Bad Kissingen
Stromtrassen

Festlegung auf Südlink sorgt für Empörung

Gegner der Stromtrasse wollen nicht aufgeben.
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Fast 12 000 Unterschriften gegen die Südlink-Stromtrasse sind bisher im Bad Kissinger Landratsamt eingetroffen.  Foto: Landratsamt Bad Kissingen
Fast 12 000 Unterschriften gegen die Südlink-Stromtrasse sind bisher im Bad Kissinger Landratsamt eingetroffen. Foto: Landratsamt Bad Kissingen
Bad Kissingen — Die jüngste Entwicklung bei der Planung der neuen Nord-Süd-Stromtrassen schlägt hohe Wellen. Offenbar soll die Höchstspannungsleitung Südlink durch Unterfranken als einzige Trasse gebaut werden, die Trasse durch Oberfranken wegfallen (wir berichteten).
In der CSU hat sich Wirtschaftsministerin Ilse Aigner Ärger eingehandelt, weil sie bereits vor Abschluss des Energiedialogs bestätigt hat, dass mit
Sicherheit keine zwei Stromtrassen gebaut würden. Landtagsfraktionschef Thomas Kreuzer widersprach einer Vorfestlegung: "Wir werden über die Energiepolitik dann sprechen, wenn der Energiedialog zu Ende ist. Vorher gibt es keine Festlegung", sagte Kreuzer.
Ähnlich äußerte sich das Landratsamt Bad Kissingen. Aus Sicht des Landkreises, des Vereins Rhönlink sowie der Bürgerinitiativen aus dem Landkreis laufe der Energiedialog nach wie vor. Noch stehe kein Ergebnis fest. Dies werde auch von Vertretern der bayerischen Staatsregierung so bestätigt, erklärte die Stabsstelle des Landrats. "An unserer Vorgehensweise ändert sich durch die aktuellen Meldungen nichts. Der Bedarf ist aus meiner Sicht noch immer nicht schlüssig nachgewiesen", sagteLandrat Thomas Bold (CSU).
Der Energiedialog läuft noch bis Anfang Februar. Auf dieser Grundlage will Aigner ihr neues Energiekonzept ausarbeiten.

Entscheidung gegen Unterfranken

Als klare politische Entscheidung der Staatsregierung gegen Unterfranken haben die Freien Wähler die politische Festlegung auf Südlink kritisiert. Mit dem Plan, auf die sogenannte Südost-Strom-Passage zwischen Bad Lauchstädt und Meitingen zu verzichten und den Südlink durch Unterfranken zu realisieren, schlage die Staatsregierung den Weg des geringsten Widerstandes ein, erklärte der Freie Wähler-Landtagsabgeordnete Günther Felbinger (Gemünden). "Während entlang der Südosttrasse rund 400 000 Bürger betroffen wären, sind es beim Südlink nur rund 120 000 Menschen", so Felbinger. Bezeichnenderweise kämen die beiden Hauptentscheider Seehofer und Aigner aus dem von der Südostpassage betroffenen Oberbayern. Außerdem habe Unterfranken im Gegensatz zu Oberbayern längst seine Hausaufgaben in punkto erneuerbare Energien gemacht und beispielsweise im Bereich der Windkraft so viele Anlagen wie die drei Bezirke Oberbayern, Niederbayern und Schwaben zusammen.

Demo gegen Stromtrasse

Die Bürgerinitiative Gegenstrom Elfershausen plant am Montag, 2. Februar, eine Demo in München. Abfahrt ist um 6.30 Uhr in Elfershausen an der Raiffeisenbank, um 6.35 Uhr am Pendlerparkplatz Machtilshausen und um 6.45 Uhr in Rütschenhausen. Von 11 bis 12.30 Uhr ist eine Kundgebung vor dem Wirtschaftsministerium geplant. Nach dem Mittagessen im Löwenbräukeller ist um 15.30 Uhr die Rückfahrt aus München geplant, Ankunft in den Ausgangsorten ist gegen 20 Uhr. An meldungen nimmt Markus Stockmann bis zum 30. Januar entgegen, Tel.: 0170/ 2103 643.
Die von Landrat Bold initiierte Unterschriftenaktion gegen Südlink im Landkreis Bad Kis singen läuft unterdessen weiter. Nach der jüngsten Zählung sind bisher 11 252 Unterschriften im Landratsamt eingegangen.

"Der Kampf geht weiter"

Auch im Altlandkreis Bad Brückenau schlagen die Wellen hoch. Bürgermeisterin Brigitte Meyerdierks (CSU) pflichtet der Einschätzung ihres Kollegen Jo chen Vogel (CSU), Bürgermeister von Motten und Vorsitzender der Protestvereinigung "Rhönlink", bei. Vogel hatte den bayerischen Energie-Dialog als "Farce" bezeichnet.
Der Altlandkreis Bad Brückenau ist in jedem Fall von den Pla nungen für Südlink betroffen. Der Hauptkorridor, der der Bundesnetzagentur vorliegt, verläuft direkt an der Autobahn A 7 und damit an den Ortsteilen Römershag und Volkers vorbei. Eine alternative Trassenführung durch den Sinn grund tangiert den Markt Zeitlofs. "Der Kampf geht weiter", sagt Meyerdierks - auch als Sprecherin der Brückenauer Rhönallianz. red

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