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Bad Kissingen
Kosten

Kissinger Terrassenbad eine Saison schließen?

Die SPD-Stadtratsfraktion will angesichts der bevorstehenden Sanierung prüfen lassen, ob es nicht wirtschaftlicher ist, das Terrassenbad einen Sommer nicht zu öffnen. Entschieden ist nichts, im Internet wird über die Idee emotional gestritten.
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Betriebsleiter Roland Bühner schließt die Tore des Terrassenbades nach der Saison 2013.  Foto: Archiv/Edgar Bartl
Betriebsleiter Roland Bühner schließt die Tore des Terrassenbades nach der Saison 2013. Foto: Archiv/Edgar Bartl
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Ein Antrag der SPD-Stadtratsfraktion zum Terrassenschwimmbad schlägt hohe Wellen. Die Becken des Freibades sind alt und sanierungsbedürftig. Nachdem die Ausschreibung für den ersten Bauabschnitt letztes Jahr ohne Ergebnis blieb, wird im Frühjahr erneut ausgeschrieben. Die SPD-Fraktion beantragte im Bauausschuss vergangene Woche, dass bei der Neuausschreibung auch die Möglichkeit geprüft wird, das Bad aus wirtschaftlichen Gründen für eine Saison
geschlossen zu lassen, um die Kosten einer Winterbaustelle zu sparen.

Der Antrag wurde am Wochenende auf Facebook emotional und kontrovers diskutiert. Die Überlegung, das Freibad aus Kostengründen zu schließen, wurde von den Bad Kissingern mehrheitlich infrage gestellt. Die Meinungsspanne der Aussagen deckte allerdings von "geht ja wohl gar nicht" und "Bad Kissingen spart sich zu Tode" bis zu "wenn man wo sparen kann, ist das legitim" alles ab. Kirsten Piening, Vorsitzende des Familienbeirates, hat an der Facebook-Diskussion ebenfalls teilgenommen. "Ich bin seit eh und je Dauergast im Schwimmbad", sagt sie. Eine Schließung fände sie schade, würde sie aber akzeptieren, wenn sie ökonomisch unvermeidlich wäre. Sie meint, dass die finanzielle Lage besser wäre, wenn die Gästezahlen im Sommer stimmen würden. Sie kündigte an, dass der Familienbeirat mit Schulen und Kindergärten Vorschläge erarbeiten wird, wie das Freibad belebt werden kann. Piening: "Die Kissinger sind gefragt. Es kann nicht angehen, dass alle über die Schließung meckern und im Sommer keiner hoch geht."

"Bei dem Antrag geht es nicht darum, dass Freibad zu schließen", betont SPD-Fraktionssprecher Bernd Czelustek. Es sollen vielmehr die möglichen Kosten für unterschiedliche Bauzeiten miteinander verglichen werden. Ist es für die Stadt billiger, den Sommer über durchzubauen und das Freibad zu schließen, als den Betrieb aufrecht zu halten und eine teurere Winterbaustelle in Kauf zu nehmen? "Wir wollen eine verlässliche Zahlenbasis, auf der entschieden werden kann", sagt Czelustek. Man wolle sich nicht vorwerfen lassen, leichtfertig mit öffentlichen Geldern umzugehen.

Die Zahlen werden vorbereitet und bei den anstehenden Entscheidungen zum aktuellen Haushalt entweder bereits am Mittwoch im Finanzausschuss oder in den nächsten Wochen im Stadtrat beraten. Die Stadtverwaltung bezieht zu dem Antrag vorerst keine Stellung, sondern wartet ab. Rathaussprecher Thomas Hack dazu: "Das Thema wird in der Stadtratsarbeit behandelt." Danach richte man sich.

CSU-Stadtrat Michael Heppes hält es aufgrund der angespannten Haushaltslage für angebracht, genau zu überlegen, wo die Stadt Geld sparen kann. Das Terrassenbad für eine Saison zu schließen, sei angesichts vieler Baustellen in der Stadt und der unklaren Situation bezüglich der Ansiedlung eines Luxushotels ein falsches Signal in Richtung Tourismus. "Das Freibad ist ein Aushängeschild Bad Kissingens", meint Heppes. Er äußert sich skeptisch, ob sich eine Schließung wirtschaftlich rechnet, weil Kosten etwa für das Personal trotzdem weiterlaufen und Einnahmen durch Besucher wegfallen würden.

Bürgermeister Toni Schick (DBK) hält den Vorschlag politisch für vertretbar und verweist auf Parallelen zur Sanierung des Eishallendaches 2006, als die Eissporthalle eine Saison nicht nutzbar war. "Es tut in dem Jahr sicherlich weh", sagt Schick. "Irgendwann muss man gewisse Revisionen machen, damit man die nächsten 20 Jahre seine Ruhe hat." Laut Sachstand sollen die Becken konventionell gefließt werden. Aus fachlicher Sicht als Bauunternehmer meint Schick, dass es besser ist, diese Arbeiten im Sommer auszuführen. Würde bei der Sanierung statt Fließen Edelstahl verwendet, wären die Bauarbeiten witterungsunabhängig möglich. Allerdings sind Edelstahlbecken an sich teurer.

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