Oberbach
Leader-Projekt

Geologie als Erlebnis

Einheimische und Touristen sollen auf die geologischen Schätze der Rhön aufmerksam gemacht werden. Die Netto-Kosten werden zu 60 Prozent bezuschusst.
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Die Rhön ist steinreich - weniger in finanzieller Hinsicht, als in der eigentlichen Wortbedeutung: Von Basalt bis Braunkohle über Buntsandstein und Muschelkalk bis hin zu zahlreichen Mineralien sind in dem Mittelgebirge zu finden. Die Landkreise Rhön-Grabfeld und Bad Kissingen wollen diese geologischen Schätze nun im Rahmen eines Leader-Projektes für Einheimische, Urlauber und Schulklassen erlebbar machen.
Unter dem Motto "Rhöner Geologie erleben" soll die Rundtour über die Vielfalt der Rhöner Gesteine, ihre Entstehung sowie die historische und heutige Nutzung zum ersten Mal einheitlich informieren. "Ausgewählte Fundstellen im Gelände werden touristisch-pädagogisch aufgewertet und erlebbar gemacht", heißt es in der Beschreibung des Projektes, das bis Jahresende umgesetzt werden soll.
Projektträger ist der Verein "Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön". Im Rahmen einer Auftaktveranstaltung im Infozentrum "Haus der Schwarzen Berge" in Oberbach übergab Karl-Heinz Suhl vom Amt für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten den Förderbescheid in Höhe von 63 360 Euro an Bad Kissingens Landrat Thomas Bold (CSU) und Klaus Spitzl, Geschäftsführer des Vereins Naturpark & Biosphärenreservat Bayerische Rhön. Die Kosten für das Projekt "Geologische Rundtour Landkreis Bad Kissingen und Rhön-Grabfeld" betragen 125 664 Euro. Der Zuschuss beträgt 60 Prozent der Netto-Kosten, den Rest muss der Verein aufbringen.
"Erstmals haben wir die Chance, die geologische Vielfalt der Rhön professionell an die Öffentlichkeit zu bringen und touristisch zu vermarkten", betonte Landrat Bold. Mit Hilfe des Projektes werden bestehende und geplante Info-Stellen steinerner Zeitzeugen miteinander vernetzt und durch neue "Erlebnis-Stationen" an voraussichtlich sechs Punkten ergänzt. Darüber hinaus werden weitere 60 ausgewählte Fundorte geologischer Besonderheiten in leicht erreichbaren Rundtouren miteinander verbunden. "Es geht nicht um ein wissenschaftliche Kartierung", betonte Bold, vielmehr sollten geologischen Besonderheiten zugänglich gemacht werden. "Was wir zu bieten haben, wollen wir fachkundig darstellen."
"Ich freue mich, dass solch ein Projekt mit beiden Landkreisen auf den Weg gebracht werden kann", sagte der stellvertretende Landrat von Rhön-Grabfeld, Kurt Mauer. Das Projekt werde dazu beitragen, die Rhöner Geologie bekannter zu machen. Im Zuge des Projektes entstehen ein einheitliches Erscheinungsbild in Anlehnung an das bekannte Rhön-Logo, mehrere Broschüren und ein Internetauftritt.
Wolfgang Fuchs, Leader-Manager Unterfranken, lobte das Engagement der zahlreichen Akteure, die vorbildlich über beide Landkreis hinweg das Projekt voranbringen. "In der Regionalentwicklung geht es um die gemeinsame Entwicklung des ländlichen Raums und die Region entwickelt sich dort, wo Menschen sich engagieren."
Geplant sei, die Erlebnis-Stationen und Rundtouren in einen nächsten Schritt auch in der hessischen und thüringischen Rhön fortzusetzen. "Der Einblick in die geologischen Besonderheiten der Rhön wird sicherlich Einheimische genauso faszinieren wie Urlauber", unterstrich Klaus Spitzl. Mit Hilfe des Projektes sollen neue Zielgruppen erschlossen werden, "die besonders Interesse am Geotourismus und an Geopädagogik haben."

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