"Je mehr Publikum, umso besser die Chance, dass die Kasse klingelt", definierte es ein geduldig abwartender Marktverkäufer folgerichtig.
In den vergangenen Jahren war das Interesse am Marktfest deutlich zurückgegangen. Die Besucher blieben aus, weil bei vielen der Eindruck entstanden war, man sehe jedes Jahr das gleiche, und die Zahl der Händler sei zudem rückläufig. "Man muss sich bemühen, ein paar zusätzliche Anziehungspunkte zu schaffen", war eine durchaus verbreitete Meinung. Anders in diesem Jahr: Markt-, Dom- und August-Ullrich-Straße sowie der Schlosshof waren wieder einmal richtig belebt - nicht zuletzt wegen etlicher neuer Attraktionen. Menschen flanierten, Händler präsentierten sich von ihrer besten (Verkaufs-)Seite und Kinder freuten sich, lautstark oder quengelnd, auf Eiscreme, Hüpfburg und Zirkusexpress.
Gerüche von gebratenen und gegrillten Spezialitäten lagen in der Luft und lockten zahlreiche Passanten zum Zelt des Angelsportvereins, wo duftende Forellen, gegrillte Makrelen und andere Fischspezialitäten warteten oder in den Schlosshof zu Steaks, Bratwürsten und Pommes. Für den Kaffee danach und die hausgemachten Torten und Kuchen stellte die Feuerwehr ihre Räume zur Verfügung. Die Helfer der Veranstalter - von der Freiwilligen Feuerwehr, von Blau-Weiß und vom FC Elfers hausen - hatten alle Hände voll zu tun.
Auf der Wiese hinter dem Schützenhaus hatte die Rettungshundestaffel Bad Kissingen Quartier bezogen. In einer 40-minütigen Präsentation brachten Vier- und Zweibeiner den Zuschauern ihre Arbeit nahe. Diese ehrenamtliche Abteilung des Roten Kreuzes verfügt derzeit über 15 Hundeführer und 20 Suchhunde, die sich regelmäßig einer Prüfung unterziehen müssen, informierte Staffelführer Ralf Rittelmeier.
Bei rund 25 Einsätzen jährlich verfügt die Staffel auch über einen so genannten "main-trailing"-Hund, von denen nur zwei in Unterfranken im Einsatz sind. "Der main trailer wird mittels vorheriger Geruchsprobe ganz gezielt auf eine vermisste Person angesetzt, während die anderen Tiere Flächen-Suchhunde sind", erklärt stellvertretender Staffelführer, Erich Mock.
Vierbeiner waren schon immer ein Magnet beim Marktfest. Das gilt auch für die Islandpferde von Konrad Glück vom Oberbacher "Berghof". Die kurzbeinigen, aber schnellen Tiere mit der außergewöhnlichen Gangart stachen vor allem den jüngsten Besuchern ins Auge, die nach der Vorführung auf den Ponys reiten dürfen. "Die Pferde sind an raue Bedingungen gewöhnt. Die Rhön ist fast ideal für diese Tiere", versicherte Glück.
Gottlob können auch "Wetterfrösche" irren. Das Feiertagswetter strafte die schlechten Prognosen Lügen, und nicht nur die Mienen der Marktbeschicker hellten sich nach einem Regenschauer wieder auf.
Thomas Ziegler aus Michelau beurteilte den allgemeinen Besuch als "recht ordentlich". "Mehr Abwechslung täte dem Markt allerdings gut, zum Beispiel mit Vorführungen über altes Handwerk", glaubt der Verkäufer von Schmuck und Halbedelsteinen.
Für Christian Amberg aus dem Ort, der selbstgebrannte Liköre und Schnäpse anbot, kam der Sonntagsregen zum ungünstigsten Zeitpunkt. "Die Leute waren gerade in Kauflaune, als es zu regnen begann, waren sie ganz schnell weg", bedauerte er. Das Marktfest hält er heuer für "deutlich verbessert - von der Besucherzahl wie von der Ausstattung".
Die Bilanz eines Ausstellers aus dem Altlandkreis sollte Leitlinie sein: "Am heurigen Markt sollte Elfershausen anknüpfen, denn das ist ausbaufähig", meinte er erfreut. heg