Freilich brauchten die Mädchen und Jungen auch eine Schulkleidung. "Eine Schneiderin aus dem Ort hat die Kleidung genäht, die den Kindern am ersten Schultag ausgehändigt wurde", erklärte Uwe Tobaben. Außerdem erhielt jedes Kind ein Paar Schuhe, die aus den Hammelburger Spenden stammten.

Arbeitsplätze geschaffen


Auch neue Arbeitsplätze wurden durch das Hilfsprojekt geschaffen. Inzwischen haben neben dem Wächter eine Köchin und zwei Lehrerinnen eine feste Anstellung gefunden. Zudem kann sich eine Schneiderin hin und wieder ein Zubrot verdienen, wenn sie die Schulkleidung näht und Stoffsäckchen in jeder gewünschten Größe aus bunten afrikanischen Stoffen.
Die erste kleine Überraschung gab es für die Hammelburger schon am ersten Tag. "Anstelle der 65 angemeldeten Kinder sind weit über 100 erschienen. Da die Räume aber nicht soviel Platz bieten, mussten die zusätzlichen Kinder wieder weggeschickt werden", bedauerte der Mitarbeiter der Afrika Hilfe. Nach der Visite pendelte sich die Zahl bei 59 Kindern ein, die regelmäßig die Einrichtung besuchen.
Zum Teil kommen sie alleine aus dem Busch, wobei sie bis zu zwei Kilometer zu Fuß zurücklegen, zum Teil werden mehrere von einer Mutter begleitet. "Es war ein schönes Gefühl, als die Eltern der Kinder persönlich vorbei kamen, um sich bei uns für unser Engagement zu bedanken", freute sich Uwe Tobaben.
Der Schultag beginnt mit ein paar Leibesübungen und Singen. Dann wird das Alphabet gelernt, ganz so, wie es viele noch von früher kennen. Jeden Tag steht ein neuer Buchstabe auf dem Programm. In der Pause bekommen die Kinder einen nahrhaften Maisbrei namens "uji". Dann haben sie eine halbe Stunde Zeit, um sich an den Schaukeln und Klettergerüsten zu vergnügen. Anschließend geht das Lernen weiter bis circa 13 Uhr.
Viel Spaß machte den Kleinen das Experimentieren mit Wasserfarben. "Wir bemalten die Hände mit den Farben und nahmen einen Abdruck auf Papier. Dies war etwas völlig Neues für sie. Bei den Ersten löste es sogar großes Entsetzen und Tränen aus, bis sie gesehen haben, dass die Farben mit Wasser sehr schnell wieder zu entfernen sind", erzählt der Hammelburger. Danach ging es aber mit umso größerer Begeisterung wieder ans Werk.

Familien legten Felder an


Um den Kindergarten langfristig auf eigene Beine zu stellen, bedarf es noch einiger Schritte. Bereits im Februar wurde das Nachbargrundstück erworben. Während der noch andauernden Regenzeit legten Väter, Mütter und Kinder hier Felder an. Aus den im August angesetzten Papaya und Bananen sind schon stattliche, bis zu drei Meter hohe Pflanzen geworden. "An den Papaya hängen schon die ersten Früchte", hat Tobaben gesehen.
Für ein Nebengebäude ist das Fundament bereits gemauert. Im August wollen sich wieder drei Hammelburger auf den Weg machen, um bei der Fertigstellung zu helfen. Außerdem gilt es, einen Wasserturm zu bauen, der 5000 Liter fassen kann. "Damit soll die Versorgung der Küche, der Wohngebäude für die Lehrer und die Bewässerung der Felder gesichert werden", erläuterte der ehrenamtliche Entwicklungshelfer.
Von zentraler Bedeutung ist die langfristige Finanzierung des Betriebes. Wer helfen will, kann mit 50 Euro pro Jahr eine Patenschaft für ein Kind über zwei oder drei Jahre übernehmen. "Für 34 der 59 Kinder haben wir schon einen Paten oder eine Patin gefunden", freute sich der Hammelburger. Alle Informationen hierzu sind auf der Website www.afrika-hilfe-franken.de unter den Punkten Chronik, Kiparan'ganda und Patenschaften zu finden. "Für den Kindergarten benötigen wir auch ein Laptop, um die Verwaltung zu vereinfachen und die wöchentlichen Berichte zu erstellen", hofft Tobaben auf einen Spender aus Hammelburg.