Bad Kissingen

Erbitterter Kampf um die Schattenplätze

Sommerwetter kann um die Mittagszeit ein Fluch sein.
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Die Bläsersolisten der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen gastierten im Schmuckhof. Foto: Gerhild Ahnert
Die Bläsersolisten der Deutschen Kammerphilharmonie Bremen gastierten im Schmuckhof. Foto: Gerhild Ahnert
Da gibt es im Schmuckhof des Regentenbaus nur zunächst auf der einen, dann auf der anderen Seite Schatten. So trübte der Kampf um die Schattenplätze ein wenig die großartige Erfahrung, Mozarts für Freilichtkonzerte komponierte Harmoniemusiken für Bläser und Kontrabass zwischen Hängepflanzen, neckisch nackerten Statuen und (abgestellten) Springbrunnen zu erleben.

Die "Bläsersolisten der deutschen Kammerphilharmonie Bremen" standen zwar im Schatten, mussten sich aber ihre weggewehten Noten immer mal aus dem Publikum holen. Das brachte sie aber nicht aus der Ruhe und tat ihrem hin- und mitreißenden Spiel keinen Abbruch.

Sehr mächtig begannen sie mit der Ouvertüre zu Mozarts "Don Giovanni", denn, so der Oboist und gut gelaunte Moderator Rodrigo Blumenstock, die Bläserbesetzung soll in der Lage sein, alle Orchesterfarben wiederzugeben. Die Bremer Bläser lösten nicht nur dies ein, sondern sie interpretierten die sehr unterhaltsamen und unterschiedlichen Sätze von Mozarts fünfsätziger Serenade in Es-Dur auch wunderbar schmelzend im zentralen Adagio und die drei Tanzsätze mit tänzerischem Schwung.

Zu Mozarts Harmoniemusik über die berühmten Melodien seiner eigenen Oper "Le Nozze di Figaro" erzählte Blumenstock nicht nur mit viel Witz und einer köstlichen Prise Ironie den Inhalt der frechen Komödie über den in seiner Dauergeilheit lächerlichen Grafen Almaviva und seinen aufmüpfigen Domestiken Figaro, sondern erläuterte auch den Inhalt der einzelnen Musiknummern, Arien, Duette, Chorpartien, was es dem Publikum möglich machte, die von den Bläsern dargestellten Inhalte von Figaros berühmter Spottarie "Se vuol ballare signor contino" bis zum Finale, in dem der Graf zähneknirschend seine Frau um Verzeihung bittet, mitzudenken bei der großartigen Interpretation der Lustmusiker aus Bremen.

Susannas berühmte Arie "Deh vieni non tardar" widmete er augenzwinkernd der "Rosenstadt Bad Kissingen". Als Zugabe und zur Überleitung zu mittäglichen Gaumenfreuden gab's die Champagnerarie aus dem "Don Giovanni".
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