Bad Kissingen

Ideensammlung für eine barrierefreie Stadt

"Selbstbestimmt durch unsere Stadt und durch das Leben" - so beschrieb Bernhard Schlereth das Ziel der Initiative "Bayern Barrierefrei 2023" für Bad Kissingen.
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Ideen zur Barrierefreiheit Bad Kissingens wurden jetzt bei der Öffentlichkeitsbeteiligung gesammelt.  Foto: Klaus Werner
Ideen zur Barrierefreiheit Bad Kissingens wurden jetzt bei der Öffentlichkeitsbeteiligung gesammelt. Foto: Klaus Werner
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Der Stadtratsbeauftragte für Menschen mit Behinderung war eine von 90 Personen, die ihre Ideen bei der Öffentlichkeitsbeteiligung für die Modellkommune Bad Kissingen einbrachten.

Mit Stolz darauf, dass Bad Kissingen eine von 16 bayrischen Modellkommunen für die Initiative ist, startete Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) die Veranstaltung.
Als ehrgeiziges Ziel der Landesregierung bewertete Daniela Kircher, Referentin der Regierung von Unterfranken, die Absicht, Bayern bis 2023 im öffentlichen Raum barrierefrei zu machen. Bis Ende des Jahres muss der Aktionsplan vorliegen.

Jeder Zehnte ist betroffen

Bernhard Schlereth ergänzte, dass "Barrierefreiheit kein Randthema ist, denn jeder zehnte Bundesbürger ist davon betroffen". In Verbindung mit temporärer Behinderung steige diese Zahl um das Drei- bis Vierfache. Für das Planungsbüro Holl (Würzburg) stellte Thomas Wieden die Schritte bis zum fertigen Aktionsplan vor. Man habe sich um Planungsunterlagen, Ortsbegehungen und Steckbriefe für einen "Bestands- und Mängelplan" gekümmert.

Eine Stoffsammlung

Christine Schwind, Stadt- und Verkehrsplanerin von Bad Kissingen, moderierte den Abend. Vier Gruppen bearbeiteten abgegrenzte Themengebiete. Am Anfang stand eine Stoffsammlung: Stadtplan mit Tipps für eingeschränkte Personen, eindeutige, gut lesbare Leitsysteme und Orientierungshilfen, ein guter Straßenbelag und ein öffentlicher Personennahverkehr, der durch Absenkung der Busse das leichtere Einsteigen fördert, wurden genannt. Auf der anderen Seite waren es bauliche Maßnahmen auf dem Berliner Platz, am Bahnhof und bei den Zugängen zu öffentlichen Gebäuden und Geschäften.

Man habe es nicht, so war man sich einig, mit einer homogenen Gruppe bei den Personen mit Handicap zu tun. Man müsse an Menschen mit Mobilitätseinschränkungen (Rollstuhlfahrer oder Rollator-Nutzer) ebenso denken wie an Sehbehinderte und Blinde (sinneseingeschränkt) sowie an Menschen mit geistigen oder psychischen Einschränkungen. Die Arbeitsgruppen leiteten Baudirektor Hermann Schober, Stadtplaner Wolfgang Russ, Thomas Wieden und Natascha Weigand (beide Büro Holl).

In der Präsentation nannte eine Gruppe kontrastreiche Treppen und Schilder, behindertengerechte öffentliche Toiletten sowie die Problematik der Verkaufsstände im Laufweg der Sehbehinderten. Auch die Möglichkeit, Stellplätze für Rollatoren zu schaffen, wurde genannt - ähnlich wie für Fahrräder.

Behindertengerechte Toiletten

Eine weitere Gruppe ging auf ein taktiles und visuelles Leitsystem ein, das deutliche Anfangs- und Endpunkte aufweisen müsse. Auch mehr Behindertenparkplätze wurden gefordert. Für Personen mit Mobilitäts- und Sinneseinschränkungen schlug die dritte Gruppe einen höhenverstellbaren Stadtplan mit Audio-Funktion vor. Die Gruppe plädierte für behindertengerechte Toiletten am Salinenparkplatz und Berliner Platz.

Bei der vierten Gruppe ging es zum Beispiel um den Bahnhof, der für Sehbehinderte nicht barrierefrei ist, sowie um die Höhe der aufgehängten Busfahrpläne, die für Sehbehinderte eine Gefahr darstellten.

Im Internet sollen auf der städtischen Seite die Ergebnisse des Abends als "Fotoprotokolle" eingestellt werden, sagte Christine Schwind zum Abschluss.

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