Bad Kissingen
OB-Wahl

Kay Blankenburg siegt deutlich gegen Michael Heppes

Amtsinhaber Kay Blankenburg (SPD) kommt auf 68,38 Prozent und liegt Längen vor seinem Herausforderer Michael Heppes (CSU). Die Wahlbeteiligung bei der OB-Wahl war allerdings "äußerst gering", nur 53,34 Prozent der Wahlberechtigten gaben ihre Stimme ab.
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Die Faust des Siegers: Geschafft. Kay Blankenburg (SPD) bleibt weitere sechs Jahre Oberbürgermeister von Bad Kissingen. Fotos: Paul Ziegler
Die Faust des Siegers: Geschafft. Kay Blankenburg (SPD) bleibt weitere sechs Jahre Oberbürgermeister von Bad Kissingen. Fotos: Paul Ziegler
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Um 18.05 Uhr hat es sich angedeutet: 115 Stimmen (64,61 Prozent) für Kay Blankenburg (SPD), 63 Stimmen (35,39 Prozent) für seinen CSU-Kontrahenten Michael Heppes. Eine Marke war gesetzt an diesem Wahlabend. Nur eine Zahl. Mit einem solch deutlichen Vorsprung des Amtsinhabers auf dem Bad Kissinger OB-Sessel hatte keiner gerechnet. Doch was keiner vermutet hatte, blieb so bis zum Ende.
Kay Blankenburg hatte nach Auszählung aller abgegebenen Stimmen bei dieser OB-Wahl 68,38 Prozent erreicht, Michael Heppes gerade einmal 31,62 Prozent. Enttäuschend war dabei die Wahlbeteiligung. Mit 53,34 Prozent fiel sie sehr gering aus, Michael Heppes sprach sogar von "äußerst gering".

Viele interessierte Bürger

In der Diele des Rathauses standen die interessierten Bürger dicht an dicht, um die Entwicklung des Wahlabends zu verfolgen. Was sie erlebten, war eine ständige Wiederholung des ersten Wahlergebnisses. Nur in zwei Wahllokalen - Landratsamt und Parkwohnstift - lag das Ergebnis für Amtsinhaber Kay Blankenburg unter der 60 Prozent-Marke. Ansonsten immer deutlich darüber, oftmals waren des mehr als 70 Prozent, in Poppenroth und Albertshausen sogar über 80 Prozent (siehe Ergebnisliste auf Seite 3).
In der Rathausdiele hatten sich die Symphatisanten von CSU und SPD rechts und links der großen Leinwand postiert, auf der die fortlaufenden Wahlergebnisse gezeigt wurden. Auf der einen Seite gab es bei jedem neuen Ergebnis Applaus, während sich auf der der anderen Seite die Stimmung eintrübte. Steffen Hörtler, Vorsitzender der CSU-Stadtversammlung, nahm das Ergebnis gelassen und professionell: "Wir sind von einem knappen Rennen ausgegangen. Es ist schwer, den amtierenden Oberbürgermeister aus dem Rennen zu werfen. Aber in dieser Deutlichkeit haben wir das Ergebnis nicht erwartet."
Die Aussagen von SPD-Seite waren im Prinzip nicht unähnlich. Bernd Czelustek (SPD-Fraktionssprecher): "Wir hatten freilich auf einen Sieg gehofft, in dieser Deutlichkeit konnte man das nicht erwarten." Allein Ex-OB Christian Zoll (SPD), hatte aus dem Wahlkampf einen anderen Eindruck mitgenommen: "Ich habe auf 65 bis 70 Prozent für Kay Blankenburg getippt. Das spiegelt die Stimmung wider, die ich vor Ort erlebt habe." Fritz Lang (CSU) und Josef Plener (Ortssprecher von Kleinbrach) hatten einen gemeinsamen Kommentar parat: "Ich habe das in dieser Deutlichkeit nicht erwartet". Der Satz machte die Runde durch das Rathaus.

Heppes: Amtsbonus ist ein Pfund

Ebenso ging es Verlierer Michael Heppes: "Das war eine überraschend deutliche Niederlage", kommentierte er das Ergebnis, "der Amtsbonus war ein deutliches Pfund." Den eigenen Wahlkampf habe man so gut wie möglich gestaltet und viel gearbeitet. Heppes beklagte die "äußerst geringe" Wahlbeteiligung, die für ihn auch ein Ausdruck dafür war, dass der Wähler keinen Wechsel haben wollte. Das Ergebnis müsse man akzeptieren, er gratulierte Kay Blankenburg zu seinem Sieg.
Und der Gewinner? Der ließ sich Zeit. Erst kurz vor 20 Uhr hatte er sich den Weg durch die Gratulantenschar vor dem Rathaus gekämpft und wurde vor seinem Amtszimmer von einer jubelnden Menge begrüßt. "Nein", einen Wahlsieg in dieser Höhe hätte er nicht erwartet, sagte der alte und neue Bad Kissinger Oberbürgermeister. "Ich habe damit gerechnet, dass ich gewinnen werde, in dieser Deutlichkeit ganz bestimmt nicht. Ich denke, es hat sich ausgezahlt, dass wir von der ersten bis zur letzten Minute einen fairen Wahlkampf geführt haben. Wir haben nie irgendjemanden beschimpft, oder über jemanden schlecht gesprochen. Und wir haben klar gemacht, dass wir bereit sind, mit jedem zusammen zu arbeiten, der bereit ist, für diese Stadt etwas gutes zu tun."
Blankenburg kündigte an, "als erstes jetzt das Gespräch mit Herrn Heppes zu suchen, um abzuklären, wie wir gemeinsam die nächsten sechs Jahre gestalten können."
Die einlaufenden Wahlergebnisse hatte Blankenburg Zuhause verfolgt. "Ich hätte nicht den Nerv gehabt, das im Rathaus zu tun." Sprachs und ließ sich von den Parteifreunden herzen und umarmen, verdrückte manche Freundenträne und Träne der Rührung. Und dann gingen die einen zur Wahlfeier, die SPD in der Eule und die CSU zum Wunden lecken in den Ratskeller. Alle hatten nach anstrengenden Wochen einen guten Grund, ein Glas Bier oder Wein zu trinken.


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