Nüdlingen

Im Märzen der Bauer...

Freunde der Volkslieder trafen sich im Pfarrsaal. Es herrschte eine nostalgische Stimmung.
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Edmund (rechts) und Toni Seller sorgen mit Gitarrenklängen zum Gesang für Stimmung. Fotos: Arthur Stollberger
Edmund (rechts) und Toni Seller sorgen mit Gitarrenklängen zum Gesang für Stimmung. Fotos: Arthur Stollberger
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"Singen ist gesund. Es produziert Glückshormone und wer singt, hat Glück bei den Frauen", sagt der froh gestimmte Hausener Edmund Seller, den die Kurgäste auch beim regelmäßigen Kurgastsingen in Bad Kissingen erleben können. Wie beim letzten Mal ist er mit seinem Sohn Toni gekommen. Beide Musiker verstehen es, die oft seit der Jugendzeit bekannten Liedtexte mit Gitarrenklängen zu verbinden und die Anwesenden wie gewünscht zum Mitsingen zu bewegen.
Dankbar werden dennoch die ausgegebenen Liederhefte zur Hand genommen. Das schafft Textsicherheit. Das Gemeinschaftsgefühl stellt sich sofort ein, als Edmund Seller das erste, etwas umgedichtete Lied "Im Märzen der Bauer den Traktor einspannt" intoniert.
Ein paar Worte zur Begrüßung sprechen Timo Mainberger, der Vorsitzende des Sportschützenvereins, sowie Liane Hofmann, die Seniorenbeauftragte der Gemeinde. Gern hätten sie mehr als die zwanzig Gäste begrüßt, die gekommen sind. Doch beim lange vermissten Sonnenschein haben wohl viele die Nachmittagsstunden im Freien bevorzugt. "Alle Vögel sind schon da" wird vom Publikum jetzt vorgeschlagen. Das passt toll zur Frühlingsstimmung. Edmund Seller fügt hinzu, dass der Text von Hoffmann von Fallersleben im 19. Jahrhundert verfasst wurde. Auch der Text der Nationalhymne wurde von ihm gedichtet.


Gesangsmarathon

Ein "Gesangsmarathon", bei dem 60 Lieder in nur vier Minuten in Erinnerung gerufen werden, bildet den Auftakt zu einem Wunschkonzert. Zu Bedginn kommt "Ein Jäger aus Kurpfalz", gefolgt von "Jetzt fahr'n wir über'n See", das sich Otto Jeger gewünscht hat. Neben fröhlichen Liedern werden auch besinnliche und nostalgische Lieder angestimmt. Die Erinnerung an die Heimat im Osten, aus der einige der Sangersfreunde nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs vertrieben wurden, wird zum Beispiel beim Lied "Hohe Tannen" wieder lebendig.


Lieder mit Rhythmus

Für Renate Felber, Witwe des im vergangenen Jahr verstorbenen Manfred Felber, der als Rudolf-Moshammer-Doppelgänger bekannt wurde, ist das Wirtshaussingen ein Teil der Trauerarbeit. Als sie von Seller gefragt wird, wie ihr als Frankfurterin das bayerisch-rhönerische Liedgut gefalle, sagt sie prompt: "Es gefällt mir sehr gut. Wir sind hier gut aufgenommen worden, und ich passe mich da an. Die Lieder sind rhythmisch und die Musik wunderbar."
Zu den "Ohrwürmern" der nächsten Minuten gehören sicher die Texte und Melodien des Kreuzberg- und des Rennsteigliedes.
Das Singen in froher Gemeinschaft hat die Erwartungen der Gäste erfüllt. Wäre das Frühlingswetter nicht gar so schön gewesen, hätte sich gewiss eine viel größere Gästeschar eingefunden.

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