Bad Kissingen

Im Schloss und bei der Feuerwehr

Was tun, wenn die Eltern arbeiten müssen? Generationennetz und Arbeiterwohlfahrt bieten zwei Wochen lang eine Kinderbetreuung für Buben und Mädchen an.
Artikel drucken Artikel einbetten
Schloss Aschach besuchten die Kinder des Ferienprogramms des Generationenetzes und der Arbeiterwohlfahrt. In der Schlossmühle durften sie unter Anleitung von Museumspädagogin Susanne Bocklet (links im Hintergrund) Stofftaschen herstellen.  Foto: Dieter Britz
Schloss Aschach besuchten die Kinder des Ferienprogramms des Generationenetzes und der Arbeiterwohlfahrt. In der Schlossmühle durften sie unter Anleitung von Museumspädagogin Susanne Bocklet (links im Hintergrund) Stofftaschen herstellen. Foto: Dieter Britz
Für Buben und Mädchen können die Sommerferien nicht lang genug sein. Doch für viele Väter und Mütter werden die sechs Wochen, in denen ihre Sprösslinge nicht zur Schule gehen, jedes Jahr aufs neue zum Problem. Wohin mit dem Nachwuchs, wenn die Elterne arbeiten müssen und keine Oma oder kein Opa auf den Nachwuchs aufpassen kann?
Das Generationennetz des Landkreises Bad Kissingen bietet in Zusammenarbeit mit dem Ortsverein der Arbeiterwohlfahrt auch dieses Jahr wieder zwei Wochen lang eine Kinderbetreuung für Buben und Mädchen im Alter von sechs bis zehn Jahren an. Die Vorarbeiten und die Organisation hat Christine Müller (Münnerstadt) übernommen. "Unsere Aktion soll berufstätigen Müttern und Vätern helfen, während der Ferien eine Zeit lang ihre Kinder unterzubringen" sagt Christine Müller, "besonders von diesem Problem betroffen sind natürlich alleinerziehende Väter und Mütter."


20 Kinder pro Woche angemeldet

Schon im Frühjahr wurde die Aktion mit Handzetteln über die Schulen in Bad Kissingen und Umgebung bekannt gemacht, damit die Eltern frühzeitig Bescheid wussten und planen konnten. In der ersten und in der zweiten Woche sind jeweils rund 20 Kinder im Alter von sechs bis zehn Jahren dabei. Sie kommen nicht nur aus Bad Kissingen, sondern auch aus Nachbargemeinden. Ein Teil von ihnen wurde für beide Wochen angemeldet. Und einige waren schon 2015 dabei. "Mir hat es schon voriges Jahr gut gefallen und ich freue mich, dass meine Mutter mich wieder angemeldet hat" meint ein Bub. Kurzfristig waren am Montag noch auf den "Hilferuf" einer Mutter hin zu den 18 bereits angemeldeten Kinder zwei weitere hinzugekommen.
Ohne Hilfe von außen lässt sich so eine Ferienbetreuung natürlich nicht durchführen. Die Stadt Bad Kissingen hat dem Seniorennetz und der Arbeiterwohlfahrt Räume im Jukuz (Jugend- und Kulturzentrum) zur Verfügung gestellt. Dort und auf dem nahe gelegenen Aktivspielplatz findet das Programm statt.


Spiele und Ausflüge

Jeder Tag beginnt mit Freispielzeit und einem Morgenkreis. Malen, basteln, tanzen oder freies Spielen gehören auch zum Tagesablauf. Und natürlich werden auch einige interessante Einrichtungen in der Stadt besucht. In der ersten Woche ging es zum Roten Kreuz. Besonders interessant war natürlich Schloss Aschach in Bad Bocklet.
Hier wurden die Kinder von Museumspädagogin Susanne Bocklet empfangen, die sie zuerst ans Flachsbrennhaus führte und ihnen dann beim Rundgang durch das Volkskundemuseum vorführte, wie früher eine Küche ausgesehen hat oder welche Kleidung die Menschen trugen.
In der Schlossmühle durften die Kinder dann selbst aktiv werden. Mit Susanne Bocklet stempelten sie mit Holzmodels weiße Stofftaschen aus Leinen. Zum Schluss der Aktion hatte dann jedes Kind eine Tasche vor sich, verziert mit Eulen, Enten, Krokodilen oder Ornamenten in unterschiedlichen Farben. Und natürlich sahen danach auch die Hände der kleinen Künstler entsprechend aus. "Mir gefällt meine Tasche sehr, aber ich schenke sie meiner Mutter, die freut sich sicher" strahlte ein kleines Mädchen.
In der zweiten Woche wird wird die Feuerwehr in Bad Kissingen besucht, außerdem steht ein Ausflug oberen Saline auf dem Programm. Und ganz zum Schluss, am Freitag, 12. August, treffen sich alle Kinder mit ihren Eltern zum Abschlussfest.
Ein Team von drei Betreuerinnen kümmert sich intensiv um die Buben und Mädchen. Jana Müller und Steffi Schäfer waren schon letztes Jahr dabei, neu hinzugekommen ist Fabiola Föller. Alle drei haben mit Kindern zu tun oder machen gerade eine Ausbildung im sozialen Bereich. "Es macht uns einen Riesenspaß, aber anstrengend ist es natürlich schon"sagen sie übereinstimmend.


Ohne Spenden geht es nicht

Ohne Geld geht es natürlich auch nicht. Die Eltern zahlen pro Woche 60 Euro für ihre Kinder. Darin enthalten ist auch das Mittagessen im AFZ (Arbeitsförderungszentrum). Bei drei Kindern springt der Landkreis ein. Ansonsten unterstützen Banken, eine Unternehmerin sowie die Lionsclubs Bad Kissingen und Hammelburg die Aktion. "Ohne die Spenden könnten wir die Ferienbetreuung nicht machen" betont Christine Müller.

Kommentare (0)

was sagen sie zu diesem Thema?
jetzt anmelden jetzt registrieren