"Wir wollen einfach den Kindern helfen, damit sie in der Schule Tritt fassen können, einfach zur Seite stehen, ohne großes Aufhebens." Unter dieser Devise startete eine Frauengruppe ein Angebot für die Kinder von Asylbewerbern, die in Ebenhausen mit ihren Familien eingezogen sind.

Im Dezember 2013 kamen die Asylbewerber in das Mehrfamilienhaus an der Bahnhofstraße. In Zusammenarbeit mit der Regierung von Unterfranken hatte die Gemeinde überlegt, wie man den Menschen unterschiedlicher Herkunft zur Seite stehen könne. Spontan erklärten sich Bürger bereit, sich ehrenamtlich zu engagieren. Es entstand ein fester Kreis, aus dessen Reihen sich jeweils ein Helfer einer Familie besonders annimmt.

Erste Aufgabe war es, den Asylbewerbern bei der Eingewöhnung zur Seite zu stehen. Dazu gehörte, wo Gemeindeverwaltung, Arzt, Schule, Einkaufsmarkt und Bahnhof zu finden sind. Sprachliche Barrieren - die Menschen kommen zum Großteil aus Südosteuropa - ließen sich gut mit "Händen und Füßen" überwinden. Eine Bewohnerin konnte zudem Deutsch, andere Französisch. Kontakte und Betreuung laufen seitdem hervorragend.

Das Haus ist inzwischen fast vollständig belegt. Darunter sind elf Kinder, von denen sieben in die Grund- und vier in die Mittelschule Oerlenbach gehen - sie unterliegen der Schulpflicht. "Damit die möglichst bald zurechtkommen, brauchen sie Unterstützung, vor allem bei Hausaufgaben", war für Maria Wahler schnell klar. Deshalb stieß sie eine Hausaufgabenhilfe an. "Ich fand schnell weitere Frauen, die zusagten. Wir stellten einen Zeitplan auf und können jetzt täglich von 15 bis 16.30 Uhr zur Seite stehen, wenn Mathe-, Deutsch- oder Englisch-aufgaben warten", erklärt sie weiter. "In der Schule in Oerlenbach wurde unsere Idee mit Freude angenommen, um die Integration zu fördern. Die Kontakte werden wir laufend pflegen, um bestmögliche Stützen für die Kinder und Jugendlichen zu sein", fügt sie an.

Start für die Hausaufgabenhilfe war am vergangenen Montag. Die Schüler/innen kamen gern, vor allem jene, die bereits aus der Alltagsbetreuung einige der Frauen kannten. Ohne Umschweife packten sie Bücher und Hefte aus, um sich an ihre Hausaufgaben zu machen.

Mit Mathematik kommen die Kinder am ehesten zurecht, so die Beobachtung der Frauen. Deutsch oder Englisch sind da etwas schwieriger, musste doch erst die Aufgabe verstanden werden, bevor sie gelöst werden kann. Aber mit Unterstützung klappte auch dies.

"Zunächst haben wir je Nachmittag zwei Helferinnen eingeplant", geht Frau Wahler auf die Organisation ein. "Gerne können weitere dazustoßen. Jeder ist willkommen", betont sie. Angedacht sei auch, für Erwachsene, die wegen kleiner Kinder nicht aus dem Haus können, eigene Stunden - vor allem in Deutsch - anzubieten.

Für die Hausaufgabenhilfe bzw. Unterricht kann ein Aufenthaltsraum, mit Schulmöbeln ausgestattet, genutzt werden. Zusätzliches Übungsmaterial liegt bereit.

"Es soll den Kindern Spaß machen. Spiele oder Singen sollen auflockern. Alle Bewohner im Haus sind per Aushang in Deutsch, Englisch, Serbisch, Albanisch und Arabisch über unser Angebot informiert. Wir fangen jetzt einfach an und werden sehen, wie sich die Sache entwickelt", erklärt Frau Wahler. Dass so viele helfen, sei überaus erfreulich. Unter ihnen ist auch Carola Keil, die eigens aus Albertshausen herüber fährt.