Bad Kissingen
Trockenheit

Johannisfeuer im Kreis Bad Kissingen wegen Brandgefahr abgesagt

Im Lankreis sagen Gemeinden Johannisfeuer wegen erhöhter Brandgefahr ab. In Unterfranken gilt die höchste Waldbrandstufe.
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Einige Sonnwendfeuer fallen dieses Jahr wegen der hohen Brandgefahr aus. Unser Archivbild zeigt das traditionelle Sonnwendfeuer des Rhönklubs Münnerstadt an der Schlegelwarte.  Foto: Dieter Britz
Einige Sonnwendfeuer fallen dieses Jahr wegen der hohen Brandgefahr aus. Unser Archivbild zeigt das traditionelle Sonnwendfeuer des Rhönklubs Münnerstadt an der Schlegelwarte. Foto: Dieter Britz
In gemütlicher Runde die lauwarme Sommernacht am Johannisfeuer genießen, das ein oder andere Bier trinken. Viele Menschen im Kreis Bad Kissingen freuen sich schon auf das traditionelle Johannisfest. In diesem Jahr oftmals leider vergeblich. In einigen Gemeinden wurden die Feuer bereits abgesagt, unter anderem in Hammelburg und Ortsteilen, Wartmannsroth sowie Oberthulba.


Hohes Risiko

"Wir haben derzeit die höchste Waldbrandstufe, nämlich Stufe fünf. Da habe ich beschlossen, dass mir das Ganze zu heiß ist", begründet Tiemo Stürzenberger diese Entscheidung. Dem Vorsitzenden der Feuerwehr Oberthulba ist das Risiko eines Brandes auch wegen der örtlichen Begebenheiten, nämlich der vielen Hecken, Felder und Wälder zu hoch.

"Man sollte zur Zeit besonders aufpassen, dass wenn möglich kein Feuer entsteht", warnt auch Kreisbrandrat Benno Metz. Aufgrund der extrem hohen Temperaturen und der anhaltenden Trockenheit müssen Vorsichtsmaßnahmen getroffen werden. Die Feuerwehr reagiere vor allem mit erhöhter Wachsamkeit.


Gegen Waldbrände in der Luft

Das allein ist jedoch nicht genug. Darum fliegen jeden Tag ehrenamtliche Piloten der Luftrettungsstaffel Bayern über Unterfranken. "Die vorbeugende Luftbeobachtung findet dabei in den Nachmittagsstunden zu den höchsten Gefährdungszeiten statt", heißt es in einer Presseerklärung der Regierung von Unterfranken. Unterwegs sind die Luftbeobachter auf zwei Routen: einer West- und einer Ostroute. Der Landkreis wird über die Ostroute abgedeckt, dabei werden die Flugplätze in Bad Neustadt und Haßfurt angeflogen. Die Einsatzkosten trägt die Regierung von Unterfranken.


Regierung mahnt zu Vorsicht

"Die Bevölkerung wird dringend gebeten, in Waldgebieten äußerste Vorsicht walten zu lassen und keinesfalls mit offenem Feuer zu hantieren oder zu rauchen", teilt Johannes Hardenacke, Pressesprecher der Regierung in Würzburg, weiter mit. Eine hohe Feuergefährdung bestehe aber nicht nur in Waldgebieten, sondern unter Umständen auf offenem Gelände. Auch hier ist Vorsicht geboten.

"Ich sehe das Ganze nicht so dramatisch. Wir hatten früher ja auch schon trockene Tage und Wochen", sagt Kreisbrandrat Benno Metz. In der Vergangenheit hatte es Probleme bei der Löschwasserversorgung bei dem Großbrand des Sägewerks in Untererthal gegeben. Aktuell seien ihm keine Engpässe aufgrund von Wasserknappheit bekannt.


Keine Probleme mit Löschwasser

Stürzenberger von der Feuerwehr Oberthulba beruhigt ebenfalls: "Man weiß zwar nie, wie lange so eine Trockenheit noch anhält, bei uns gibt es aktuell aber noch keine Probleme." In Oberthulba habe man außerdem ein großes Tanklöschfahrzeug in Betrieb genommen, das sehr große Mengen an Wasser transportieren könne. Demnach sei eine erhöhte Sicherheit gewährleistet.

von Isabel Herterich
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