Ebenhausen
Tradition

Hochwasser im Portemonnaie

Der FCSH Ebenhausen pflegt seit 44 Jahren den Brauch des Geldbeutelwaschen. Damit soll der Fasching verabschiedet und ein Neuanfang signalisiert werden.
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Auf dem Schlossplatz richtete der Faschingsclub zum 44. Mal am Aschermittwoch eine Geldbeutelwäsche aus. Auf unserem Foto spülen von links Gemeinderätin Karin Haut, Ortsreferent Benedikt Kessler und Maria Schöler vom Pfarrgemeinderat ihren Geldbeutel sauber.  Foto: Stefan Geiger
Auf dem Schlossplatz richtete der Faschingsclub zum 44. Mal am Aschermittwoch eine Geldbeutelwäsche aus. Auf unserem Foto spülen von links Gemeinderätin Karin Haut, Ortsreferent Benedikt Kessler und Maria Schöler vom Pfarrgemeinderat ihren Geldbeutel sauber. Foto: Stefan Geiger
Zum 44. Mal richtete der Faschingsclub FCSH Ebenhausen am Aschermittwoch eine Geldbeutelwäsche aus. Diesmal kommt der Erlös der katholischen Kirchenstiftung als Beitrag für die dringend erforderliche Orgelsanierung zugute.

Der Verein, vor 51 Jahren gegründet, hat sich von Beginn an neben der Pflege der Faschingsbräuche dem Dienst an der Allgemeinheit verschrieben.
In den ersten Jahren entstand ein Kinderspielplatz am Ende der Brückenstraße, die damals vom Verein und von der Gemeinde ausgebaut wurde, um das Wohngebiet zu erschließen. Außerdem betreut der FCSH das Heimatmuseum und bietet in Spielmannszug und Garden eine nachhaltige Jugendarbeit.


Einstieg in die Fastenzeit

Schon bald kam die Geldbeutelwäsche als neue Idee im Dorf dazu. In manchen Regionen wie am Bodensee oder in Oberfranken wird dieser Brauch viel älter und wird dementsprechend in größerem Rahmen begangen als Abschied von ausgelassener Heiterkeit und Einstieg in die ruhige Fastenzeit. Die Teilnehmer tragen Trauerkleidung mit Frack und Zylinder sowie Laternen. Wehmütige Musik verstärkt die Stimmung.

Auf diese äußeren Zeichen verzichtet der FCSH, hält aber am Kern der Botschaft fest: am Aschermittwoch sich vom Bisherigen trennen und einen Neubeginn starten, symbolisch das "alte Geld" wegwaschen, den Geldbeutel reinigen und Platz für "neues Geld" machen.

Für den Brauch hat der Verein einen eigenen Brunnen gebaut. Am Schlossplatz wird er ans Netz angeschlossen, um mit frischem Wasser die Geldbeutel, die der FCSH zur Verfügung stellt, rein zu waschen. 30 Personen - vorrangig Mitarbeiter der Caritas-Sozialstation Oerlenbach, die zuvor mehrmals unterstützt wurde, und von der Kirchengemeinde - machten mit und folgten der Bitte "Ist der Geldbeutel auch fast leer, gebt alle gerne noch was her!". Die Ortsbewohner beteiligten sich sehr zurückhaltend.


Eigens einen Brunnen gebaut

Die Aktion leitete Matthias Besler vom FCSH-Sitzungspräsidium. Ortsreferent Benedikt Kessler lobte die Initiative, die den Verein mit seiner gemeinnützigen Haltung auszeichne. Zum Sprecher der Kirchengemeinde machte sich Organist Johannes Kessler, der die Sorgen um die Orgel verdeutlichte. Ein Gutachten liege vor. Neben Reinigung und Reparaturen verursache vor allem die elektrische Versorgung der Pfeifen hohe Kosten; denn diese müssten einzeln angesteuert und gemäß der VDE-Normen dem Brandschutz gerecht werden. "Für die Hilfe des FCSH danken wir sehr. Sie ist Beitrag, die große Aufgabe bestreiten zu können."

Im Trog sammelten sich viele Münzen, darunter auch sieben Pfennige. Zusammen kamen über 281 Euro, die der FCSH auf 350 Euro aufstockte und der Kirchenstiftung überreichen wird. Mit einem gemeinsamen Heringsessen in der Übungshalle des Vereins klang die Geldbeutelwäsche aus.


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