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Maßbach
Unterhaltung

Kabarett beim Maßbacher Feuerwehrfest

Stimmenimitation als Markenzeichen: Chris Boettcher bot vor über 250 Zuhörern erstklassige Unterhaltung und lief zur Hochform auf. Der Kabarettist war einer der Höhepunkte beim Jubiläumsfest der Maßbacher Wehr.
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Der Comedian in seinem Element: Auch das Publikum wurde in das Programm von Chris Böttcher mit einbezogen. Foto: Daniel Wiener
Der Comedian in seinem Element: Auch das Publikum wurde in das Programm von Chris Böttcher mit einbezogen. Foto: Daniel Wiener
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Gut vorbereitet hatte sich Comedian Chris Böttcher auf seinen Auftritt im Maßbach. Dass es hier ein kleines, aber feines Schwimmbad gibt, wusste er ebenso, wie dass Maßbach die Heimat eines "Rockerclubs" ist. Auch "Windräder statt Baudenkmäler" wünschte er dem Markt. Dorthin war der bayeri sche Comedian einer Einladung anlässlich des 150-jährigen Bestehens der Freiwilligen Feuerwehr gefolgt.

Die rund 250 Besucher waren schnell "aufgetaut" und klatschten rhythmisch mit bei den abgewandelten Liedtexten alter Gassenhauer und der modernen Popliteratur. Boettchers flinkes Orgelspiel zeigte die grundsolide musikalische Ausbildung, die den pointierten Witz so richtig wirken ließ.
Im Stile einer Helene Fischer besang der Ingolstädter die Bundeswehr-Pannen als "granatenlos", wechselte in den Nuschel-Gesang von Herbert Grönemeyer, um über Heino bei Udo Lindenberg zu landen.

Der Geschlechterzwist

Zwischendurch wurde die Weltpolitik gestreift und die Stars der Klatsch-Presse durch den Kakao gezogen. Doch auch ganz banale Dinge, wie der ewige Zwist zwischen den Geschlechtern, lieferten neckische Anspielungen. Mit in die Hüften gestemmten Fäusten und weit aufgerissenen Augen verlieh Boettcher seinen verbalen Ausführungen auch die optische Pointe. Wechselnde Kostümierung blieb ihm fremd: kariertes Hemd, Cordhose, Turnschuhe. Im Gegensatz zum Programm eher bescheiden, lenkten aber nicht vom gesprochenen Wort ab.
Es ist ganz einfach Boettchers Metier, die Stimmen-Imitation. Mit ihr reißt er das Publikum zu wahren Lachsalven hin. Peter Maffay, Angela Merkel, Oliver Kahn - niemand ist vor ihm sicher. Und auch kein Thema. Gammelfleisch, Protz-Bischöfe, die Maut und Uli Hoeneß, Dieter Bohlen, Edmund Stoiber oder ganz aktuell der G-7-Gipfel - dazu hat er seine ganz persönlichen Anmerkungen, die trotz der erheiternden Charaktere immer auch den Nagel auf den Kopf treffen. Und weil gerade Prominente des Öfteren ins Fettnäpfchen treten, ernten sie beißenden Spott.

Sein Markenzeichen

Boettcher versteht es auch, gegen Ende immer noch eins draufzulegen. "Franz & Loddar" haben ihn berühmt gemacht, das Imitations-Special für einen Rundfunksender war 1999 nach der dramatischen Finalniederlage des FC Bayern München gegen Manchester United aus einer Bierlaune heraus entstanden, und es ist sein Markenzeichen geworden. Und da ist auch noch der zum Faschingsschlager mutierte Hit "Zehn Meter gehn", der eigentlich eine Spitze gegen die hinlänglich bekannten Model-Castingshows sein sollte ... und in Maßbach für einen fröhlichen Abgang sorgte. Passend.
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