Eingeschlagen werden sollten 12 000 Festmeter (fm) Holz, mit 11 966 fm gelang "beinahe eine Punktlandung", so Wilm. Verkauft wurden 8689 fm, während sich das nicht aufgearbeitete, sogenannte NH-Holz auf 2607 fm summierte. Ob aus dem NH-Holz nicht auch Hackschnitzel hergestellt werden können, wollte Georg Schuler, Ortssprecher von Untereschenbach, wissen. Hubertus Tumpach vom städtischen Forstbetrieb erklärte, die Kosten würden den Erlös auffressen. Außerdem werde aus dem Holz, das im Wald liegen bleibe, Humus, was für das Wachstum der Bäume wichtig sei.
Die Summe der Einnahmen im vorigen Jahr bezifferte Wilm auf gut 550 000 Euro. Geplant waren rund 190 000 Euro weniger. Als Grund für den unerwarteten Geldsegen nannte er die relativ hohen Holzpreise, insbesondere bei Fichtenholz. "Wir haben unser Potenzial bei der Fichte nun aber weitgehend ausgeschöpft", erklärte der Forstoberrat. Von den gut 200 000 Euro, die unterm Strich übrig bleiben, soll die Hälfte in die Forstrücklage eingestellt werden. Für das laufende Jahr sind die Einnahmen mit knapp 390 000 Euro wieder deutlich niedriger angesetzt. Grund sind die rückläufigen Holzpreise. Auch heuer sollen wieder rund 12 000 Festmeter eingeschlagen werden.
CSU-Stadtrat Stefan Seufert wies darauf hin, dass es nach dem Einsatz von Harvestern (Vollerntern) im Wald aussehe wie nach einer Bundeswehrübung mit schweren Kettenfahrzeugen. Hubertus Tumpach entgegnete, dass nach einiger Zeit hiervon nichts mehr zu sehen sei. Auf den heimischen Muschelkalkböden dauere es möglicherweise etwas länger, aber nach vier bis fünf Jahren wachse wieder alles zu.
2. Bürgermeister Reimar Glückler (CBB) wunderte sich über die starke Abweichung zwischen den geplanten und den tatsächlichen Zahlen. Er frage sich, ob unter diesen Umständen Planung überhaupt Sinn mache. Klaus Wilm erläuterte, dass die Preise vor allem durch die Holzindustrie bestimmt würden und der Verhandlungsspielraum gering sei.
Glückler wollte zudem wissen, wieso Nachbargemeinden jedes Jahr ein sattes Plus mit ihrem Wald erwirtschafteten, während Hammelburg mit seinen über 2000 Hektar Betriebsfläche nur bei 30 000 bis 40 000 Euro lande. Ein Argument des Forsts sei bislang gewesen, dass der Wegebau vernachlässigt worden sei. Nun habe die Stadt in den vergangenen Jahren aber viel Geld in den Wegebau investiert, doch die Ergebnisse seien nicht besser geworden.
Klaus Wilm führte zur Erklärung den Gemeindewald Fuchsstadt an. Dort gebe es deutlich mehr Buchen, einen höheren Stammholzanteil, generell bessere Standorte. "Und das ist das Ergebnis einer Planung von 100 Jahren", machte der Fachmann deutlich. Auch die Investitionen in den Wegebau wirkten sich erst langfristig aus. "Wenn vor 50 Jahren der Wegebau verstärkt worden wäre, dann hätten wir jetzt bessere Standorte", machte Wilm deutlich.
Auch SPD-Fraktionssprecher Reinhard Schaupp unterstrich, dass bei der Waldwirtschaft "in Generationen" gedacht werden müsse. Nachhaltigkeit sei überdies wichtiger als ein kurzfristiger ökonomischer Gewinn.
Viel Geld soll in diesem Jahr in den Wegebau fließen. Gut 281 000 Euro sind für drei Projekte eingeplant, wobei von der Stadt nach Abzug der Fördermittel rund 196 000 Euro zu schultern sind. Der Besenstielweg in der Gemarkung Morlesau soll 1,26 Kilometer lang werden. In der Gemarkung Hammelburg stehen der Geilesbergweg mit 1,16 Kilometer und der Theresientalweg mit 0,7 Kilometern an.
Auch eine personelle Verstärkung des Betriebs ist vorgesehen. Wie Bürgermeister Ernst Stross (SPD) informierte, soll ein Forstwirtschaftsmeister eingestellt werden. Bei längerer Krankheit oder Urlaub von Mitarbeitern seien die vielen Aufgaben kaum noch zu bewältigen gewesen, erklärte der Stadtchef.