Rottershausen
Kult

Itchy Poopzkid rockten beim Lutzi-Festival

Für die Veranstalter gab es Lob von allen Seiten. Nicht nur das Publikum war zufrieden. Auch Musiker wie die von Itchy Poopzkid hatten einen schönen Tag in Rottershausen.
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Die Mischung macht's! Itchy Poopzkid begeisterten das Publikum mit altbekannten und brandaktuellen Liedern vom neuen Album "Ports & Chords" in Rottershausen.  Foto: Christian Stahl
Die Mischung macht's! Itchy Poopzkid begeisterten das Publikum mit altbekannten und brandaktuellen Liedern vom neuen Album "Ports & Chords" in Rottershausen. Foto: Christian Stahl
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Männer in Frauenkleidern, surfende Gitarristen und eine Maschinerie hinter den Kulissen, die präzise wie ein Uhrwerk arbeitete: Die vierte Ausgabe des Kult-Festivals "... und ab geht die Lutzi!" im kleinen Rottershausen konnte sich sehen lassen. Veranstalter, Gäste und Künstler freuten sich daher nicht nur über einen wohlwollenden Petrus, sondern vor allem über ein Fest mitten in der fränkischen Provinz, das Jahr für Jahr professioneller wird.

Bei gleich vier Bühnen und mehr als 20 Künstlern kamen, dank einer ausgeklügelten Spielzeiten-Organisation, alle auf ihre Kosten. Das von langer Hand geplante Konzept, welches Rockstage, Hip Hop Area, E-Box und neuerdings die Musi kini-Bühne in harmonischen Einklang brachte, ging dank der rund 100 ehrenamtlichen Helfer hinter den Kulissen auf. Pünktlich auf die Minute bestiegen die diversen Acts ihre Positionen.

Immer mehr Leute

Lob gab es dafür vor allem von den zahlreich erschienenen Gästen. "Ich find's cool, weil man sich überall das herauspicken kann, was man hören möchte. Es gibt sehr viele verschiedene Sachen. Wenn einem das eine nicht gefällt, geht man einfach zur anderen Bühne. Es ist immer irgendwo etwas dabei", sagt Marry aus Würzburg, die das Festival vor allem genutzt hat, um Bekannte aus der "alten Heimat" wieder zu treffen. Die Organisation der Veranstaltung lobt die junge Frau als äußerst durchdacht.

Erzieher Patrick, der ebenfalls aus der Region stammt, sieht das genauso. "Es wird immer besser, und es werden immer mehr Leute", lautet sein Fazit. "Ich bin echt beeindruckt, was hier auf die Beine gestellt wird", freut er sich mit den jungen Leuten von der Vereinsgemeinschaft Rottershausen e. V., die es erneut geschafft hätten, ganze Generationen auf dem Sportgelände am Rande des Dorfes zu vereinen.

Auch die absoluten Profis konnten den Eindrücken der Gäste nur beipflichten. Mit über 700 gespielten Konzerten in 16 verschiedenen Ländern hatte das Trio Itchy Poopzkid aus Eislingen wohl die meiste Erfahrung vorzuweisen. Panzer, Max und Sibbi sind bereits seit zwölf Jahren gemeinsam unterwegs. "... und ab geht die Lutzi!" war nach einer ausgedehnten Clubtour und einem ersten Festival in Österreich nun ihr ganz persönlicher Saisonstart in Deutschland. Vom Gesamteindruck, den Rottershausen hinterlassen hat, zeigte sich die Punkrock-Band begeistert. "Ich hatte heute einen ganz großartigen Tag", fasst Panzer alias Daniel Friedl zu später Stunde das Erlebte zusammen. Sowohl die Vorbereitungen als auch das Konzert selbst hätten "total viel Spaß gemacht".

Seit vielen Jahren würden er und seine Bandkollegen bereits große und kleine Festivals bespielen. "So etwas wie hier ist wirklich richtig gut", meint der Sänger und Gitarrist rückblickend. Aufbau, gleich vier professionelle Bühnen samt entsprechendem Equipment, nette Leute, Betreuer, Helfer, musikalische Vielfalt und schließlich jede Menge Gäste: Der Profi und sein Team hatten rein gar nichts auszusetzen. Ihr Fazit: "Ihr habt alles richtig gemacht!"

Egal ob Berlin oder auf dem Land

Ähnliches war auch aus anderen musikalischen "Ecken" zu vernehmen. Hannes Naumann und Maik Biermann alias Captain Capa stammen ebenfalls vom Land. Die Bad Frankenhausener, die beim Hamburger Independent-Label Audiolith unter Vertrag sind und den Abend auf der Rockstage beschlossen, wissen nur zu gut um die Leistung der "Lutzi-Crew". Obschon sie erst recht spät auf das Gelände kamen, nutzten sie die Gelegenheit, um sich den musikalischen Nachwuchs, etwa auf der Musikini-Bühne näher anzusehen. "Man kann Musik jeder Art machen, egal woher man kommt. Und man kann Musik jeder Art überall präsentieren", so ihr Credo, das auch zur "Lutzi" passt. Ob es hier auf dem Land oder in einem Club in Berlin sei, so die zwei jungen Männer, sei völlig gleich.

Der Musik verschrieben hat sich auch die Musikinitiative Hammelburg e.V. Der Hammelburger Verein, der die Lutzi-Crew von Anfang an mit seinem Know-how unterstützt hat und wiederum auch von den jungen Leuten aus Rottershausen zum Beispiel beim Bandwettbewerb "Local heroes" supportet wird, war 2013 erstmals mit einer eigenen Bühne vertreten. "Ich finde es wunderbar, dass das zustande gekommen ist", freut sich der erste Vorstand, Daniel Wolf, über die Präsenz seiner Musi kini-Bands im Rahmen des Festivals. Gleich zwei "Debütanten" konnte er an diesem Abend "ins Rennen" schicken: Die Poor Devils aus Untererthal sowie die Illustrators, die erst ihren zweiten Auftritt überhaupt absolvierten. Beide, so Wolf, würden nun das musikalische Portfolio des Vereins, der sich in dieser Saison vor allem der Nachwuchsarbeit verschrieben hat, deutlich erweitern und mit ihren jeweiligen Genres absolut den Nerv der Zeit treffen. Schon jetzt kündigte er zudem an, dass auch die Zusammenarbeit zwischen Rottershausen und Hammelburg selbstverständlich weitergehe.

Gemischtes Publikum

Doch bevor es auf zu neuen Taten geht, ziehen auch die "Lutzi"-Organisatoren erst einmal Bilanz. "Gerade die Bandauswahl, angefangen von Itchy Poopzkid oder Pollywogs auf der Rockstage, über Umse, Bengio oder auch Mundwerk Crew in der Hip Hop Area, bis hin zu Robin Sukroso in der E-Box, hat die der vorherigen Jahre weit übertroffen", sind sich Klaus Schmitt und Christian Stahl einig. Auch heuer wurden die mitunter obersten Ziele der Veranstaltung erreicht: Erneut bestach das Festival durch ein besonders gemischtes Publikum, aber auch durch unterschiedlichste Musikrichtungen, die für alle Rottershausener und ihre Gäste das Passende bereithielten.

"Das Organisationsteam, das die Lutzi schon die vergangenen vier Jahre auf die Beine gestellt hat, hat es auch in diesem Jahr wieder geschafft, ein erfolgreiches Festival zu stemmen", freuen sich Schmitt und Stahl nach getaner Arbeit. Nur durch das perfekte Zusammenspiel professioneller Techniker und jeder Menge ehrenamtlicher Helfer aus Rottershausen habe dieses Mammutprojekt so "durchgezogen" werden können. Doch auch für das Duo und seine Mannschaft heißt es nun "nach dem Festival" ist vor dem Festival. Schon jetzt können sich die "Lutzi"-Fans den 14. Juni 2014 vormerken. Mit welchen Acts Rottershausen dann überraschen wird, wollen die beiden noch nicht verraten. Nicole Oppelt




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