Bad Kissingen
Behördenverlagerung

Große Freude über neue Arbeitsplätze

Das "Haus für Gesundheitsmanagement" soll nach Bad Kissingen umziehen. Die Freude über die 100 neuen Arbeitsplätze ist riesig.
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"Großartig." Zunächst einmal nur dieses eine Wort fand Oberbürgermeister Kay Blankenburg (SPD) für die Entscheidung. "Das ist genau unsere Forderung", ergänzte er dann, als er die übrigen Worte wiedergefunden hatte, "das ist eine glaubwürdige Strukturpolitik." Was der Bad Kissinger Oberbürgermeister damit meinte, war die gestrige Bekanntgabe von Finanzminister Markus Söder (CSU) zu den Behördenverlagerungen im Freistaat.
Bad Kissingen geht dabei nämlich nicht leer aus. In die Kurstadt wird das "Haus für Gesundheitsmanagement" kommen. Dieses "Haus" ist im Prinzip eine Abteilung des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit (LGL) mit rund 100 Mitarbeitern. Die Entscheidung, diese Abteilung nach Bad Kissingen zu verlegen, trifft nach Meinung des Oberbürgermeisters genau die Kernkompetenz von Stadt und Region. "Das macht Sinn", sagte Blankenburg auf Anfrage dieser Zeitung, und stärke die hier vorhandenen Strukturen.
"Ich freue mich, dass die Staatsregierung den Handlungsbedarf im Landkreis Bad Kis singen erkannt hat und an ihrer Strategie festhält, den strukturschwachen Regionen durch die Behördenverlagerung neue Perspektiven zu bieten", kommentierte Landrat Thomas Bold (CSU) die Entscheidung der Behördenverlagerung an die Saale. Der Abzug der US-Armee, die Verkleinerung der Bundeswehrstandorte sowie strukturelle Reformmaßnahmen, auch im Gesundheitswesen, hätten den Landkreis stark gefordert.


Kirchner: Mit einer Portion Stolz

Die Entscheidung, im Bäder landkreis eine Behörde anzusiedeln, so der Landrat weiter, die sich explizit mit dem Thema Gesundheitsmanagement beschäftige, "erachte ich als sehr sinnvoll". "Dies unterstützt unser Selbstverständnis als Gesundheitsstandort und schafft qualifizierte Arbeitsplätze, die unseren Landkreis aufwerten."
Einer, der für diese Entscheidung wohl auch seinen nicht unmaßgeblichen Teil beigesteuert hat, ist Landtagsabgeordneter Sandro Kirchner (CSU). Er vermeldete die Nachricht am Mittwochnachmittag als Erster, "mit einer gehörigen Portion Stolz", wie er selbst sagte. Laut Kirchner ist die Verlagerung des Hauses für Gesundheitsmanagement "ein ganz großer Aufschlag", allein schon wegen der Tatsache, dass damit 100 Arbeitsplätze verbunden sind.


Es dauert noch ein paar Jahre

Das passt, so Kirchner weiter, zur Gesundheitsregion Bad Kis singen im Allgemeinen, zum Bäderland Bayerische Rhön und im Besonderen auch zur Telemedizin, die in Bad Kissingen eine immer wichtiger werdende Rolle spielt. Der Landtagsabgeordnete freute sich aber nicht nur über die 100 neuen Arbeitsplätze in Bad Kissingen, sondern auch darüber, dass mit dieser Entscheidung weitere Synergien im Umfeld dieser Behörde genutzt werden können. "Handwerk, Dienstleistungen, Gastgewerbe und Einzelhandel werden indirekt unterstützt und Arbeitsplätze gesichert!", sagte er.
In zeitlicher Hinsicht wird die Verlagerung der Behördenabteilung einige Jahre dauern, da es keine zwangsweisen Versetzungen geben wird, und die Infrastruktur erst noch aufgebaut werden muss. So ist beispielsweise noch nicht bekannt, wohin das "Haus für Gesundheitsmanagement" ziehen wird.
Ein Lob für den Einsatz des CSU-Mannes Kirchner für die Region hatte im Übrigen der SPD-Mann Kay Blankenburg: "Ich bin dem Sandro Kirchner für seinen Einsatz sehr dankbar. Er knüpft nahtlos an Robert Kiesel (Kirchners Vorgänger im Landtag) an und macht einen wirklich guten Job."


Was passiert dort eigentlich?

Aber was tut man im "Haus für Gesundheitsmanagement" überhaupt? In dieser Abteilung des Landesamtes für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit sollen die Themenbereiche Arbeitsplatz- und Lebensmittelsicherheit und Gesundheit im Allgemeinen behandelt werden. Dem Haus ist ein Labor angegliedert, das Aufgaben für den gesamten bayerischen Raum übernehmen wird. Auch der Bereich Verbraucherschutz könne hier integriert sein, hieß es.
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