat die Tarifverhandlungen mit den beiden Helios-Ablegern bereits im Mai für gescheitert erklärt. Während die Gewerkschaft dem Konzern vorwirft zu "mauern", macht Helios gewerkschaftspolitische Interessen seitens Verdi für das Scheitern der Tarifverhandlungen verantwortlich.


Freizeit wichtiges Gut

Was die Gewerkschaft fordert, ist eine verbindliche Regelung zum sogenannten "Holen aus dem Frei". Verdi kritisiert, dass die Freizeit der Angestellten ständig beschnitten wird, weil die Personaldecke zu dünn angelegt ist. Der Konzern argumentiert, alle zusätzlichen Dienste liefen auf freiwilliger Basis. Richtig, antwortet die Gewerkschaft, trotzdem entstehe ein sozialer Druck. Man wolle die Kollegen ja nicht hängen lassen, meint Gewerkschaftssekretärin Marietta Eder. Verdi fordert: Die Beschäftigten sollen künftig höchstens zweimal im Monat einspringen müssen und erhalten zusätzlich 100 Euro als Belohnung. Nach dem Plan der Gewerkschaft soll das dem Arbeitgeber so lange weh tun, bis er mehr Personal einstellt. Aber "Helios mauert", sagt Marietta Eder.


Mitbestimmungsrecht wahren

Der Betrieb verweist dagegen darauf, dass auch er mit dem Dienstplan nicht zufrieden sei. Bis Ende des Jahres will die Klinikleitung eine Betriebsvereinbarung mit dem Betriebsrat verhandeln, teilt Pressesprecher Ingo Mack auf Anfrage mit. Dass sich die Gewerkschaft in solche Verhandlungen einmischt, hat der Konzern nicht gern. Er will das "hohe Gut des Mitbestimmungsrechts" wahren, sagt Ingo Mack, und die Gewerkschaft aus dieser Diskussion heraushalten.

"Die Kollegen in den Kliniken leiden", sagt Marietta Eder. Speziell in den Gesundheitsberufen sei Burnout ein großes Thema. "Wir brauchen eine Entlastung. Die Arbeitsbedingungen sind uns sehr wichtig." Darüber hinaus fordert Verdi, das Niveau der Löhne derer im Öffentlichen Dienst anzupassen. "Die Unterschiede sind so hoch, das wird nicht mit einer Tarifrunde getan sein", meint Marietta Eder. In diesem Punkt hat sich Helios in der vergangenen Verhandlungsrunde der Forderung der Gewerkschaft geöffnet. "Wir wünschen uns, dass Verdi an den Verhandlungstisch zurückkehrt", sagt Ingo Mack.

Für die Zeit während des Streiks tritt eine sogenannte Notdienstvereinbarung in Kraft. Über deren Details wurde wiederum diskutiert. In einem Punkt sind sich Arbeitgeber und Gewerkschaft aber einig: Die Patientenversorgung soll auch während des Streiks jederzeit sichergestellt sein.

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