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Frauenroth
Feuerwehr

Frauenroth: Feuerwehr sucht Nachwuchs

Die meisten Mitglieder sind inzwischen über 50 Jahre alt. Zudem fehlen Atemschutzgeräteträger. Umso wichtiger ist die Förderung des Nachwuchses.
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Der Umgang mit Spreize und Schere war nicht nur bei der Leistungsprüfung, sondern auch bei dieser praktischen Übung gefragt. Diese fand im vergangenen Juli gemeinsam mit den Kameraden aus Stralsbach und unter Leitung des stellvertretenden Kommandanten aus Lauter, Daniel Lang (rechts), statt. Hier sind Dominik Reichert (links) und Georg Grom im Einsatz. Foto: Kathrin Kupka-Hahn
Der Umgang mit Spreize und Schere war nicht nur bei der Leistungsprüfung, sondern auch bei dieser praktischen Übung gefragt. Diese fand im vergangenen Juli gemeinsam mit den Kameraden aus Stralsbach und unter Leitung des stellvertretenden Kommandanten aus Lauter, Daniel Lang (rechts), statt. Hier sind Dominik Reichert (links) und Georg Grom im Einsatz. Foto: Kathrin Kupka-Hahn
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Im kleinsten Ortsteil des Marktes Burkardroth geht was. Das wurde auf der diesjährigen Feuerwehrversammlung deutlich. Egal ob das Hutbuchenfest, ein Faschingsumzug, das Ferienprogramm der Gemeinde, Arbeitseinsätze oder Übungen anstehen, die Floriansjünger sind überall dabei. Sie helfen, organisieren, packen einfach mit an. In Zusammenarbeit mit dem Musikverein Frauenroth sorgen sie dafür, dass das Dorf lebt. Entsprechend umfangreich konnte Georg Grom auf der Jahreshauptversammlung berichten. Er ist nicht nur erster Kommandant der örtlichen Feuerwehr, sondern auch Jugend- und Gerätewart sowie der Vorsitzende des Vereins.

Der besteht zu Beginn der Versammlung noch aus 67 Mitgliedern. Somit gehören etwa 39 Prozent der 169 Bewohner (mit Hauptwohnsitz) in Frauenroth der Freiwilligen Feuerwehr an. 23 dieser Mitglieder leisten momentan aktiven Dienst, darunter sind fünf Jugendliche, eine Frau und 17 Männer. In der Jahreshauptversammlung konnte schließlich Mirco Meder aus Hausen als neues passives Vereinsmitglied aufgenommen werden, so dass die Mitgliederzahl auf 68 anstieg.


23 Stunden pro Kamerad

Trotzdem macht sich der Vorsitzende große Sorgen. Denn mehr als 30 Mitglieder des Feuerwehrvereins sind bereits über 50 Jahre alt, weitere elf sogar über 60 Jahre. "Man sieht, dass wir älter werden. Da müssen wir was gegen tun", sagte er und appellierte an die Anwesenden, weitere Unterstützer und Mitstreiter zu akquirieren.

Jedoch brauche der Verein nicht nur passive und somit fördernde Mitglieder, sondern auch weitere Feuerwehrmänner- und auch -frauen. Schließlich leisteten die 23 Aktiven 2016 insgesamt 524 Stunden Dienst für die Feuerwehr. "Das sind im Durchschnitt 8,6 Einsätze sowie 23 Stunden pro Kamerad", fasste Grom zusammen. Diese sind bei elf Übungen und Schulungen, sechs Dienstversammlungen, sieben Einsätzen und weiteren Übungen der Atemschutzgeräteträger angefallen. Deren Zahl ist im vergangenen Jahr von sechs auf vier Mann zurückgegangen, von denen wiederum aber nur drei einsatzfähig sind. Das berichtete der stellvertretende Kommandant Markus Alles, der für diesen Bereich verantwortlich ist.


Zwei Einsätze für den Atemschutz

Die Frauenrother Atemschutzgeräteträger wurden 2016 zu zwei Einsätzen gerufen - Anfang Februar zu einem Wohnhausbrand in Waldfenster und zum Dachstuhlbrand Ende November in Frauenroth. "Es hat sich dabei gezeigt, wie wichtig wir für die Stützpunktwehr Burkardroth-Wollbach-Zahlbach sind", resümierte Alles. Zudem appellierte er an die anwesenden Kameraden, sich zu Atemschutzgeräteträgern ausbilden zu lassen. "Ohne sie ist heute kaum ein Einsatz möglich. Sie sind rar. Bei Alarmierungen tagsüber sieht es sogar schlimm aus", fügte er hinzu.

Ebenso wichtig seien die regelmäßigen Übungen. Allein sechs haben die drei Atemschutzgeräteträger aus Frauenroth im vergangenen Jahr absolviert. Besonders viel gebracht haben die Trainings im Brandcontainer in Oberthulba, aber auch die Realübung im ehemaligen Zahlbacher Feuerwehrhaus. Dort war ein richtiges Feuer entfacht worden, da das Haus kurz darauf abgerissen werden sollte. "Diese Übung war sehr intensiv. Man hat gemerkt, wie warm es werden kann", so Alles.


950 Grad beim Dachstuhlbrand

Rund 950 Grad Celsius wurden am 28. November beim Dachstuhlbrand im Frauenrother Gasthaus "Zum Löwen" mit der Wärmebildkamera gemessen, berichtete Kreisbrandinspektor Ronald Geis in seinem Grußwort. Dabei lobte er auch die Einsatzbereitschaft und Aktivitäten der Frauenrother Wehr. "Es ist wichtig, dass ihr mitgeht. Denn die kleinen Feuerwehren werden genauso gebraucht. Ohne Euch könnten wir die Einsatzzeiten nicht einhalten. Zudem habt ihr eine hervorragende Ortskenntnis", sagte er. Schließlich konnte er noch eine Neuerung vermelden, die auch den Frauenrother Floriansjüngern zumindest vorübergehend eine Sorge zur Zukunft nimmt. "Die Altersgrenze für den aktiven Dienst wird im Lauf des Jahres auf 65 Jahre heraufgesetzt", erklärte Geis. Bisher dürfen die Kameraden nur bis zum vollendeten 63. Lebensjahr aktiven Feuerwehrdienst leisten.

Zum Abschluss der Versammlung gab Georg Grom noch einen kurzen Ausblick auf die Vorhaben in 2017. So sollen die aktiven Feuerwehrleute zum Digitalfunk weitergeschult werden und die Grundausbildungen der Module B und C folgen. Zudem plant Grom die Leistungsprüfung "Gruppe im Löscheinsatz" sowie eine Truppmann 2-Abnahme. Ansonsten wird der Verein die traditionellen Veranstaltungen wie etwa das Plootzbacken, Maibaumaufstellen oder Sonnenwendfeuer veranstalten. Das Hutbuchenfest wird am Wochenende vom 5. bis 7. August stattfinden.
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