Wollbach bei Bad Kissingen
Ehrenamt

HvO-Team mit neuem Mobil

Fast 1 000 unentgeltliche Einsätze haben die Ersthelfer seit ihrer Gründung geleistet. Etwa 30 000 Euro Spenden haben sie bekommen. Jetzt wurde investiert.
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Bürgermeister Waldemar Bug und Ersthelfer Ariel Karwacki vom HvO-Team Markt Burkardroth enthüllen den neuen Einsatzwagen. Das Fahrzeug konnte angeschafft werden, da zahlreiche Firmen, Vereine, Gruppen und Privatleute dafür gespendet haben. Foto: Kathrin Kupka-Hahn
Bürgermeister Waldemar Bug und Ersthelfer Ariel Karwacki vom HvO-Team Markt Burkardroth enthüllen den neuen Einsatzwagen. Das Fahrzeug konnte angeschafft werden, da zahlreiche Firmen, Vereine, Gruppen und Privatleute dafür gespendet haben. Foto: Kathrin Kupka-Hahn
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Eigentlich sollte Berthold Voll ein paar Worte reden. Beim Helfer-vor-Ort-Fest, das am Sonntagnachmittag an der Wollbacher Feuerwehrhalle stattfand. Doch das Reden ist nicht sein Ding. Schon gar nicht vor so vielen Leuten. Das, was der Stangenrother zu sagen hat, macht er lieber persönlich - mit einem breiten Lächeln und einem festen Händedruck, ohne großes Aufsehen, dafür aber mit Herz. Dabei hatte dieses schon aufgehört zu schlagen - am Samstag, den 4. März.

Berthold Voll saß gegen halb acht Uhr abends mit seinem Sohn auf der Couch. Die Sportschau lief im Fernsehen. Plötzlich begann der 51-Jährige zu röcheln. "Er hatte die Augen verdreht und blaue Lippen", erinnert sich seine Frau Karola, die sofort reagierte. Sie zog ihren Mann vom Sofa herunter und begann mit einer Herzdruckmassage. "Das habe ich auf der Arbeit bei einem Ersthelfer-Kurs gelernt", erzählt sie.


Reanimation war erforderlich

Der Sohn verständigte den Rettungsdienst, half dann seiner Mutter. Innerhalb kürzester Zeit trafen die Rettungskräfte ein. Einer der ersten war Michael Roth, ein Rettungssanitäter des Helfer-vor-Ort-Teams (HvO) im Markt Burkardroth. "Mir war auf den ersten Blick klar, dass das keine Atembeschwerden waren, wie ursprünglich angenommen", erinnert sich der Waldfensterer. Gemeinsam mit dem Notarzt und zwei Sanitätern aus Langenleiten gelang es ihm, Voll zu reanimieren. Der hatte nämlich einen Hinterwandinfarkt erlitten. "Ohne Vorzeichen, aus heiterem Himmel", weiß der Betroffene heute. Tagelang kämpften die Ärzte im Krankenhaus um sein Leben - und gewannen.

Mittlerweile ist der Stangenrother wieder völlig fit, fährt Fahrrad, spielt im Musikverein, hat keine bleibenden Schäden davongetragen. "Es ist schön zu sehen, dass es Ihnen gut geht", sagt HvO-lerMichael Roth. Seit der Reanimation haben sich die beiden nicht wieder gesehen. Zwar hatte das Ehepaar Voll zum Dank ein kleines Grillfest für die Rettungskräfte und den Notarzt ausgerichtet, doch Roth war zu diesem Termin verhindert. "Um ihn persönlich zu treffen, sind wir heute zum HvO-Fest gekommen", verrät Karola Voll. Mit diesem Fest, wollten sich die ehrenamtlichen Ersthelfer bei den Bewohnern des Marktes Burkardroth für ihre großzügigen Spenden bedanken. "Mehr als 30 000 Euro sind in den vergangenen sieben Jahren zusammengekommen", erklärt Manuel Vorndran.


Neues Fahrzeug nur geleast

Der Waldfensterer hat das HvO-Team 2009 mitgegründet und leitet es. Zudem ist er Bindeglied zum Kreisverband des Bayerischen Roten Kreuzes, bei dem er hauptamtlich als Rettungssanitäter angestellt ist. Gespendet haben außer Firmen und Privatleuten auch zahlreiche Vereine und Gruppen aus der Großgemeinde. "Es wurden viele ehrenamtliche Stunden geleistet, um ein ehrenamtliches Projekt zu unterstützen. Da bleibt mir nur, Danke zu sagen", hob Vorndran in seiner Festrede hervor. Von den Spenden konnte das HvO-Team nun einen neuen Einsatzwagen anschaffen - mit Allradantrieb.

"Wir haben ihn für vier Jahre geleast", erklärt Vorndran. Das sei die wirtschaftlichste Variante. Schließlich habe allein der Umbau zum Einsatzwagen rund 10 000 Euro gekostet. "Mehr als einen Kilometer zusätzliche Kabel wurden dabei verbaut", weiß Ariel Karwacki, der den Festgästen die besondere Ausstattung des Fahrzeugs erläuterte. Von den Spendengeldern wird auch der Unterhalt des Wagens finanziert werden. Dazu zählen Spritkosten, Winterreifen, Inspektionen und so weiter. "Außerdem weiß niemand, was in vier Jahren ist, ob es das HvO-Team in dieser Form noch geben wird", nennt Vorndran weitere Vorteile des Leasings.

Von den Festgästen gab es viel Lob für die Arbeit des HvO-Teams. Alexander Siebel vom BRK-Kreisverband bescheinigte den Rhönern einen besonderen Spleen zur Gemeinnützigkeit. "Auf diese Mannschaft kann man sich verlassen", sagte Bürgermeister Waldemar Bug (ödp) und überreichte ein Kuvert für die ersten Spritfüllungen. Der Landtagsabgeordnete Sandro Kirchner (CSU) forderte die Politik auf, für bessere Rahmenbedingungen zu sorgen.
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