Bad Kissingen
Konzert

Jüdische Kultur aus Böhmen

Jüdische Musik aus den böhmischen Ländern steht auf dem Programm eines Konzertes, welches das Ensemble "Moravia Cantat" am kommenden Samstag, 16. Februar, ab 19.30 Uhr im Rahmen der Jüdischen Kulturtage in der Stadtpfarrkirche "Herz-Jesu" gibt.
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Sch´ma jisroel: Jüdische Musik aus den böhmischen Ländern präsentiert das Ensemble "Moravia Cantat" bei einem Konzert amSamstag, 16. Februar, in Bad Kissingen. Foto: PR
Sch´ma jisroel: Jüdische Musik aus den böhmischen Ländern präsentiert das Ensemble "Moravia Cantat" bei einem Konzert amSamstag, 16. Februar, in Bad Kissingen. Foto: PR
Seit dem 10. Jahrhundert prägten jüdisches Leben und Kultur nachhaltig die böhmischen Länder. Prag und Nikolsburg waren als Zentren der böhmischen bzw. mährischen Juden bedeutsame Stätten jüdischen Lebens, jüdischer Kultur und jüdischer Gelehrsamkeit in Europa. Das nationalsozialistische Deutschland hat diese tausend Jahre alte, reiche jüdische Tradition weitgehend vernichtet.
Von knapp 120 000 Juden, die im Jahr 1939 im Protektorat Böhmen und Mähren lebten, gelang es etwa 26 000 Menschen auszuwandern, knapp 90 000 Juden wurden in Theresienstadt und den Vernichtungslagern im Osten ermordet.
Mit dem Programm "Sch´ma jisroel", das synagogale Gesänge, jiddische Lieder, Tänze und Lesungen umfasst, will das Ensemble "Moravia Cantat" an die einstmals so reiche jüdische Kultur der böhmischen Länder erinnern.
Im ersten Teil des Konzertes erklingen Chorwerke, die von jüdischen Kantoren aus Böhmen und Mähren für den synagogalen Gottesdienst komponiert worden und zu Unrecht in Vergessenheit geraten sind.

Lieder von Viktor Uhlmann

Den Rahmen des zweiten Teils bilden jiddische Lieder von Viktor Ullmann, die der in Auschwitz ermordete Komponist in Theresienstadt geschrieben hat. Neben der Musik kommt bei diesem Programm aber auch das Wort zur Geltung. Durch die Lesung von Gedichten und kürzeren Prosa-Texten, die den Bezug der jüdischen Religion zum alltäglichen Leben verdeutlichen, entsteht ein anschauliches Bild jüdischen Lebens in Böhmen und Mähren.
Nach der Premiere im April 2001 in der Württembergischen Landsynagoge Hechingen hat "Moravia Cantat" ihr Programm auch in Stuttgart, Augsburg, Dachau, Berlin sowie auf einer Tournee durch Tschechien, Österreich, Ungarn und die Slowakei mit großem Erfolg aufgeführt. 2003 wurde es auch auf CD festgehalten.
Der Eintritt für das Konzert in Bad Kissingen unter der Leitung von Wolfram Hader ist frei, Spenden sind erwünscht.

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