Albertshausen bei Bad Kissingen
Geburtstag

Horst Gabler feiert seinen 90. Geburtstag im Kreise seiner Großfamilie

Horst Gabler ist 90 Jahre alt. Er war immer sehr sportlich und hat bis zu seinem 52. Lebensjahr Fußball gespielt.
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Geburtstagskind Horst Gabler (90) mit seinem jüngsten Urenkel Fabio (5 Monate).  Foto: Sigismund v. Dobschütz
Geburtstagskind Horst Gabler (90) mit seinem jüngsten Urenkel Fabio (5 Monate). Foto: Sigismund v. Dobschütz
Seinen 90. Geburtstag feierte am Sonntag Horst Gabler aus Albertshausen im Kreis seiner Großfamilie. Stolz saß der Senior im Gasthaus am Kopf der langen Tafel, hörte den Jüngeren aufmerksam zu, erzählte aber auch selbst gern aus seinen Erinnerungen.

Seine Familie stammte aus Oberschlesien, wo Horst Gabler am 19. März 1927 in Oppeln geboren wurde. Aufgewachsen ist er bei seinen Großeltern. In den letzten Kriegsmonaten kam der Siebzehnjährige erst zum Arbeitsdienst, ein Jahr später "musste ich als Soldat in Oppeln russische Panzer knacken". Kriegsende und die Monate danach blieb er noch in Oberschlesien, floh dann aber 1946 allein in den Westen und landete am 17. April im Durchgangslager Friedland (Niedersachsen). Einen Monat später bezog er als Neunzehnjähriger, auf sich gestellt und fern seiner Heimat, am 15. Mai die ihm zugewiesene Unterkunft in Burkardroth.

"Es war für mich damals eine sehr schwierige Zeit", erinnert sich der 90-Jährige noch lebhaft an seine ersten Jahre im Westen. "Als Flüchtling bekam man kaum eine Wohnung und keine Arbeit."

Doch kaum war er nach Stangenroth umgezogen, verliebte er sich dort in die Landwirtstochter Hilde. "Ich musste um sie hart kämpfen." Denn Hildes Mutter wollte ihre Tochter lieber mit einem Landwirtssohn verheiratet wissen, als mit diesem besitzlosen Flüchtling aus dem fernen Osten. Doch Horst Gabler kämpfte um seine Hilde - und gewann: 1949 war endlich Hochzeit.


Bald kommt der zwölfte Urenkel

Siegreiche Wettkämpfe gab es für Gabler auch in seinem späteren Sportlerleben. Schon 1946 spielte er als Torwart beim TSV Wollbach in der Kreisliga. Erst 1979 gab er als 52-Jähriger das aktive Fußballspiel beim SV Albertshausen auf, wo er sich 1973 nach weiteren Umzügen über Rottershausen, Hohn und Hausen endlich mit seiner Familie für immer niederließ. Fragt man ihn heute nach seinem Lieblingsclub, nennt er nicht etwa die Bayern oder den Club, sondern Eintracht Frankfurt. "Das waren doch die ersten, die international Beachtung fanden."

Tagsüber arbeitete der gelernte Maschinenschlosser bei wechselnden Baufirmen. Seit 1966 war er zuletzt elf Jahre lang bis 1987 Hausmeister in der Villa Thea in Bad Kissingen. Doch nach Feierabend stand der Sport im Mittelpunkt. Noch heute fiebert der 90-Jährige bei Sportübertragungen im Fernsehen mit. Enkel Karsten Scheuring hat ihm extra den Bezahlsender Sky eingerichtet, damit der Opa nichts verpasst.

Weitere Sportnachrichten findet er täglich in der Saale-Zeitung, die er seit 1963 abonniert hat. Viele Tipps und interessante Ratschläge habe er seitdem der Heimatzeitung zu verdanken - egal ob Stellenangebote, Wohnungsanzeigen oder wichtige Fachartikel wie über Versicherungen. "Die Saale-Zeitung hat mir oft im Leben geholfen."
Heute lebt Gabler in einer eigenen Wohnung bei Tochter Herlinde Scheuring und hat Zeit, zurück zu blicken und über sein langes Leben nachzudenken. "Das größte Glück war meine Frau." Hilde Gabler starb 2011 im Alter von 82 Jahren. Doch dem Witwer blieb seine Großfamilie mit zwei Töchtern und drei Söhnen, sechs Enkelkindern und - zur Zeit noch - elf Urenkel. Denn: "In Kürze ist das Dutzend voll."

Für die Zukunft wünscht sich der frühere Sportler, "dass ich bald wieder laufen kann". Denn seit seinem Sturz muss er ihm Rollstuhl sitzen. Doch sonst ist er "mit allem ganz zufrieden". Vielleicht nur noch ein Wunsch: "Dass ich noch ein paar Jahre leben darf."
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