Oberthulba
Wechsel

Galgenfrist für die Bäume

Die Umgestaltung des Marktplatzes beginnt erst im Frühjahr, wurde in der Gemeinderatssitzung mitgeteilt.
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Die Bäume auf dem Marktplatz von Oberthulba dürfen noch bis zum kommenden Frühjahr stehen bleiben. Erst dann beginnen die Bauarbeiten.
Die Bäume auf dem Marktplatz von Oberthulba dürfen noch bis zum kommenden Frühjahr stehen bleiben. Erst dann beginnen die Bauarbeiten.
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Der neue Revierförster im Gemeindewald des Marktes Oberthulba heißt Christoph Uffelmann. Bürgermeister Gotthard Schlereth, Vorsitzender der Forstbetriebs-Gemeinschaft (FBG) Rhön-Saale, begrüßte den Nachfolger von Tobias Wallrapp. Seit dem 1. Juni sei Uffelmann für die Reviere in Oberthulba und Wartmannsroth tätig.
"Ich bin 29 Jahre alt und komme aus Gräfendorf", stellte sich Uffelmann dem Marktgemeinderat vor. Seine Ausbildung habe er im Bereich Bad Brückenau begonnen. Dann habe der berufliche Weg der Forstwirtschaft ihn nach Hammelburg geführt, wo Uffelmann zum Forstmeister wurde. Im Oberthulbaer Kommunalwald sehe er ein großes Potenzial. Uffelmann hat sich vorgenommen: "Ich will dort etwas bewegen". Gegen die seit Jahren währende Bodentrockenheit anzukämpfen, sehe er als Herausforderung.


Kontroverse Debatte

Ein verwandtes Thema zum Forst ist der dritte Bayerische Nationalpark, der sich eventuell auch in der Rhön etablieren könnte. Schlereth berichtete über die Sitzung der Kreuzberg-Allianz mit dem Landkreis Rhön-Grabfeld und der Beteiligung von Vertretern des Landkreises Bad Kissingen. Er nahm außerdem Stellung zur bevorstehenden Sitzung der Allianz Kissinger Bogen. Recht kontrovers sei bisher diskutiert worden, so Schlereth.
Es gebe gute Argumente sowohl für als auch gegen den Nationalpark. "Ich empfehle allen Beteiligten, sich im Vorfeld umfassend über die Fakten zu informieren, damit sachlich und demokratisch argumentiert werden kann", so Schlereth. Keinesfalls sei solch eine Allianz-Sitzung samt angekündigter Demonstrationen für die Begleichung von politischen Aufrechnungen geeignet. Andererseits machte Schlereth auch deutlich: "Die Kommunen wollen nicht gegängelt werden".
"Wenn ein Nationalpark errichtet wird, dann geschieht dies auf Flächen des Staatswaldes", betonte Schlereth. "Ähnlich hat man in Sachen Kernzone argumentiert. Und wo ist sie gelandet? In unserem Gemeindewald", entgegnete Holger Fröhlich (WG Frankenbrunn). Parallelen bei der Diskussion um den Nationalpark Rhön entdeckte Jürgen Weigand (FWG Wittershausen) in der Diskussion um das Thema Südlink. "Keinen Streit", sondern die Bereitschaft, sachlich vorgetragene Argumente anzuhören, verlangte 2. Bürgermeister Jürgen Kolb (BV Thulba). Im Prozess von Pro und Contra der betroffenen Bevölkerung das Ohr zu leihen, wünschte 3. Bürgermeister Mario Götz (FWG Hassenbach).
"Es gibt schon viele Schutzgebiete in der Rhön", sagte Götz. Es gelte, die Vor- und Nachteile eines Nationalparks klar herauszuarbeiten. Schlereth erwartet ein zukünftiges Wegekonzept für die Begehung des Nationalparks, wie es das schon zur Kernzone gebe. Außerdem seien Konzepte der Jagd und der "allmählich nicht mehr tragbaren Wildschäden" zu klären. An der Allianz-Sitzung am Freitag in Stangenroth wollen die meisten Räte teilnehmen, signalisierten sie. Dort sollen in nächster Phase Arbeitsgruppen gebildet werden.


Erhöhte Brandgefahr

Die derzeitige Trockenheit zeitigt auch eine erhöhte Brandgefahr in den Wäldern. Deshalb rief Verwaltungsleiterin Nicole Wehner dazu auf, die üblichen Sonnenwendfeuer heuer zu unterlassen. Mehrere Ortsbeauftragte unterstützten diese Überlegungen und bestätigten, dass bereits in ihren Dörfern darauf reagiert wurde.
Die Wasserversorgung für den Markt Oberthulba ist weiterhin leistungsfähig, war Wehners Bericht zu entnehmen. "Aber der Winter war zu trocken, und wenn wir jetzt im Sommer noch eine weitere Trockenperiode haben, dann ist Vorsicht geboten", so Wehner. Für die Grabenbrunnenquelle in Hassenbach meldete sie mehr Wasserentnahme als Zufluss. Deshalb soll diese Wasserentnahme weiter beobachtet werden. Es könnte ein Entnahmeverbot drohen. Das Trinkwasser aus dem Thülbingsgrund sei nicht mit Nitrat belastet, sagte Schlereth.
Erfreut meldete Schlereth den Erfolg für den Förderantrag in Sachen Marktplatz-Umgestaltung. Rund 242 000 Euro für das etwa 900 000 Euro teure Gesamt-Projekt seien zugesagt. Im Frühjahr sei mit dem Baubeginn zu rechnen. "Bis dahin dürfen die alten Bäume noch stehen", bestätigte Schlereth. Zur Kenntnis nahmen die Räte die Jahresrechnung von 2016. Kämmerer Klaus Blum sprach von einem "Spitzenvolumen" mit rund 9,45 Millionen Euro Verwaltungs-Haushalt und rund 5,4 Millionen Euro Vermögens-Haushalt. Abgelehnt wurde der Zuschussantrag des 1. FC Thulba auf Unterhaltskosten für die beiden Sportplätze. Nach einer Grundsatzdebatte waren sich alle Räte einig, dass regelmäßig anfallende Betriebskosten die Angelegenheiten der Vereine seien. Der FC Thulba wurde mit einer Stromleitung und einer Drainage für den Sportplatz von der Marktgemeinde unterstützt.
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