Bad Kissingen
Show

"Firedancer" feiern Premiere im Kurtheater

Mit dem Programm "Elements of Life" hat das Ensemble der "Firedancer" eine einzigartige Atmosphäre ins Kurtheater gebracht.
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Poetischer Feuerreigen Foto: Werner Vogel
Poetischer Feuerreigen Foto: Werner Vogel
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Es war im wahrsten Sinne des Wortes eine feurige Premiere, wie sie das Kurtheater in seiner bald 110-jährigen Geschichte noch nicht erlebt haben dürfte. Die "Firedancer" legten am Samstagabend eine spektakuläre getanzte Feuershow auf die ehrwürdigen Bretter des Musentempels.

"Elements of Life ", das neue, für Bad Kissingen kreierte Programm, interpretiert die Faszination des Feuers künstlerisch völlig neu. Da sprang nicht nur ein Funke über, da war das Publikum Feuer und Flamme für die Musiker, Tänzerinnen und Tänzer und ließ sich begeistert auf das Feuerspektakel ein.

Die kleinen Feuerspiele, die im Bad Kissinger Imagefilm "Phantasieland" so anmutig und bezaubernd von den "Firedancern" eingestreut werden, wurden zu Funkenregen, zum Feuersturm, weißglühender Lohe und zum Vulkanausbruch. Mitreißend getanzt, stilsicher choreographiert, in mystisches Licht getaucht und von sphärischen Klängen begleitet. Temporeich, mit immer wieder neuen Feuerbildern überraschten die sechs Feuertänzer und drei Musiker mit einer phantasievollen getanzten Performance.

Tanz und Akrobatik mit Feuer

Sie spielen mit dem Feuer und gestalten in der Kissinger Inszenierung zugleich eine Hommage an das Wasser. Das für Bad Kis singen bedeutendste der vier Elemente schafft so einen wohltuend ruhigen Ausgleich zu Flammen, Funken und Lagerfeuer. Etwa, wenn zum Beginn Sterne und sprühende Funken um die silberne Mondgöttin kreisen und sich beim Tanz in ihrem Fächermantel spiegeln, wenn dröhnende Musik Vulkanausbrüche symbolisiert und sich plötzlich alles auflöst, in Nebel hüllt, still und stiller wird und nur noch Wassertropfen zu hören sind, die auf ein Blätterdach fallen. Oder wenn sich ein plätschernder römischer Brunnen würdevoll gegen schwingende Feuerketten, brennende Stäbe und funkelnde Reifen, die um schlanke Taillen der Tänzerinnen kreisen, behauptet.

Die Dominanz des Feuers aber hält die Zuschauer in Atem. Da rollen Feuerstäbe über nackte Oberkörper, schwingen rauchende Feuerkessel und zeichnen glühende Bahnen in den dunkeln Bühnenraum. Mit atemberaubender Akrobatik jonglieren leichtbekleidete Mädchen mit züngelnden Keulen auf den Schultern ihrer Tanzpartner. Erst fachten die Musiker die Glut zu lodernden Flammen an, um mit Akkorden wie peitschende Regengüsse das Feuer wieder zu erlöschen.

Musik aus fernen Ländern

Die Musik wird eigens für die Show komponiert, aber immer wieder werden auch Titel eingestreut, die für Feuer in fremden Ländern stehen. So, wenn Tony Clark, einer der vielseitigen Musiker, einem riesigen Didigeroo Urwaldklänge am Lagerfeuer entlockt und schwarzgekleidete Tänzer als Aborigines feurige Stammesstänze aufführen. Beeindruckend auch, wenn Sebastian Feuerabend - welch herrlicher Name für einen Feuerkünstler - mit einer Klangschale die fernöstliche Welt des Zen auferstehen lässt. Kleine, abgeschlossene Sequenzen zeigen immer wieder die Faszination des Elements Feuer. So lässt seine Kraft auch die Augen des traurigen Mädchens wieder leuchten, wenn sie Straßenmusikanten begegnet, die mit Feuerstäben jonglieren.

Dann knattert ein funkensprühendes Motorrad mit einem Mädchen auf dem Sozius über die Bühne und zeigt sich ihren Freundinnen als feurige Motorradbraut. Und wieder wird es leise und still, wenn die japanische Meditationsflöte klagt und nur einzelne Flammen den Musiker erhellen.

Diese völlig anderen Töne haben auch Thomas Bütz, dem Karneval entflohener Siegburger, der in Bad Kissingen Urlaub macht und das Angebot für jüngere Gäste sehr begrüßt, besonders gefallen: "Die Show hat Anklänge an Völkerverständigung" . Christian Weiß, Gründer und Chef des 2002 gegründeten Ensembles "Firedancer" meint dazu: "Feuer schafft Begegnungsräume, am Feuer kommen Menschen auf der ganzen Welt seit Jahrtausenden zusammen".

Diese Philosophie will die Gruppe in ihren Shows vermitteln. Für ihr Projekt "Klassenzimmer an der Feuerstelle" erhielten die "Firedancer" übrigens den begehrten "European Best Event Award, für herausragende, kreative Events".

Weitere Vorführungen

Feuer und Wasser, die ungleichen Schwestern begeisterten tanzend und jonglierend auch Oberbürgermeister Kay Blankenburg mit Gattin Michaela und Kurdirektor Frank Oette. Kissingen öffnet sich mehr und mehr neuen Kunstformen. Die Show soll zu einer ganzjährigen Reihe ausgebaut werden. Die nächste Veranstaltung von "Elements of Life" mit den Firedancern gibt es schon am Freitag, 21. März, um 19.30 Uhr an gleicher Stelle im Kurtheater.

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