Auf dem Arbeitsmarkt in der Region scheint wieder die Normalität einzukehren. Der Frühjahrsaufschwung hat zwar an Dynamik verloren, dennoch ist die Zahl der Stellenlosen im Vergleich zum März weiter und um 438 auf 8722 Personen gesunken. Vor einem Jahr hatte es 134 Beschäftigungslose mehr gegeben.
Die Arbeitslosenquote für die Region Main Rhön reduzierte sich minimal auf 3,7 Prozent (Vormonat: 3,8 / Vorjahr: 3,7 Prozent). Am ungünstigsten ist mit 4,2 Prozent - wie immer - die Lage im Landkreis Bad Kissingen (4,4/ 4,49). "Spitzenreiter" ist weiterhin mit 3,2 Prozent (3,4/ 3,3) das Rhön-Grabfeld vor dem Kreis Haßberge mit 3,4 Prozent (3,4/ 3,3). Für den Raum Schweinfurt, die Hauptagentur, errechnen sich aktuell 3,8 Prozent (3,9/ 3,8). Der Landkreis Schweinfurt glänzt wieder mit 2,6 Prozent (2,7/ 3,8), was bereits als Vollbeschäftigung gilt, während sich die Industriestadt mit 6,5 Prozent (6,6/ 6,2) bescheiden muss.
Der Arbeitsmarkt in der Region habe sich auch im April als "äußerst stabil" erwiesen, sagte Thomas Stelzer, der Chef der Schweinfurter Agentur für Arbeit. Es habe sich aber auch gezeigt, dass die Zeit des rasanten Aufstiegs wohl "zunächst einmal vorüber" sei. Gegenüber 2011 seien 261 Menschen weniger als stellenlos gemeldet.
1470 Frauen und Männer haben nach seinen Angaben im April eine Stelle gefunden. Das waren 170 mehr als im März. Andererseits haben gleichzeitig fast 1100 Arbeitnehmer ihre Beschäftigung verloren. Das waren knapp 100 mehr als im Vorjahr. Die Wiedereinstellungen nach dem Winter seien nun weitgehend abgeschlossen, etliche befristete Verträge in der Produktion seien nicht verlängert worden, sagte Stelzer. Viele Kunden seien zudem älter oder gesundheitlich nicht auf der Höhe. Ihre Rückkehr ins Arbeitsleben sei selbst bei einer guten Konjunktur nicht einfach.

2300 freie Stellen


Auch bei den freien Stellen sei der Markt ruhiger geworden. 816 wurden neu mitgeteilt, der Bestand beläuft sich auf 2295. Das ist etwa so viel wie in den Vormonaten, allerdings um 18 Prozent weniger als noch 2011.
Nach wie vor haben es Kräfte für Büros und Handel sowie Helfer nicht leicht, eine neue Stelle zu finden. Qualifizierte Fachleute im gewerblichen Bereich und auch Kraftfahrer sind hingegen relativ schwer zu finden. Das gilt auch für den Hotel- und Gaststättenbereich. Stelzer erwartet, dass es bei den Zeitarbeitsfirmen weiteren Bedarf gibt. Das sei aber auch darauf zurückzuführen, dass Entleiher ihren Bedarf bei mehr als nur einem Unternehmen anmelden. Die Folge: Hinter mehreren Angeboten steht nur eine Stelle.
Rückläufig ist ferner die Unterbeschäftigung. In diese "Rubrik" fallen Menschen, die keiner regulären Beschäftigung nachgehen, etwa weil sie arbeitsunfähig krank sind, sich fortbilden oder einen Ein-Euro-Job haben. Im April gab es 4453 Betroffene, das waren immerhin 179 weniger als im Vormonat.
Aus Sicht der Bewerber entwickelt sich der Ausbildungsmarkt positiv. Seit Oktober 2011 wurden der Berufsberatung 200 Lehrstellen mehr gemeldet als im Jahr zuvor (plus 6,9 Prozent). Die Zahl der Suchenden ist gleichzeitig um 57 (minus 1,7 Prozent) zurückgegangen. Damit, so Stelzer, sei - erstmals seit langer Zeit - das Verhältnis von Bewerbern zu Angeboten - nahezu ausgeglichen: Auf 100 unversorgte junge Menschen entfielen rechnerisch 97 Ausbildungsplätze. 1334 junge Frauen und Männer suchen noch, 1574 Lehrstellen sind frei. In den Vorjahren war die Situation nicht so günstig für die Bewerber.

Die Bad Kissinger Zahlen


3790 Menschen (März: 3957) sind aktuell im Landkreis Bad Kissingen arbeitssuchend gemeldet. Von den derzeit 2294 Arbeitslosen (2461) sind 1164 Männer - 50,7 Prozent (1299). 239 (259) sind 25 Jahre oder jünger, 922 (986) sind 50 oder älter. 682 (675) sind seit einem Jahr oder länger ohne einen Job. 228 (228) sind schwerbehindert, 140 (169) sind Ausländer. 593 (549) Menschen mussten sich erstmals oder erneut stellenlos melden. 296 (218) von ihnen kamen aus einer Erwerbstätigkeit. 756 (712) haben im April die Arbeitslosigkeit verlassen können. 431 (334) haben einen Job gefunden. 64 (83) begannen eine Ausbildung oder andere Maßnahme. 127 (100) von ihnen sind 55 oder älter, 129 (130) sind 25 oder jünger. 217 (219) Stellen wurden der Bad Kissinger Agentur für Arbeit zur Besetzung gemeldet. Insgesamt sind 567 (554) Angebote noch frei. 4,4 Prozent (4,5) beträgt die Arbeitslosigkeit bei den Frauen. Bei den Männern sind es 3,9 Prozent (4,3). Bei den Jungen bis 25 sind es 3,5 Prozent (3,8), bei den Älteren (ab 55 Jahre) sind es sogar 6,0 Prozent (7,2 Prozent). ed