Vor 15 Jahren, zum 25. "Geburtstag", gab es keine Reden, sondern eine handfeste Aktion: Irgendwo im dunklen Tann bei Schlimpfhof, einem Ortsteil von Oberthulba, wurde ein imposanter Gedenkstein gesetzt - exakt am geographischen Mittelpunkt des Großlandkreises Bad Kissingen.

Kreisrat Josef Römmelt (CSU), seinerzeit der Chef des Vermessungsamts, hatte höchstselbst den ganz genauen Standort errechnet. Die Idee dazu hatte übrigens der damalige Regierungsdirektor Werner Eberth. Ex-Landrat Herbert Neder (CSU) erinnert sich: Als der damalige Oberthulbaer Bürgermeister Gerhard Adam (CSU) mit seiner Rede begann, öffnete der Himmel seine Schleusen. Als Gerhard Adam schloss, hörte prompt der Regen wieder auf.

Diesmal vertraute der Kreis auf die Wucht des Wortes und die Symbolik der Musik. Die Rede bei der festlichen Kreistagssitzung hielt Innenstaatssekretär Gerhard Eck (CSU). Geladen waren alle Kreisräte und Bürgermeister, die seit der Gebietsreform im Amt waren oder sind. Da waren weit mehr als 1000 Jahre kommunalpolitische Erfahrung versammelt. Die Stimmung war so gut wie bei einem Kameradentreffen.

Gerhard Eck zeigte sich begeistert vom Gemeinschaftsgefühl und hielt eine Laudatio auf den Landkreis Bad Kissingen. Der sei zusammengewachsen zu einer erfolgreichen und selbstbewussten Einheit. Er nannte die Neugliederung 1972 ein "gewaltiges Reformwerk" und eine "Erfolgsgeschichte". Moderne Verwaltungsmittel und qualifiziertes Personal stünden zur Verfügung. Damit könne auch die kommunale Selbstverwaltung dauerhaft gestärkt werden. Gerhard Eck: "Der Landkreis Bad Kissingen ist glänzend aufgestellt und wird den gestiegenen Anforderungen umfassend gerecht, weil alle an einem Strang gezogen haben."

Er hob hervor, dass seit 1972 das gesamte Kreisgebiet ausgewogen gefördert und weiterentwickelt worden ist. Es sei zu einem leistungsfähigen und modernen Wirtschafts- und Lebensraum geworden, sei ein Eldorado für den Gesundheitsurlaub. Damit stehe der Landkreis erst am Anfang, da die Prävention noch an Bedeutung zunehme. Gerhard Eck fasste zusammen: "Hier lässt sich's gut leben."

Viele Aufgaben warten noch


Landrat Thomas Bold (CSU) blickte "zurück in Dankbarkeit". In der Bürgerschaft habe sich in den vergangenen 40 Jahren ein Wir-Gefühl entwickelt. Die Menschen identifizierten sich mit "ihrem" Landkreis. Thomas Bold skizzierte die wichtigsten Entwicklungen seit 1972. Die enorm gestiegenen Anforderungen wären ohne die damalige Reform nicht zu bewältigen gewesen. Das Landratsamt sei von einer Genehmigungsbehörde zu einem modernen Dienstleister geworden.

Der Landrat erwähnte auch einige Aufgaben der Zukunft. So sollen weitere Studiengänge angeboten werden, sei eine Fach- oder Berufsoberschule weiterhin das Ziel. Wichtig sei die möglichst rasche Regelung der Kernzonenproblematik im Biosphären-Reservat. Schließlich müsse die ambulante ärztliche Versorgung weiterentwickelt werden, so Thomas Bold.

Den musikalischen Rahmen gestalteten Kreistagsmitglieder. Die "Landkreis-Combo" - Brigitte Ascherl, Wolfgang Back (beide Gesang), Bernd Hammer (Piano, alle CSU) und Wolfgang Görner (Kontrabass, SPD) - erhielten sehr wohlwollenden Beifall. Unklar ist aber, warum Wolfgang Back "spontan" ausgerechnet das Lied vom Soldaten am Wolgastrand schmetterte.