Wie ein Sprecher der Justiz am Montag auf Anfrage sagte, wurde jetzt das Verfahren (Aktenzeichen: 12 Js 8089/11) im Einvernehmen mit der Staatsanwaltschaft Schweinfurt gegen XY. wegen "geringer Schuld" und gegen eine Geldbuße in nur dreistelliger Höhe eingestellt. Die relativ geringe Summe erklärte der Jurist so: Die sei nicht einkommens-, sondern "schuldbezogen".

Gegen XY., der stets alle Vorwürfe als falsch und haltlos zurückgewiesen hatte, war ermittelt worden, weil er für sich und den Hausmeister des Behlert-Anwesens 22.000 Euro abgezweigt hatte. XY. hatte dazu gesagt, alles sei korrekt verlaufen, "selbstverständlich" hätten auch entsprechende Rechnungen vorgelegen. Es habe sich um eine "Sondervergütung" für Leistungen gehandelt, die nicht in den normalen Aufgabenbereich von Verwaltung und Hausmeister gefallen seien. 10.000 Euro seien an den Hausmeister gegangen, 12.000 Euro an die nach XY. benannte Verwaltungsgesellschaft.

Sechs Wohnungseigentümer hatten allerdings Strafanzeige erstattet. Sie hatten kritisiert, die Zahlung sei ohne rechtsgültigen Beschluss der Eigentümerversammlung erfolgt. Auch hatten sie die Richtigkeit der Rechnungen bezweifelt.

Dazu sagte der Justizsprecher, das gerügte Verfahren sei jahrelang so praktiziert worden. Die Verwalter seien "alles keine Juristen". Es sei zweifelhaft, ob ihr Vorgehen strafrechtlich relevant gewesen sei. Wichtig sei aber, dass "künftig alles ordentlich läuft". Das aber sei zivilrechtlich zu regeln.
Diplom-Volkswirt XY., der in der Bad Kissinger Kommunalpolitik eine nicht ganz unbedeutende Rolle gespielt hat, wollte am Montagnachmittag keine Stellungnahme abgeben.

*) XY. hat per Anwaltsschreiben eine Nennung seines Namens untersagen lassen.