Aura an der Saale
Investition

Gutachten soll Klarheit bringen

In der Ära der Romantik galt die Kirchenruine Aura bei den Kurgästen aus Bad Kissingen als beliebtes Ausflugsziel. Das ist bis heute so geblieben, doch die Zeit nagt an dem Gemäuer.
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Die nie fertig gestellte Wallfahrtskirche Aura, seit vier Jahrhunderten eine Ruine, hat ihre Anziehungskraft als Ausflugsziel bis heute nicht verloren - was auch der dortigen, gut geführten Restauration geschuldet ist. In gemeinsamer Finanzierung wollen das Denkmalpflegeamt, der Bezirk und mehrere Sponsoren - darunter die Gemeinde und der Privatbesitzer - ein Gutachten zur Sicherung der Ruine erstellen lassen.  Foto: Winfried Ehling
Die nie fertig gestellte Wallfahrtskirche Aura, seit vier Jahrhunderten eine Ruine, hat ihre Anziehungskraft als Ausflugsziel bis heute nicht verloren - was auch der dortigen, gut geführten Restauration geschuldet ist. In gemeinsamer Finanzierung wollen das Denkmalpflegeamt, der Bezirk und mehrere Sponsoren - darunter die Gemeinde und der Privatbesitzer - ein Gutachten zur Sicherung der Ruine erstellen lassen. Foto: Winfried Ehling
Fürstbischof Johann Gottfried I. von Aschhausen, der die Hochstifte Würzburg und Bamberg regierte, hatte sie als Wallfahrtskirche vor knapp 400 Jahren in Auftrag gegeben. Der Dreißigjährige Krieg und der Tod des Fürstbischofs verhinderten 1622 die Vollendung des Baus. Heute fügt sich die imposante Kulisse in das Ensemble des ehemaligen Klosters, der Klosterkirche und des Apostelsaals ein. Allerdings ist die Bestandssicherung problematisch, da die Ruine Privatbesitz ist. Für eine Sanierung und die Sicherung - vor allem im Innenhof des Kirchenschiffs - fehlen dem Besitzer die finanziellen Mittel.

Das Landesamt für Denkmalpflege stellt deshalb 13 000 Euro für die Erstellung eines Gutachtens bereit. Doch die Kosten dafür belaufen sich auf rund 22 000 Euro, informierte Bürgermeister Thomas Hack (CSU/Bürger für Aura) in der Gemeinderatssitzung. Inzwischen haben sich auch der Bezirk Unterfranken und Sparkassenstiftung in die Finanzierung eingeklinkt.

Unter dem Strich fehlen aber immer noch 4500 Euro, die sich die Gemeinde Aura - obwohl nicht Eigentümerin - und der Besitzer teilen wollen, um ein Gutachten zur Rettung des Bauwerks erstellen zu können. Das entschied der Gemeinderat gegen zwei Stimmen.

Mit nur knapper Mehrheit fiel die Entscheidung für die Unterstützung der Opfer der Hochwasserkatastrophe, um die der Bayerische Gemeindetag die Kommunen gebeten hatte. "Wir sollten Solidarität zeigen", bat Hack um Zustimmung. Aura zahlt einen Euro pro Einwohner.

Einige Räte deuteten jedoch an, dass die von der Regierung definierten acht Milliarden Euro ohnehin aus Steuergeldern kommen und obendrein noch kein Cent ausgezahlt sei. Norbert Schmitt (CSU/Bürger für Aura) schlug vor, einen Fonds für solche Situationen "in eigener Sache zu gründen." "Wir sind selbst öfters Opfer von Hochwasser", erinnerte er an die Flut von 2003. "Damals wurden wir auch nicht im Stich gelassen und haben 70 000 Euro vom Staat bekommen", argumentierte Hack.

Kompromiss bei Bauantrag

Im weiteren Verlauf der Sitzung bearbeitete das Gremium mehrere Bauanträge und -anfragen, darunter eine Nutzungsänderung der Gemeinde selbst, die im Nachtrag für den Kiosk im neuen Naturbad benötigt wurde. Eine Sichtschutzmauer von zwei Metern Höhe möchte Erwin Schaupp auf seinem Grundstück "Am Hahn" errichten, der der bisherige "Grünzaun" weichen soll. Da sich das Objekt in exponierter Lage befindet, zögerte der Rat zunächst, zumal laut Bebauungsplan nur die Höhe von einem Meter erlaubt ist. Gegen eine Stimme einigte sich das Gremium auf eine Befreiung von den Festsetzungen und gestattete die "Kompromisshöhe" von 1,50 Meter.
Keine Einwände gab es gegen den Tekturplan von Holger Wörner. Ähnlich sieht es bei der Bauwerberin Katja Mock aus, die eine Genehmigung für den Wohnhausanbau besitzt, aber noch eine Änderung am Dach vornehmen will. Ingrid und Thomas Klose erhielten die einmütige Zustimmung für einen Wohnhausanbau auf ihrem Anwesen am "Ellerweg".
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