So schnell ging es nun doch nicht: Mit der Verwirklichung des Hauptziels der vor einem Jahr gegründeten Nüdlinger Energie-Genossenschaft, drei Windkraftanlagen zu bauen, geht es nicht so schnell voran, wie Vorstand und Mitglieder es wünschen. Grund dafür ist der noch nicht rechtsgültige Regionalplan. Darauf wurde bei der ersten Mitgliederversammlung immer wieder hingewiesen. So werden die ersten Windräder erst 2013 gebaut werden können.
Vorstand und Aufsichtsrat begnügten sich aber keineswegs mit bloßen Abwarten. Wie Aufsichtsratsvorsitzender Heinz Wilm berichtete, wurden die für die rechtliche Gründung der Genossenschaft erforderlichen Schritte angegangen. Die Unterlagen werden derzeit noch vom Rai-ff eisen-Genossenschaftsverband in München geprüft. Die Verantwortlichen hoffen, in den nächsten Tagen einen positiven Bescheid über die Eintragung ins Genossenschaftsregister zu erhalten. Erst dann ist die Rechtsfähigkeit erreicht und die Mitgestaltung der Energiewende kann in Angriff genommen werden. Heinz Wilm wies auf die breite Akzeptanz der Genossenschaftsziele in der Bevölkerung hin, die auf Nachhaltigkeit und Stabilität setze. Wilm schloss mit den Worten: "Die Nüdlinger Energie-Genossenschaft wird zu einem verlässlichen Partner werden, der tief im Heimatort verwurzelt ist".
Vorstandsvorsitzender Burkhard Schramm stellte an Hand einer Umgebungskarte die Standorte der drei vorgesehenen Windkraftanlagen vor. Sie liegen im "Heiligengrund", im nördlichen Bereich des Vorbehaltsgebiets WK 71, in der Nähe des "Langen Schiffs". Als Investitionssumme nannte er 14 bis 15 Millionen Euro. Mehrere, für die Genehmigung erforderliche Gutachten seien in Auftrag gegeben worden. Das Jahr 2012 werde noch für die Planungsphase gebraucht. Mit dem Bau der Windräder sei 2013 zu rechnen. Diese seien mehr als ein Kilometerm von der nächsten Wohnbebauung entfernt. Thorsten Köck, der stellvertretende Vorsitzende, listete im Einzelnen die Vielzahl der zeitaufwendigen Aktivitäten des Vorstands auf und Dieter Stichler verdeutlichte den finanziellen Jahresabschluss.
Thorsten Köck wies darauf hin, dass alle vorgesehenen Standorte für die Windräder im Wald liegen und man hoffe, dass sie als genehmigungsfähig eingearbeitet werden.
Burkhard Schramm sagte im Hinblick auf das Gebiet "Hundsbrunn", es sei von der "Windhöffigkeit" zwar interessant, aber es gehe nicht an, den Nüdlingern und Haardern Windräder "vor die Haustüre zu stellen". Er stellte aber auch das Problem dar, wenn wider Erwarten das Gebiet im Regionalplan bleibe und ein fremder Investor sich dort betätige.
Solle die Nüdlinger Energie-Genossenschaft sich daher nicht den Standort sichern, um "den Fuß in der Tür zu haben"? Diese Grundsatzentscheidung trafen dann die Mitglieder. Das Ergebnis: von 104 Anwesenden stimmten 72 für die Standortsicherung, 32 waren dagegen. Ohne dass es ausdrücklich gesagt wurde, bedeutete diese Ent-scheidung, dass man sich den Standort sichern will, um ihn im Falle eines Falles verhindern zu können.
Bürgermeister Günter Kiesel (CSU) wünschte dem Vorhaben der Genossenschaft viel Erfolg, machte aber darauf aufmerksam, dass der Bau von Windrädern in der Bevölkerung umstritten sei. Neben Befürwortern gebe es Gegner, die eine "Verspargelung der Landschaft" ablehnten.
Kiesel warb um Verständnis für den Zeitraum, der für die sorgfältige Prüfung des Regionalplanes erforderlich sei. "Wir müssen die Bürger mitnehmen", betonte Kiesel. Außerdem sei es ganz wichtig, dass die Windräder auf Gemeindegrund gebaut würden und die Pachteinnahmen allen Bürgern zugute kämen.