Bad Kissingen
Stadtteilspaziergang

In Winkels ist die Welt in Ordnung

Eigentlich ist alles da, nur die Dorfwirtschaft fehlt.
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Nur in kleiner Runde saßen Planer und Einwohner in Winkels zusammen. Nur zwei Winkelser waren gekommen. Foto: Sigismund von Dobschütz
Nur in kleiner Runde saßen Planer und Einwohner in Winkels zusammen. Nur zwei Winkelser waren gekommen. Foto: Sigismund von Dobschütz
Lag es an der brütenden Hitze? Oder sind tatsächlich alle Winkelser mit ihrem Stadtteil zufrieden? Nur zwei Einwohner waren am Dienstag der Einladung des Rathauses zum Stadtteilspaziergang mit städtischen und von der Stadt beauftragten Stadtplanern gefolgt. Auf einen Rundgang wurde verzichtet. Die wenigen zuvor in einer Fragebogenaktion gesammelten Verbesserungswünsche wurden aber besprochen.


"Die Winkelser sind zufrieden"

Eigentlich sahen sich nicht einmal die zwei anwesenden Ortsteilbewohner als "typische Winkelser Bürger", sondern in ihren Funktionen als Stadtrat (Wolfgang Speyer) und Pfarrgemeinderat (Michael Renninger) eher als Delegierte zweier Gremien. Doch angesichts fehlender Einwohner übernahmen sie nun deren Vertretung. "Die Winkelser sind zufrieden", eröffnete Renninger die Diskussion. "Eigentlich hat Winkels jetzt alles." Vom Spielplatz über den Dorfplatz bis zum neuen Sportplatz sei alles vorhanden. "Sogar ein neues Feuerwehrauto haben wir."
Natürlich fiel beiden manches Verbesserungswürdige ein. Doch handelte es sich dabei um Maßnahmen, die ausschließlich in den Aufgabenbereich der Stadt fallen, nicht aber in das geplante und geförderte Gemeindeentwicklungskonzept gehören, das für die Stadtteile in Angriff genommen wurde.
Die Richtlinien zur Erarbeitung "struktureller Maßnahmen zur Aufwertung der Stadtteile" beschrieben deshalb die vom Rathaus beauftragten Stadtplaner Gunter Schramm (Planwerk, Nürnberg) und Nadja Christmann (Wittmann, Valier & Partner, Bamberg). "Unser Auftrag lautet: Wo wollen wir 2030 stehen", gab Bauamtsleiter Jan Voll den Zeitrahmen vor.
Oft genante Mängel wie das Loch in der Liebigstraße, die krumme Tischtennisplatte oder das sanierungsbedürftige Bushäuschen in der Händelstraße sind ärgerlich, gehören aber zu den normalen Pflegemaßnahmen der Stadt, können nicht Teil des Entwicklungsprojekts sein. Dasselbe gilt für die von Speyer gebrachten Hinweise auf die Sanierungsbedürftigkeit des Denkmals vor der Kirche oder die mangelhafte Verkehrssituation in der Händelstraße.
Doch selbst der konzeptionelle Hinweis der Jugend auf das Fehlen eines geeigneten Treffpunkts stieß bei Renninger auf wenig Verständnis: Jugendliche könnten sich doch im Feuerwehrhaus oder Sportverein treffen. "Ich sehe keinen Bedarf."


Der "Stern" hat zu

Mit großem Bedauern wurde allerdings auf das Fehlen einer Dorfwirtschaft hingewiesen, nachdem der Winkelser "Stern" aus Altersgründen geschlossen ist. Renninger: "Das war eine wirklich gute Wirtschaft."
Stadtplaner Gunter Schramm fordert dennoch alle Stadtteilbewohner auf: "Wenn Ihnen noch etwas zur strukturellen Verbesserung von Winkels einfällt, melden Sie Ihre Ideen dem städtischen Bauamt."
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