Waldfenster
Unendliche Geschichte

Kirchenumbau in Waldfenster verzögert sich weiter

Die Sanierung der alten Pfarrkirche von Waldfenster kommt auch 15 Jahre nach den ersten Plänen nicht so richtig voran. Restaurator und Statiker sind gefragt, auch die Finanzierung ist noch offen.
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Die 1804 errichtete Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (links) in Waldfenster mit der 1962 angebauten, inzwischen maroden St.-Pius-Kirche, die abgerissen werden soll. Foto: Sigismund von Dobschütz
Die 1804 errichtete Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (links) in Waldfenster mit der 1962 angebauten, inzwischen maroden St.-Pius-Kirche, die abgerissen werden soll. Foto: Sigismund von Dobschütz
Die Gläubigen von Waldfenster müssen weiter Geduld haben: Der im Herbst vorgesehene Sanierungs- und Umbaubeginn der alten Pfarrkirche wird sich um ein weiteres Mal verschieben. Wie Pfarrer Stephan Hartmann jetzt nach einem weiteren Planungsgespräch mitteilte, dürften frühestens 2016 die Abrissbagger anrollen.
Vor bald 15 Jahren hatte die scheinbar unendliche Geschichte eines Kirchenneu- und -umbaues in Waldfenster ihren Anfang. Dann hatte man endlich 2007 beschlossen, die 1962 an das alte Gotteshaus angebaute, inzwischen marode St.-Pius-Kirche abzureißen und dadurch Raum für einen Kirchenvorplatz zu schaffen.

Mehr Platz für Gottesdienste

Die 1804 errichtete Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt soll stattdessen nach Plänen des bekannten Frankfurter Architekten Christoph Mäckler saniert und ihre Empore erweitert werden. Durch den Anbau zweier baulich untergeordneter Querflügel soll zudem der Kirchenraum vergrößert und damit für die Gottesdienste ausreichend Platz geschaffen werden. Ein neuer Sakristeibau rundet das Konzept ab. Eigentlich war die Weihe der auf diese Weise runderneuerten Pfarrkirche schon für Ostern 2011 angedacht gewesen (wir berichteten). Doch daraus ist bis heute nichts geworden.
Nach Jahre zurückliegender Großplanung wurde erst jetzt der mehrfach für seine Bauten ausgezeichnete Architekt mit der Feinausarbeitung beauftragt, so Pfarrer Hartmann im Gespräch mit unserer Zeitung. "Was kann an Sakralem aus der alten Kirche in die neue übernommen werden?", zitiert Hartmann nur eine von vielen Fragen. "Kann der alte Hochaltar weiterverwendet werden? Wo genau darf er stehen?" Antworten sind nicht nur vom Restaurator, sondern auch vom Statiker gefordert.
Fest steht auch, dass der Hochaltar vor seiner Wiederverwendung vollständig restauriert werden muss. Auch diese Frage beschäftigt den Pfarrer: "War der Holzwurm vielleicht fleißiger als gedacht?" Dann wird die Restaurierung teurer, was sich wiederum auf die Gesamtkalkulation auswirkt.
Noch geht Hartmann von zwei Millionen Euro für die Maßnahme aus, mit Abriss der Pius-Kirche sowie Sanierung und Teilneubau der alten Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt. Genaueres lässt sich aber noch nicht sagen. "Jetzt muss der Architekt rechnen." Erst wenn wirklich alle auszuführenden Arbeiten in Euro bewertet sind, lassen sich verbindliche Gesamtkosten beziffern. "Danach müssen wir klären, wer als möglicher Zuschussgeber in Frage kommt." Nicht nur die Würzburger Diözese, die Kirchengemeinde, die Marktgemeinde, Land oder Bezirk könnten gefragt werden. Auch das Amt für Denkmalschutz wäre denkbar.
Pfarrer Stephan Hartmann stellt sich auf eine sehr lange Verhandlungsphase ein, bis all diese Fragen geklärt sind. Deshalb glaubt er auch nicht mehr an einen Sanierungsbeginn noch in diesem Jahr. Der bisherige Zeitablauf dürfte ihm Recht geben. "Vor 2016 fangen wir nicht an." Das wären dann schon 16 Jahre seit Beginn erster Planungen.


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