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Wittershausen
Heimatgeschichte

In Wittershausen wird gefeiert

Ein Buch zur mehr als 700-jährigen Dorfgeschichte haben Dr. Erwin Muth und Hans Dünninger verfasst. Am Wochenende wird das Ortsjubiläum begangen.
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Buchvorstellung 700 Wittershausen, die Autoren Hans Dünninger (links) und Dr. Erwin Muth  Foto: Sell
Buchvorstellung 700 Wittershausen, die Autoren Hans Dünninger (links) und Dr. Erwin Muth Foto: Sell
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Recherchieren sei sein großes Hobby, erklärt Dr. Erwin Muth. Er ist einer der beiden Autoren des Buches "Wittershausen - 700 Jahre und mehr, Anfänge und Gegenwart eines fränkischen Dorfes".
"Ich habe mich in den Ort Wittershausen verliebt, es hat doch eine einmalige Lage, ringsherum nur von herrlichem Wald umgeben, man schmeckt förmlich die gesunde Waldluft, - und die Menschen haben mich und meine Frau schnell gut aufgenommen", so Dr. Erwin Muth.
Der im Jahre 1935 geborene Naturwissenschaftler und Historiker lebt seit gut 20 Jahren in Wittershausen. Nach seiner beruflichen Tätigkeit in der chemischen Industrie studierte er in Würzburg Geschichte und Vor- und Frühgeschichte Archäologie.
Von Dr. Muth stammen zahlreiche Publikationen zur Geschichte der Abtei Münsterschwarzach und ihrer historischen Bedeutung für die fränkische Region.
Nicht viel weniger aktiv in Sachen Recherchen ist der zweite Autor des Buches, Hans Dünninger. Ende Januar beendete der studierte Agraringenieur und zum Landwirtschaftsrat beförderte Dünninger seinen aktiven Dienst beim Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten in Bad Neustadt. Neben dem Buch zur 700-jährigen Dorfgeschichte ist er in einem weiteren Buchprojekt den Soldatenschicksalen des Ortes aus den Weltkriegen auf der Spur.
Viel Recherchearbeit, besonders zum Kirchenneubau im Jahre 1957 leistete der inzwischen verstorbene Lehrer des Ortes, Gottfried Hönlinger.
Wenn man dieses 76-seitige Buch liest, kann man sich gut vorstellen, wie abwechslungsreich, wie vielfältig und wie sehr von den Sorgen und Nöten ihrer Zeit, das Leben der Menschen früher geprägt war, so Vorsitzender Bruno Geiger vom örtlichen Obst- und Gartenbauverein und Herausgeber des Buches.


Erste Nennung des Ortes

Meistens sind die Jahre der ersten Erwähnung schon lange erforscht und von heimatbewussten Lehrern bekannt gemacht worden.
So auch bei den Bewohnern in Wittershausen, wo frühere Lehrer in der Dorfschule im Unterrichtsfach "Heimatkundlichen Stoff- und Beispielsammlung" bis weit in die sechziger Jahre auf ein 700-jähriges Dorfjubiläum im Jahre 2017 beharrten und dies auch schriftlich fixierten.
Neue Recherchen eines Würzburger Archivars haben aber ergeben, dass der Ort mit größter Wahrscheinlichkeit um einige Jahre älter ist.
Da der tiefere Sinn von Jubiläen aber weniger ein reiner "Zahlenkult" ist, sondern vor allem ein Mittel der Identifikation der Bürger mit ihrem Heimatort, sieht man in Wittershausen keine Schwierigkeiten, das Jubiläum einige Jahre später nachzuholen. Ein geeigneter Anlass dazu ist obendrein die Einweihung der frisch renovierten alten Schule und das 60-jährige Kirchenjubiläum.
Historische Quellen sind im ältesten Lehenbuch des Hochstifts Würzburg verzeichnet und diese nennen im Jahre 1303-1313 den Ort Witrichhusen.
Doch sagt die erste Nennung eines Ortsnamens nichts darüber, wann ein Ort gegründet wurde. Dies geschah in fast allen Fällen viele Jahre früher, ja sogar Jahrhunderte früher. Und somit wird es doch ein kleines Geheimnis bleiben, wie bei den meisten kleineren Orten, wann die Gründung von Wittershausen tatsächlich war.
Bei der jüngsten Info-Veranstaltung zum bevorstehenden Jubiläumsfest vom 16. bis 19. Juni im bis auf dem letzten Platz gefüllten Feuerwehr- und Musikerheim, wurde neben dem Buch "700 Jahre Wittershausen und mehr", über den Stand der Vorbereitungen und das Festprogramm selbst informiert.
Über 200 Helfer werden versuchen, das viertägige Jubiläumsfest vom 16. bis 19. Juni des knapp über 500 Einwohner zählenden Dorfes bestens über die Bühne zu bekommen. Auch die Kinder des Ortes sind beim Basteln der Schmuckutensilien aktiv für das große Fest eingespannt. In neuem Glanz erstrahlt rechtzeitig zum Fest das renovierte Schulgebäude, in dem sich die Besucher bei einer Fotoausstellung und Filmvorführung über die Historie von Wittershausen informieren können. In diesem Zusammenhang richtete Ortssprecher Elmar Sell den Appell an die Bürger des Ortskerns, ihre Anwesen in punkto Sauberkeit und Ordnung den letzten Feinschliff zu geben. Wittershausen möchte sich dem breiten Publikum nicht nur im Hinblick auf das vielfältige Programm von seiner besten Seite präsentieren, so der Ortssprecher weiter.
"Vereint wollen wir die Geschichte der Entstehung und Entwicklung unseres Dorfes und deren Gemeinschaft feiern, und bekanntlich geht die Liebe auch durch den Magen. Genau das bietet uns den perfekten Anlass, in einem gemeinsamen ,Dorfkochbuch' unsere Heimatliebe auszudrücken", so Carina Straub, die mit weiteren Damen das 700 Jahre Kochbuch ins Leben rief. Das Buch kann ab sofort unter www.wittershausen.com vorbestellt werden.


Das Festprogramm

Start Das Dorf feiert vom 16. bis 19 Juni. Los geht es am Freitag, 16. Juni um 19 Uhr mit dem Jugendbandfestival "Rock im Zelt", dem bisher größten Jugendprojekt der Allianz Kissinger Bogen. Am Samstag, 17. Juni, erfolgt ab 12 Uhr der offizielle Bieranstich durch Schirmherrin Ganna Kravchenko. Von 12 bis 18 Uhr findet im Ortskern ein Buntes Treiben mit vielen Attraktionen, Ausstellungen, Vorführungen und Selbstvermarktern statt. Kulinarisch werden die Gäste im "Wilderer Eck" mit Spezialitäten aus Fluss und Wald verwöhnt. Traditionelle Speisen gibt es in "Omas Küche". Die Kinder können mit dem Rhönkäppchen auf Schatzsuche gehen, es gibt eine Hüpfburg und einen Streichelzoo. Für die musikalische Umrahmung in den Gassen und Straßen sorgt die Gruppe "Ziiech Sepp". Ab 19 Uhr spielen die Obererthaler Musikanten im Festzelt.

Kirchenparade
Mit der Kirchenparade um 8.30 Uhr und dem Festgottesdienst mit Einweihung der renovierten Schule um 9 Uhr, die von Domkapitular Msgr. Dietrich Seidel und Dr. Blaise Okpanachi, unterstützt von der Gruppe "Pusteblume" feierlich, zelebriert wird, beginnt das Programm am Sonntag, 18. Juni. Buntes Treiben mit vielen Attraktionen, Ausstellungen und Vorführungen heißt es wieder im Ortskern von 12 bis 18 Uhr. Highlight ist das Kirchenkonzert mit Kammersänger Guy Ramon, begleitet von Martin Lehnert am Klavier, um 15 Uhr in der Sankt Georgs-Kirche. Auch Jagdhornbläser und die Gruppe "Warümned" sorgen für musikalische Akzente im Ortskern. Hoch hinaus geht es mit einem Baukran. Heimatmusik ist mit den "Rhöner Rucksackmusikanten" um 17 Uhr im Festzelt angesagt.
Eine Kirchenführung für Senioren gibt es um 14 Uhr am Montag, 19. Juni. Die Marktgemeinde Oberthulba setzt dazu Busse ein. Um 15 Uhr Seniorennachmittag im Festzelt. Mit Kesselfleischessen und dem Musikverein Oberthulba klingt das Jubiläumsfest aus. Festprogramm: www.wittershausen.com

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