Bad Kissingen
Konzert

Gute Stimmung beim Rakoczy-Auftritt der Dorfrocker

Dorfrocker-Fan Birgit Fuhrmann ist für den Auftritt der Band nach Bad Kissingen ge- kommen. Sie erlebte eine volle Medienwiese, eine gut aufgelegte Band und Kinder auf der Bühne.
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Über 1000 Zuschauer verfolgten den Auftritt der Dorfrocker auf der Medienwiese. Foto: Anja Vorndran
Über 1000 Zuschauer verfolgten den Auftritt der Dorfrocker auf der Medienwiese. Foto: Anja Vorndran
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Für "ihre Jungs" nimmt Birgit Fuhrmann einiges auf sich. Den von ihr gegründeten Fanclub "Dorfrockerfreunde" betreut und leitet sie nebenher. "Etwa 20 Stunden in der Woche", sagt der große Fan. Trotzdem ist das noch das geringste. Sie kennt die drei Jungs - Philipp, Tobias und Markus - seit Jahren persönlich und hat beim Dreh für das Musikvideo "Schwarzwaldmarie" mitgewirkt, sie hat einen Fansong geschrieben und aufgenommen, organisiert Konzertreisen und nimmt auch schon mal eine mehrere hundert Kilometer lange Anfahrt aus dem Schwarzwald in Kauf. So auch zum Dorfrocker-Auftritt auf dem Rakoczy-Open-Air auf der Bad Kissinger Medienwiese, wo sie den Auftritt der Musiker mit über 1000 Festbesuchern am Sonntagnachmittag verfolgte.

Ihr großes Engagement ist Fuhrmann für selbstverständlich: "Weil ich mich mit der Musik identifiziere. Sie spiegelt mein Leben mit seinen Höhen und Tiefen wieder." Die Musik der drei unterfränkischen Brüder und die Arbeit für den Fanclub haben Fuhrmann durch eine schwere Krise geholfen: Sie sollte ein neues Kniegelenk eingesetzt bekommen. Bei der Operation kam es allerdings zu Komplikationen, so dass die Ärzte ihr schließlich den Oberschenkel amputieren mussten. Fuhrmann sitzt deshalb seit sieben Jahren im Rollstuhl. "Das war aber für mich kein Grund, mich in irgendeine Ecke zu setzen und Trübsal zu blasen", erzählt sie kämpferisch. "Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg." Die Band und Gleichgesinnte aus dem Fanclub geben ihr Halt.

Immer wieder lässt sich Fuhrmann Aktionen einfallen. Zuletzt hat sie die Bandmitglieder als 50 Zentimeter große Holzstatuen nach geschnitzt. "Das war eine gute Idee, das hatten wir so noch nicht", meint Sänger Tobias Thomann. Minuten vor dem Open-Air-Konzert in Bad Kissingen trifft er sich mit Birgit Fuhrmann, wechselt ein paar Worte mit ihr. Der Draht zwischen Musiker und Fan ist gut, beide kennen und schätzen sich. "Wir haben viel über E-Mail Kontakt", sagt Thomann. "Birgit ist sehr agil, dafür dass sie nicht so mobil ist", lobt er.

Musiker zum Anfassen

Der lockere, ungezwungene Umgang ist es, der für Fuhrmann den Charme der Dorfrocker ausmacht. "Die Jungs sind einfach Musiker zum Anfassen. Sie haben keine Berührungsängste." Von Starallüren keine Spur. Die 50-Jährige erzählt begeistert von ihren Enkelkindern, die sie immer wieder zu Konzerten mitnimmt und davon, wie gut die Musiker auch bei den Jüngsten ankommen. "Es ist schön, dass sie die Kinder aus dem Publikum mit einbeziehen", sagt Fuhrmann.

Davon durfte sich auch das Bad Kissinger Publikum überzeugen: Als Sänger Tobias das "Fliegerlied" ankündigte, holte er sich zur Unterstützung mehrere Kinder auf die Bühne, die zur Musik mit hüpften. Doch nicht nur die jungen Zuhörer hatten ihren Spaß: Gut gelaunt und sympathisch sorgten die Dorfrocker für eine volle Medienwiese und reihenweise schunkelnde und singende Menschen. So sind sie eben, die Jungs vom Lande: "Absolut Volksnah", findet Fuhrmann.
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