Trotz eines Großaufgebots an Feuerwehren wurden am Freitag zwei Dachstühle in der Münnerstädter Innenstadt ein Raub der Flammen. Wegen der umfangreichen Löscharbeiten sind die darunter liegenden Etagen unbewohnbar. Für 25 Menschen mussten zunächst neue Unterkünfte gesucht werden. Betroffen ist auch eine Arztpraxis.
Nach ersten Erkenntnissen gab es mehrere Leichtverletzte, darunter auch einige der circa 100 Feuerwehrleute vor Ort. Die Löscharbeiten dauerten bis ungefähr 16.30 Uhr, der Brandort kann bis Montag nicht betreten werden. Die Brandursache ist noch unklar.
Gegen 11.15 Uhr war das Feuer gemeldet worden. Als Brandherd wurde die Riemenschneiderstraße 1 angegeben. Als wenig später die ersten Einsatzkräfte der Münnerstädter Feuerwehr am Brandort eintrafen, standen bereits zwei Dachstühle in Flammen. Das Feuer drohte auch auf den benachbarten "Bayerischen Hof" überzugreifen. Es gelang den Feuerwehren aber, das Gebäude zu retten.
Während sich Atemschutzträger ins Innere der Häuser vorkämpften, versuchten Feuerwehrleute aus Münnerstadt und Bad Kissingen mit Hilfe ihrer beiden Drehleitern das Feuer auf den Dachstühlen einzudämmen. Unzählige Ziegel zerbrachen dabei wegen der extremen Temperaturunterschiede. Sie flogen in Einzelteilen auf die Straße und in den Innenhof.
Schließlich gelang es den Einsatzkräften, das Feuer unter Kontrolle zu bringen. Durch den massiven Einsatz von Wasser wurden die darunter liegenden Wohnungen und Geschäftsräume erheblich in Mitleidenschaft gezogen, unter anderem eine Rechtsanwaltskanzlei, ein Sonnenstudio, die Büroräume einer Fahrschule und eine Arztpraxis. Knöchelhoch stand das Wasser im Keller.
"Das sag' noch einmal einer etwas gegen unsere neue Drehleiter", betonte Bürgermeister Helmut Blank (CSU). Die neue Drehleiter der Freiwilligen Feuerwehr Münnerstadt kam erstmals bei einem Großbrand zum Einsatz und leistete hervorragende Dienste, wie Mitglieder der Wehr versicherten. Der Oldtimer, den die Feuerwehr zuvor im Dienst hatte, verfügte nicht einmal über einen Korb.

Mieter wohlbehalten


Lange Zeit war unklar, ob sich noch Menschen in den Dachwohnungen aufhielten. Ein Mieter, bei dem man besonders vermutet hatte, dass er noch in seiner Wohnung sein könnte, meldete sich wohlbehalten bei den Einsatzleuten. Er hatte seine Räume rechtzeitig verlassen.
Während die Lösch- und Aufräumarbeiten noch liefen, richteten die Verantwortlichen bei der Stadt eine Meldestelle im Foyer des Rathauses ein. Dort konnten sich die Mieter der betroffenen Wohnungen registrieren lassen und erhielten von den Rettungskräften medizinischen und psychologischen Beistand. 25 Personen waren betroffen. Ein Großteil der Bewohner der zerstörten Häuser konnte in Quartieren untergebracht werden, die Münnerstädter spontan zur Verfügung gestellt hatten, darunter Ferienwohnungen. "Das hat hier doch noch einen dörflichen Charakter, wo man sich gegenseitig hilft", meinte dazu Fabian Nöth, der die Hilfe im Rathaus mit organisierte.