Hammelburg
Ministranten-Weltmeisterschaft

Hochstapler bei der WM

Minis aus dem Landkreis Bad Kissingen stellten sich Aufgaben wie Gotteslob auftürmen oder Weitwurf mit Weihrauchfässchen.
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Die Gruppe mit der Franken-Fahne holte den Pokal bei der Mini-WM. Fotos: Gerd Schaar
Die Gruppe mit der Franken-Fahne holte den Pokal bei der Mini-WM. Fotos: Gerd Schaar
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Die Ministrantengruppe mit der Frankenfahne hat bei der ersten Mini-WM in Hammelburg gewonnen. Rund 140 Kinder und Jugendliche aus 20 Kirchengemeinden des Landkreises Bad Kissingenhaben sich in Geschicklichkeit, Spürsinn und Intuition auf elf Stationen gemessen. "Diese Weltmeisterschaft ist eine Premiere in Hammelburg", verrät Initiator Pfarrer Thomas Eschenbacher. Ähnlich wie bei einer Fußball-WM zeigten die teilnehmenden Gruppen stolz Flagge.
Oft kam das katholische Gotteslob-Liederbuch zum praktischen Einsatz. Freilich auch zum schnellen Nachschlagen der Lieder bei der Challenge. Das Gotteslob diente aber ebenfalls als Tischtennisschläger und als Material zum Turmbau. Es waren durchgewalkte alte Exemplare, die aus dem normalen Gebrauch entfernt waren. Mehr als 28 Liederbücher übereinander zu schichten, schaffte keiner. Aber auch das schwere Messbuch musste gestemmt werden.
Beim Schellenlauf durfte die Glocke nicht erklingen, sonst gab es Abzugspunkte. Das Weihrauchfässchen an der Kette sollte möglichst weit geworfen werden. Der Rekord lag bei 24 Metern. Bibelrätsel waren zu beantworten und Bibelstellen wurden vor der Videokamera gespielt. Statt einer Weinprobe gab es für die Jugend eine Saftprobe. Und statt eines Blind-Date gab es für die Minis einen Blind-Kick mit verbundenen Augen vor der Fußball-Torwand. "Wir finden es gut, dass wir bunt gemischt antreten und so andere Ministranten aus dem gesamten Landkreis kennen lernen", tönte es aus den Gruppen.
Das Besondere war nämlich, dass die Mitglieder einer Gruppe nicht aus einem Ort oder einer Pfarrgemeinde kamen sondern per Zufallswahl gemischt wurden. Die den Gruppen zugeordneten Länderfahnen stammen aus dem Fundus des Pfarrers, der vor seiner Hammelburger Zeit Jugendpfarrer der Diözese Würzburg war. Sein Nachfolger ist seit einem Jahr Stefan Michelberger. Letzterer hielt den anschließenden Abendgottesdienst und stellte dort die neue Jugendreferentin Anna Marx vor.
Marx ist jetzt für die Regionalstelle der kirchlichen Jugendarbeit im Landkreis Bad Kissingen tätig. "Mich motiviert die Jugendarbeit", verrät Marx, die ihr Theologiestudium schon in der Tasche hat. Sie vermittle gerne ein positives Weltbild, so wie sie dieses in ihrer Jugend erfahren habe.
"Ich freue mich, jetzt wieder mal nach Hammelburg zu kommen und Freunde zu treffen", erinnert sich Michelberger gern an seine Hammelburger Kaplanzeit. "Als ich von der Autobahn runter fuhr, kamen gewissermaßen Heimatgefühle in mir auf", verrät er. Mittlerweile ist er in Würzburg daheim. "Mein Arbeitsplatz ist im Kilianeum, dem Haus der Jugend", sagt Michelberger.
Zu Beginn des Gottesdienstes kam ein Fußball zum Einsatz, auf dem motivierende Texte standen. Einige Ministranten spielten Marx diesen Ball im Kirchenschiff zu. Musikalisch begleitet wurde der Gottesdienst von der Gruppe Projekt-Heaven aus Elfershausen. Zum Schluss stellten sich die Minis in vier auf dem Kirchplatz aufgemalte Sterne. Es waren die symbolischen Sterne der WM.


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