Fuchsstadt
Vorhaben

Geplanter Ruheforst Fuchsstadt sorgt für Unruhe

Das geplante Biotop für Bestattungen im Wald sorgte für viel Gesprächsstoff in der Bürgerversammlung in Fuchsstadt.
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Der an der Kohlenbergkapelle geplante Ruheforst der Gemeinde Fuchsstadt stieß in der Bürgerversammlung nicht nur auf Gegenliebe. Anwesende monierten, das Projekt sei überflüssig und bringe nur Kosten mit sich. Foto: Winfried Ehling
Der an der Kohlenbergkapelle geplante Ruheforst der Gemeinde Fuchsstadt stieß in der Bürgerversammlung nicht nur auf Gegenliebe. Anwesende monierten, das Projekt sei überflüssig und bringe nur Kosten mit sich. Foto: Winfried Ehling
Zweifel und Unmut äußerten einige Ortsbürger wegen des Friedwaldes, den die Gemeinde nahe der Kohlenbergkapelle plant. Bürgermeister Peter Hart (CSU) berichtete, es habe bereits "etliche Anfragen aus der ganzen Umgebung" für eine letzte Ruhestätte gegeben.

Bernd Stöth fragte nach den Kosten des Projekts. Hart erklärte, diese seien wegen der Planung noch nicht fixiert, blieben aber "überschaubar." Die Gemeinde will für den Friedwald die Zufahrt zur Kapelle asphaltieren und einen kleinen Parkplatz anlegen.

Noch rechtliche Fragen zu klären

"Müssen wir Bürger aus halb Unterfranken bei uns beerdigen? Das bringt uns unter dem Strich nur Kosten ein", vermutete Paul Hofstetter, der den Ruheforst für "überflüssig" hält.

Die Anfragen zeigen nach Einschätzung Harts den Bedarf an solchen Ruhestätten. "Ohnehin sind noch die rechtlichen Gründe abzuklären und letztlich ist niemand verpflichtet, sich in einer Urne hier beerdigen zu lassen", beantwortete der Bürgermeister eine Anfrage von Ludwig Pfülb.

Georg Stöth verlangte eine Umwidmung des Areals. Die Kohlenbergkapelle stehe nicht auf dem Kohlenberg, sondern in der Gemarkung "Bendel". "Bei Beerdigungen auf dem Fuchsstädter Friedhof ist das WC im Pfarrhaus jedes Mal verschlossen", kritisierte Justin Schaupp. Der Bürgermeister konnte nichts zu dem Thema sagen. Laut Auskunft der Verantwortlichen wird die Toilette zu solchen Anlässen geöffnet.

Jürgen Wittmer verwies darauf, dass früher die Friedhofstraße bei Beerdigungen gesperrt war. "Dies ist nun nicht mehr der Fall, und die Trauergäste fühlen sich erheblich gestört", monierte er. Zur geplanten Neugestaltung der Friedhofstraße, bei der die Gemeinde auch neue Parkplätze schaffen will, warnte Wittmer vor hohen Kosten, "die letztlich keinen Parkplatz mehr bringen."

Für Mehr-Generationen-Haus

Der Ex-Gemeinderat wies auch auf zerstörte Wegränder hin, deren Überreste in den Wald geschoben wurden, sowie unerlaubte Grüngutablagerungen im Forst. Diese sind laut Jürgen Winkler sofort der Gemeinde zu melden.

Ferner bemängelte Wittmer einen "unzureichend ausgestatteten Premium-Wanderweg" und schnitt das Thema Seniorenarbeit in der Gemeinde an. Er sieht keinerlei Fortschritte im so genannten "Stadtpark", dem ehemaligen Stockmanngelände. Wittmer forderte: "Gemeinderat und Bürgermeister müssen sich als erste engagieren, und zwar für niederschwellige Angebote in Form eines Mehr-Generationen-Hauses und nicht für ein Pflegeheim."
Hart versicherte ihm, die Gemeinde bleibe bei der Seniorenarbeit permanent am Ball und setze nicht auf ein Altenheim, sondern auf Tages- und Kurzzeitpflege. "Es ist ein schwieriges Feld, denn alle in Frage kommenden Institutionen sind bereit, Angebote zu unterbreiten, doch keine will ein Gebäude übernehmen", stellte der Bürgermeister fest. Hart glaubt, "dass hier auch etwas aus der Bevölkerung kommen muss."

Zum Premium-Wanderweg erklärte der Gemeindechef, der Weg sei nach Sturmschäden durch den VG-Partner hergerichtet worden, und es müsse noch nachgearbeitet werden. Dass die Kleinbiotope im Wald zugeschüttet wurden, gefällt Peter Hart nicht. Daher erwäge die Gemeinde, sie wieder frei zu legen.

Mithilfe der Bürger gefragt

Helene Rohner und Fritz Geier erkundigten sich nach dem avisierten Tretbecken und der Boccia-Bahn. Beides soll einen Platz im Park finden, der noch überplant wird. Die Gemeinde stellt die Geräte, interessierte Bürger bat Hart zur Mithilfe bei der Verwirklichung.

Die "Abholzaktion" an der B 287 führte das Straßenbauamt durch. Reinhard Kippes beklagte den fehlenden Lärmschutz bei der "recht gründlich" ausgeführten Maßnahme. Das Straßenbauamt habe vor der Aktion die Grundbesitzer um Erlaubnis gebeten, informierte Hart.


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