Eigentlich geht's um die Gaudi und einige Liter Bier beim Traktorziehen des Bürgerlichen Schützenvereins Elfershausen, das wegen Terminprobleme erst beim vierten Anlauf zustande kam. Doch gibt es noch einen anderen Aspekt, den die Schützen damit verfolgen. "Wir wollen etwas Geld verdienen, um den laufenden Betrieb des Vereins finanzieren zu können für den Fall, dass die noch bevorstehende Bewirtschaftung der Trimburg nicht so viel abwirft wie erhofft. Denn das ist normalerweise unsere größte Einnahmequelle", verrät Heiko Herrmann, der Vorsitzende des Schützenvereins.

Deshalb brutzelt ein Team von zwölf Helfern Bratwürste und Steaks, verkauft Bier, Federweißer und Alkoholfreies und im Schützenhaus gibt es Kaffee und selbstgebackenen Kuchen. Ein Zelt mit Tischen und Bänken wurde aufgestellt und der nahe Spielplatz kommt den zahlreichen Kindern natürlich gelegen.
Das Bulldog-Ziehen findet zum vierten Male statt und offensichtlich spült es den Schützen immer wieder einige Euros in die Kasse.
Diesmal sind es nur drei Mannschaften, die zum Wettbewerb antreten: die Crew der Tennisabteilung, "Volltreffer", ein Team der Schützen, und die "Frauenpower", eine Mannschaft aus elf Damen, die den Mangel an Bizeps mit einer größeren Mannschaftsstärke ausgleichen will, was die Herren der Schöpfung natürlich gestatten.
Üblicherweise besteht ein Zug-Team nur aus fünf Männern, die im "Le Mans-Start" zum Schlepper rennen, um mit keuchendem "Zieht" die 15 Meter lange Strecke zu bewältigen.

In dem acht Tonnen-Koloss, das die Firma Landmaschinen-Müller zur Verfügung gestellt hat, sitzt Heiko Herrmann selbst, der von oben mit gelöster Handbremse und ohne eingelegten Gang die Sicherheit überwacht.
Der "Case Puma" ist ein fast neues Fahrzeug mit nur 50 Betriebsstunden und 150 PS. Um ihn per Muskelkraft von der Stelle bewegen zu können, muss der Vorsitzende ihn erst ein wenig einfahren. "Wenn er lange steht, hat er nämlich Plattfüße. Dann kriegst du ihn nicht mehr von der Stelle", informiert Rudolf Schneider vom Schützenverein.
"Volltreffer" schlägt die Tennis-Crew


Die Tennis-Crew, bestehend aus Wolfram Jürgens, Jan Amberg, Jürgen Straub, Norbert Fink und Axel Schmitt, macht den Anfang und legt eine recht gute Zeit von 45 Sekunden vor. Doch "Volltreffer" macht es besser. Markus Schneider, Thomas Hofstetter, André Schneider, Alexander Porkristl und Julian Reuter unterbieten ihre Vorgänger um fast zehn Sekunden.

Gespannt warten die Zuschauer jetzt auf die Damenmannschaft. "Kriegen die das Monster überhaupt vom Fleck?", fragt ein Mann spöttisch. Myrjam Schneider, Christiane Feustel, Anette Straub, Pamela Hönig, Karin Schneider, Doreen Schwarz, Tanja Mützel, Sandra Deissenberger, Margit Grünewald und Christine Brimer beweisen dem Spötter, dass er mit seiner Vermutung falsch liegt. Das "zarte Geschlecht" bringt den Schlepper noch unter 40 Sekunden über die Ziellinie, was den Spottvogel zur Bemerkung veranlasst: "Noja, des wor‘n ja a mehr".

Doch das war nicht das Ende. Ein zweiter Durchgang musste noch absolviert werden und die Zeiten der beiden Läufe wurden addiert. An der Bierkrug-Rutsche, ein weiterer Wettbewerb, gewann der, der im K.o-System mit dem besten Ergebnis übrig blieb. Am Ende siegte beim Schlepperziehen - fast glaubt man es nicht - die Damen-Crew, die sich im zweiten Durchgang um sechs Sekunden steigern konnte. Ob sie auch die gewonnen zehn Liter Bier tranken, ist nicht bekannt. Auf dem zweiten Platz landete, knapp geschlagen, Volltreffer, die Mannschaft der Schützen. Die Tennis-Boys mussten sich mit Platz drei zufrieden geben.