Bad Kissingen
Winterzauber

Jazz - kein bisschen angestaubt

Das Berlin Jazz Orchestra gastierte mit Jiggs Wigham, Pe Werner und Marc Secara im Großen Saal des Regentenbaus. Das Publikum war begeistert.
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Zu den Höhepunkten des Konzerts zählten die Soli von Posaunenlegende Jiggs Wigham. Fotos: Peter Klopf
Zu den Höhepunkten des Konzerts zählten die Soli von Posaunenlegende Jiggs Wigham. Fotos: Peter Klopf
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Er gilt als ein begnadeter Sänger - und er ist es auch. Gemeint ist Marc Secara. Gemeinsam mit seinem "Berlin Jazz Orchestra" unter der musikalischen Leitung der amerikanischen Posaunen-Legende Jiggs Whigham gastierte er im Rahmen des Kissinger Winterzaubers jetzt im Großen Saal des Regentenbaues. Was geboten wurde, war Jazz vom Feinsten.
Mit bis ins Detail arrangierter Konzertliteratur bot die Big Band alles, was das Herz jeden Swingfreundes höher schlagen lässt.
Dazu die solistischen Einlagen von Jiggs Whigham auf der Posaune, das war schon alleine ein Genuss. Dabei bewies Whigham bei seinen Ansagen auch humoristisches Talent, als er sagte: "Das ist das Tolle an der Livemusik - man weiß nie, was passiert. Es klingt mal so oder mal so."
Im Jahr 2000 von Marc Secara gegründet, sorgt das Berlin Jazz Orchestra nun bereits seit 13 Jahren für außergewöhnliche Konzerterlebnisse mit unterschiedlichsten Bühnenprogrammen. Zahllose Auftritte in den großen Konzerthäusern Deutschlands zeugen von der hohen Qualität des Ensembles. Richtig rund ging es, als der smarte Marc Secara mit den Bert-Kaempfert-Songs "Green Eyes Make Me Blue" und "My Way of Life" an das Mikrofon trat. Dank seiner brillanten Stimme und bezaubernder Interpretation schmolzen die Zuhörer förmlich dahin.
Marc Secara sang als einer der jüngsten Solisten in der Geschichte der HR-Big Band mit dem renommierten Frankfurter Orchester und trat unter anderem mit dem Filmorchester Babelsberg und dem Deutschen Sinfonieorchester auf. Bei Plattenproduktionen war er Gastsänger und Duettpartner von Manfred Krug, Sylvia Vrethammar und Angelika Weiz.

Charmanter Auftritt

Ein Glanzpunkt des Abends war jedoch der Auftritt der charmanten und quirligen Pe Werner. Mit ihren witzigen Moderationen und Interpretation, wie "Du hast Glück bei den Frauen, Bel Ami" oder "Mein Bruder macht im Tonfilm die Geräusche", schaffte sie es auf Anhieb die Zuhörer zu begeistern. Spätestens seit ihrem Gold Album "Kribbeln im Bauch" (1991) gilt Pe Werner als die deutschsprachige "Songpoetin", die mit treffenden Worten und Sinn für Poesie komplizierte Gefühlslagen auf den Punkt bringt. Getreu dem Motto "Man nehme Jazzschlager, Couplets und Gassenhauer der 20er- und 30er-Jahre und versehe sie mit zeitgemäßer Frische." Obgleich "von gestern" klang keine der Kompositionen angestaubt - im Gegenteil. Mit Pep und Leichtigkeit wurde musiziert und gesungen. Ein abwechslungsreiches Konzert, das sich von manchen anderen Jazz-Konzerten erfrischend abhob.
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