Hammelburg
Storchenvisite

Fantreffen mit dem "Storchenflüsterer"

Etwa zwei Dutzend Interessierte lauschten am frühen Mittwochabend dem "Storchen-flüsterer" Jochen Willecke vom Bund Naturschutz im Landkreis Bad Kissingen. Schon im 5. Jahr brüten die Störche Jakob und Adele auf dem Hammelburger Mönchsturm.
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Das Storchennest kann bis zu einer Tonne schwer werden. Bei einem Infotreffen beantwortete Jochen Willecke vom Bund Naturschutz unterhalb des Nestes auf dem Mönchsturm die Fragen vieler interessierter Hammelburger und Auswärtiger. Fotos: Gerd Schaar
Das Storchennest kann bis zu einer Tonne schwer werden. Bei einem Infotreffen beantwortete Jochen Willecke vom Bund Naturschutz unterhalb des Nestes auf dem Mönchsturm die Fragen vieler interessierter Hammelburger und Auswärtiger. Fotos: Gerd Schaar
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Es ist zur Tradition geworden, sich im April auf dem Samuel-Sichel-Parkplatz einzufinden und dieses Ereignis zu würdigen. "Ich erkenne Adele und Jakob sofort wieder und freue mich, wie liebevoll dieses Storchenpaar miteinander umgeht", freut sich Edith Klippel. "Es ist ein Stück Natur mitten in der Stadt", meint ihr Mann Heribert. Seit Jahren reist das Ehepaar aus Bad Kissingen regelmäßig an, um die Hammelburger Störche zu beobachten.
Täglich sehen sie sich die Störche auch daheim im Internet an. Am Verhalten erkennen die Klippels, wenn die Störchin nicht Adele ist.
Heuer kamen Jakob und Adele recht früh angeflogen. Die Kälte hielt die Störche jedoch noch vom Bruttrieb zurück. Storchenbeobachter Christian Fenn konnte am 10. April beobachten, dass Adele nach einem längeren Ausflug brav wieder ins Nest zurück kam. So konnte dann für den Nachwuchs gesorgt werden. "Das Storchennest kann bis zu einer Tonne schwer werden", erzählte Willecke.
"Am 24. April 2009 kamen die Störche das erste Mal auf den Mönchsturm", informierte er. Damals sei der Storchennachwuchs leider verendet. Aber in den Folgejahren war die Aufzucht erfolgreicher. Am 19. März sei das Männchen heuer angereist. Im April folgte ein anderes Weibchen, also nicht Adele, und legte schon Eier ins Nest. "Doch dann kam das richtige Weibchen, zerstörte die Eier und warf die Konkurrentin aus dem Nest", berichtet Willecke. Offenbar leben die Störche doch nicht monogam. "Da haben sich die Störche wohl der Menschheit angeglichen", scherzte Willecke. Aber die Treue zu ihrem Standort hätten sie noch.
Sogar vom Landesverband Bund Naturschutz waren Gäste aus München und Ausgburg angereist. "Hier haben wir sehr aufgeschlossene und interessierte Leute angetroffen", freute sich Vinzenz Schachner. "In dieser Rhöner Region werden mit ehrenamtlichen Tätigkeiten der klassische Artenschutz und der praktische Naturschutz in vielen Projekten extrem gelebt", bestätigte Sandra Meindl. Freilich schaute auch der Ehrenvorsitzende des Landkreises Bad Kissingen, Ulf Zeidler vorbei.
Die Gänse seien die Nahrungskonkurrenten der Störche, erklärte Willecke. "Die sind sehr aggressiv und verjagen manchmal die Störche aus ihrem Revier", bestätigte er. Wie viele Eier jetzt im Nest sind, kann zurzeit nur vermutet werden. "Je länger die Störche im Nest herumstochern, desto mehr Eier", meinte Willecke. In der Regel seien zwischen zwei und fünf Eier im Gelege. Und dann hält Willecke zwei verschieden große Eier hoch. Das größere ist ein Gänseei und das kleinere ein Storchenei. Beim Brüten lösen sich Adele und Jakob ab. Nach etwa einem Monat schlüpfen die Jungen.

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