Haard
Wettbewerb

Highland-Games in Haard: Hosen verboten - jetzt anmelden

Wenn Baumstämme und Strohsäcke durch die Luft fliegen, ist es soweit: Die "Höörder Highland Games" gehen in die erste Runde. Aber Obacht: Rock ist Pflicht.
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Trockenübung: Maik Schmeller wird im Sommer mit seinen Jungs bei den "1. Höörder Highland Games" zum Wettkampf antreten. Dann kommt es darauf an, einen fünf Kilo schweren Strohsack wie diesen mit der Mistgabel möglichst weit hoch in die Luft zu werfen. Teams können sich jetzt anmelden. Foto: Carmen Schmitt
Trockenübung: Maik Schmeller wird im Sommer mit seinen Jungs bei den "1. Höörder Highland Games" zum Wettkampf antreten. Dann kommt es darauf an, einen fünf Kilo schweren Strohsack wie diesen mit der Mistgabel möglichst weit hoch in die Luft zu werfen. Teams können sich jetzt anmelden. Foto: Carmen Schmitt
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Vier weibliche Fans hat Maik Schmeller schon jetzt. Es dauert einen Moment, dann lassen sich die Schottischen Hochlandrinder-Damen Sidney, Candy, Mädi und Corona von dem 41-Jährigen in dem grün-blau-karierten Kilt das zottelige Fell kraulen. Noch stehen die vier Frauen auf ihrer Weide mitten in Nüdlingen. In ein paar Monaten sollen sie am Rande des alten Sportplatzes in Haard für die richtige Atmosphäre sorgen. Am 19. August starten die "1. Höörder Highland Games". Dann wird sich Maik Schmeller wieder in die standesgemäße Kluft schmeißen, um Baumstämme zu werfen, Gewichte zu wuchten und sich mit seinen Jungs durch den Baumstammslalom zu manövrieren. Aber Achtung: Hosen sind nicht erlaubt.

Eigentlich wollte die Spielvereinigung Haard ein Sommerfest abhalten. Wie üblich. Das war dem Verein schließlich zu langweilig. Eine Aktion sollte her, die die Ortsbevölkerung neugierig macht, etwas Neues, meint Frank Krakofsky aus dem Vorstand des Vereins. Die Idee von den "Highland Games" in Haard kam auf.


Insel-Import

Diese sportlichen Wettkämpfe werden schon seit einigen Jahren nicht mehr nur in Schottland ausgetragen, wo sie ihren Ursprung haben. Begleitet von traditioneller Dudelsack-Musik ähnelt die Veranstaltung einem Volksfest und bringt die Gesellschaft zusammen. Wenn alles nach Plan läuft, dann auch im Sommer in Nüdlingen.
Mitmachen kann jeder, sagt Christian Beck. Stammtisch-Brüder, Kollegen, Sportvereinsmitglieder - Männer wie Frauen sollen sich angesprochen fühlen. Es soll gemischte Teams und solche mit weiblichen oder männlichen Teilnehmern geben. "Clans", wie die Teilnehmer-Gruppen traditionell genannt werden, bestehen aus fünf bis sechs Personen. Einzige Auflagen: Die Teilnehmer müssen in einem Kilt antreten, Hosen sind nicht erlaubt. Sie müssen mindestens 18 Jahre alt sein und sollen sich fit fühlen. Fit für die neun Disziplinen, durch die sie sich kämpfen.


Verbandspräsident ist der Chef

Auf der Liste: "Stammziehen", "Strohsackhochwurf", "Steinstoßen" und - die Königsdisziplin - "Baumstammwerfen". "Die Disziplinen sind so ausgewählt, dass die Teilnehmer an ihre körperlichen Grenzen kommen", sagt Frank Krakofsky. Jürgen Stickelbrock, Chef des Deutschen Highland Games Verbandes, hat bei der Auswahl geholfen. Der Verbandspräsident wird den Wettkampf in Haard leiten und moderieren. Was nach Ansicht der Veranstalter in keinem Fall fehlen darf, ist die Authentizität.


Band, Bürger und Bar

"Wir machen hier kein Spiel ohne Grenzen", sagt der Vorsitzender der Spielvereinigung Christian Beck. "Hier läuft alles nach den offiziellen Richtlinien." Seit Januar plant der Verein die Highland Games in Haard. Mit zehn bis 20 Spieler-Teams soll in Haard ein kleiner Hauch von Schottland wehen. Was es dazu außer berockten Wettkämpfern noch braucht? Eine Dudelsack-Band, Highland-Rind-Burger und eine Whisky-Bar mit Hochprozentigem aus Schottland - die Spielvereinigung will nichts dem Zufall überlassen. Parallel zu den Großen können die Kleinen in einer kindgerechten Version der Highland-Games gegeneinander und miteinander antreten. Aber wie bereitet man sich überhaupt auf einen Wettbewerb vor, bei dem Baumstämme durch die Luft geschleudert werden?


Mit Gaudi und Gruppendynamik

"Das kann man schlecht trainieren", sagt Maik Schmeller. Dafür soll es ein paar Wochen vor der Veranstaltung einen Probedurchlauf geben, erklärt Christian Beck. "Kraft ist das eine, Technik das andere", sagt Maik Schmeller. Weder er, noch einer seiner Kumpels aus dem Clan "El Capitano" habe bisher bei Highland Games teilgenommen. "Wir starten ins Blaue hinein." Das Ziel: nicht den letzten Platz machen. Was zähle, sei die Gaudi, sagt er. Und der Teamgedanke, meint Frank Krakofsky. "Der Wettkampf schweißt ganz sicher zusammen."

Anmelden Das Anmeldeformular und weitere Infos zur Veranstaltung gibt es auf der Vereinswebsite unter www.spvgg-haard.de. Ansprechpartner sind die Mitglieder des Vereinsvorstands.

Programm Die "1. Höörder Highland Games" finden am Samstag, 19. August, am alten Sportplatz in Haard statt. Um 12 Uhr marschieren die Clans ein und der Wettkampf beginnt. Die Leitung und Moderation übernimmt Jürgen Stickelbrock, Präsident des Deutschen Highland Games Verband. Musik gibt es von "Targe of Gordon Drum & Pipe Band", "Harmony Haard" und "Quaddro".
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