Bad Kissingen
Stollenprüfung

Heimische Bäcker überzeugen mit Qualität

Manfred Stiefel ist gertenschlank und damit der lebende Beweis dafür, dass auch wuchtige Backwaren nicht dick machen (müssen). Denn der Berliner mit Wohnsitz Konstanz ist offizieller Tester von Christstollen. Ungefähr 1000 hat er im vergangenen Jahr probiert.
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Manfred Stiefel (links) und Innungsobermeister Anton Hesselbach bei der Stollenprüfung. Sie wird am Dienstag und Mittwoch in Hammelburg und Bad Neustadt fortgesetzt.  Foto: Edgar Bartl
Manfred Stiefel (links) und Innungsobermeister Anton Hesselbach bei der Stollenprüfung. Sie wird am Dienstag und Mittwoch in Hammelburg und Bad Neustadt fortgesetzt. Foto: Edgar Bartl

Das führt auch einen Fan an die geschmackliche Grenze. Er mag zwar Süßes, sagt Manfred Stiefel: "Ich mache es gerne, aber dann ist auch gut." Nach dem Testessen nimmt er erst einmal gar nichts zu sich, dann darf es "etwas Herzhaftes" sein.

Dabei hatte er am Montag leichtes Spiel. Er nahm 25 Stollen aus sechs Innungsbetrieben im Raum Bad Kissingen genau unter die Lupe. Das Ergebnis konnte sich - wie in den Vorjahren auch - schmecken lassen.
Kurgast Josef Wachinger bestätigte Stiefel: "Gut ist er".

Alle Jahre wieder: Wenige Wochen vor Weihnachten stellen die heimischen Bäcker ihre Erzeugnisse freiwillig auf den Prüfstand. Das sichert nicht nur die Qualität, sondern ist auch in aller Regel werbewirksam.

Acht Mal die Bestnote

Dann nimmt ein Experte vom Institut für Qualitätssicherung des Deutschen Bäckerhandwerks (IQBack) die Erzeugnisse nach allen Regeln der Kunst auseinander und unter die Lupe. Dabei richtet er sich nach genau definierten Kriterien.

Am Ende bestätigte sich Manfred Stiefels erster, recht positiver Eindruck. Er bestätigten den Bad Kissinger Bäckern "sehr hohes Niveau", das Testen könne "gerne so weiter gehen".

"Verbesserungsbedürftig" war kein einziges Produkt. Fünf wurden als "zufriedenstellend" eingestuft, zwölf als "gut". "Sehr gut" schnitten acht ab.

Stellvertretender Innungs-Obermeister Heribert Hedrich hatte sein gesamtes Sortiment, 13 Stollen, vorgestellt. Er macht das, um eine kontinuierlich hohe Qualität sichern zu können.

Qualität hat ihren Preis

Den Kilopreis gibt er mit ungefähr 12,50 Euro an. Dafür gibt es bei manchem Discounter zwei der sogar drei. Dazu Heribert Hedrich: "Einfach ausprobieren, dann merkt man den Unterschied." Für seine Kollegen und sich führt er das hohe handwerkliche Können ins Feld. Nur beste Rohstoffe würden verwendet, das fange schon bei den Sultaninen an. In der Industrie gebe es einen oder zwei Meister plus angelernte Kräfte und Fließbandbetrieb. Überhaupt: "Ein Stück Stollen und ein guter Kaffee das sind doch purer Genuss."

Dabei hat der geneigte Feinschmecker die Qual der Wahl. Den bei Stollen gibt es zahllose Varianten - gerollt, gewickelt, gefüllt oder ungefüllt. Das Bäckerhandwerk spricht "von Eleganz bis Tradition", preist insgesamt 13 Sorten an von B wie Butter- über T wie Thüringer Stollen. Jeder zeichne sich durch einen eigenen Charakter aus.
Wenn dann noch die Qualität so gut ist wie am Montag in Bad Kissingen, kann Obermeister Anton Hesselbach stolz sein auf die 43 Betriebe seiner Innung.


Stollenprüfung:
Kriterien
Gewertet werden Form und Aussehen, Oberflächen- und Krusteneigenschaft, Lockerung und Krumenbild, Struktur und Elastizität sowie - nicht unwichtig - Geschmack.

Benotung Stollen können maximal 5,0 Punkte erreichen. Dann sind sie "sehr gut". Von 4,99 bis 4,50 Zähler gibt es ein "Gut". Weitere Informationen unter www.brot-test.de.
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