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Bad Kissingen
Comeback

Golden Brass Band: Lautes Hallo nach langer Stille

Entstanden aus dem Jugendmusikkorps, war es lange ruhig um die Golden Brass Band geworden. Jetzt hat sie sich in alter Größe im Regentenbau zurückgemeldet.
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Emotional und ausdrucksstark: Sängerin Canan Semel. Foto: Peter Klopf
Emotional und ausdrucksstark: Sängerin Canan Semel. Foto: Peter Klopf
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Golden strahlten die Instrumente, mit denen die Golden Brass Band zwei Stunden lang das Publikum im Großen Saal des Regentenbaues unterhielt. Angefangen beim typischen Swinging-Sound der 1930er und 1940er Jahre, über Rock und Pop reichte das Repertoire, mit dem die Band die Zuhörer von den Stühlen riss.


Anfang im Jugendmusikkorps

Längere Zeit war es still um die Band geworden, die vor fast vierzig Jahren aus der Not heraus gegründet worden war. Die damaligen Musiker spielten in der Big Band des Jugendmusikkorps' (JMK) der Stadt Bad Kissingen. Als sie aus Altersgründen ausschieden, sollte es mit gemeinsamer Musik nicht vorbei gewesen sein. Die jungen Musiker gründeten also 1980 die Golden Brass Band und machten sich schnell über die Landkreisgrenzen hinaus einen Namen. Traten sie in der Anfangszeit vorwiegend in Bierzelten und bei Volksfesten auf, so folgten in den 1990er Jahren anspruchsvolle Engagements. Die Band wurde für internationale Tanzturniere verpflichtet und gab Konzerte in ganz Deutschland.


Internationales Renommee

Später wurde es still um die Musiker. Erst vor fünf Jahren wurde die semi-professionelle Band vom jetzigen musikalischen Leiter Rainer Nöth und seiner Frau Birgit reanimiert. Zwölf Männer (vier Trompeten, vier Posaunen, ein Drumset, E-Bass, Kontrabass und E-Piano) und fünf Frauen (Alt-, Tenor und Baritonsaxophon) bilden die 17-köpfige Big Band. Im Regentenbau begeisterten sie mit mitreißenden Arrangements, perfekten Interpretation und beeindruckenden Solisten ihr Publikum. Schon nach wenigen Stücken sprang der berühmte Funke über und die Zuhörer klatschten nach jedem Lied immer begeisterter mit. Charmant, wie Sänger Csaba Béke mit seiner sonoren Stimme bekannte Songs wie "The Lady Is A Tramp" oder "New York, New York" mit viel Gefühl fürs Detail interpretierte. Csaba Béke ist hauptberuflich Leiter des Bad Brückenauer Kurorchesters.

Bezaubernd auch die charismatische Sängerin Canan Semel, die mit dem George Gershwin-Song "They Can't Take That Away From Me" begeisterte und mit viel Esprit und Fachwissen bei ihren Moderationen durchs Programm führte.

Höhepunkt war aber der Auftritt von Felice Civitareale, dem ersten Trompeter der SWR-Big-Band und einer der renommiertesten Studiomusiker Deutschlands. Felice Civitareale ist nicht nur ein Entertainer, der das Mikrofon in die Hand nimmt und mit dem Publikum flirtet, sondern auch ein begnadeter Trompeter, der mit kraftvollem, wohlklingenden Ton überzeugt. Er spielte mit einer Leichtigkeit, als wären achtel oder sechzehntel Triolen das Einfachste der Welt. Brillant in der Ausführung die Interpretation des Welthits "Com Back To Sorento" und das "Ciri-Biri-Pinn" von Harry James. In Bad Kissingen war Felice Civitareale bereits mit dem Orchester Hugo Strasser. "Ich bin mit Big Bands auf der ganzen Welt unterwegs und dann komme ich nach Bad Kissingen und treffe eine Band, die mich begeistert", schwärmte er am Ende des Konzertes.
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