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Bad Kissingen
Wettspielen

Elite der bayerischen Blasmusik

Der Bayerischer Blasmusikverband veranstaltete im Großen Saal en Oberstufen-Wettbewerb für Blasorchester.
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Das erste Mal dabei und schon Landessieger - der Musikverein Markt Erkheim aus dem Unterallgäu. Foto: Peter Klopf
Das erste Mal dabei und schon Landessieger - der Musikverein Markt Erkheim aus dem Unterallgäu. Foto: Peter Klopf
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Das Niveau der Gruppen war sehr hoch, die Entscheidung knapp: Am Ende hatte der Musikverein Erkheim die Nase vorne. Statt Bollerwagen und Bierfass die Instrumente in der Hand. So lautete das Motto am Vatertag im Großen Saal des Regentenbaues für rund 600 Musiker und Musikerinnen. Neun Musikkapellen aus ganz Bayern stellten sich beim Oberstufen-Wettbewerb - der durch das Referat Laienmusik des Bayerischen Blasmusikverbandes (BBMV) und des Bayerischen Musikrates ausgerichtet wurde
- den Ohren der Juroren, um den Landessieger zu ermitteln.
Über die Wertungsspiele in den bayerischen Musikbünden (Allgäu-Schwäbischer Musikbund, Musikbund von Ober- und Niederbayern, Nordbayerischer Musikbund, Blasmusikverband Vorspessart) und die Qualifikationsentscheide in diesen Verbänden haben sich neun Orchester für den Bayerischen Oberstufen-Wettbewerb qualifiziert. Neben dieser zweithöchsten Qualitätsstufe werden die Blaskapellen je nach Können in Unter-, Mittel- und Höchststufe unterteilt.


Wahl- und Pflichtstücke

Von morgens um 9.30 bis nachmittags 17 Uhr mussten sich die Blasorchester mit einem symphonischen Selbstwahlstück und dem Pflichtstück "The Other Side" - von Stijn Roels - der hochgradigen Jury mit Bernd Gaudera (stellvertretender Dirigent beim Landespolizeiorchester Hessen), Rudolf Heidler (Städtischer Musikdirektor Achern), Karsten Meier (Landesmusikdirektor des Hessichen Musikverbandes), Bruno Seitz (Landesmusikdirektor des Blasmusikverbandes Baden-Württemberg) und Heiko Schulze (Direktor der Bläserakademie Sachsen/Rundfunk-Blasorchester Leipzig).


Hohes techisches Niveau

Meist in einer Besetzung von über 50 Musikern intonierten die Blasorchester ihre Konzertliteratur auf höchstem Niveau. Judith Rinshofer von der Tölzer Stadtkapelle war kurz vor ihrem Auftritt mit dem Bus in Bad Kissingen angekommen: "Wir sind relativ entspannt. Die Aufregung kommt noch, wenn wir in dem schönen Saal sitzen. Wir sind sicher, dass es für uns gut werden kann." Sie fand es schade, dass sie außer dem Kurgarten wenig von Bad Kissingen sehen kann. Nach der Siegerehrung war sie etwas enttäuscht, dass sie mit ihrem Orchester nur den 4. Platz erreicht hatte.
Melanie Simon vom Musikverein St. Andreas Eching hatte das Prüfungsspiel schon hinter sich und genoss mit anderen Musikerinnen ein Eis im Rosengarten: "Ich kann es nicht einschätzen, wie gut wir waren und wie es gelaufen ist. Auf der Bühne im Großen Saal hört man es anders als die Zuhörer. Wir sind das erste Mal bei diesem Wettbewerb und unser Ziel ist es, nicht letzter zu sein." Begeistert war Melanie Simon von dem Räumlichkeiten des Regentenbaues: "Es hat so etwas Prunkvolles." Für ihren Musikverein war der 7. Platz schon eine Sensation.
Dass der Oberstufen-Wettbewerb in der Kurstadt stattfinden konnte, ist der 6. Deutsche Brass-Band-Meisterschaft geschuldet, die auch an diesem Wochenende stattfindet, so der Geschäftsführer des BBVB, Andreas Horber. "Es hat sich dadurch angeboten, das Wertungsspiel auch hier durchzuführen. Wenn man in einen solch tollen Saal kann, darf man es sich nicht entgehen lassen. Der Wettbewerb ist erstklassig. Die Kapellen haben sich über mehrere Wettbewerbe qualifiziert. Daher ist das Niveau auch entsprechend hoch."
Wer den Orchestern zuhörte, war erstaunt über die überaus anspruchsvolle Qualität der der interpretierten Konzertliteratur. Paul Lehrieder, MdB und Präsident der Bundesvereinigung deutscher Musikverbände (BDMV), sagte bei der Siegerehrung zu den Mitwirkenden: "Man könnte an so einem Tag wie heute etwas anderes machen. Aber ihr habt hier diszipliniert Musik gemacht. Das verdient meine Hochachtung." Auch der Präsident des Nordbayerischen Musikbundes Manfred Ländner war von den Leistungen der Kapellen begeistert.


Jede Kapelle wurde gefeiert

Einem Tollhaus glich der Große Saal, als die Musiker voller Freude nach getaner Arbeit sangen "Man muss ja nicht besoffen sein, ein kleiner Rausch tut's auch" und jede Kapelle nach Nennung ihres Ergebnisses stürmisch feierten. Den 1. Platz mit 475 von 500 möglichen Punkten belegte die Musikkapelle Markt Erkheim (Unterallgäu) mit ihrem Dirigenten Michael Fischer. "Ich finde unseren Erfolg super. Wir sind das erste Mal dabei und gleich Landessieger - das ist einfach toll. Ich habe eben eine tolle Truppe, ohne die ein guter Dirigent keinen Erfolg hätte", sagte der sichtlich gerührte Michael Fischer. Den 2. Platz belegte die Musikvereinigung Dinkelscherben mit 461 Punkten, den 3. Platz mit 457 Punkten erreichte die Musikvereinigung Thannhausen. Neben einem Pokal erhielten die ersten drei ein Preisgeld von 1000 Euro (1. Platz), 600 Euro (2. Platz) und 400 Euro (3. Platz).


Weiteres Wertungsspiel

Interessant wird auch das Wertungsspiel für Blasorchester des Nordbayerischen Musikbundes am Sonntag ab 9.30 Uhr an gleicher Stelle sein. Sämtliche Wertungsspiele wurden vom Bayerischen Rundfunk aufgezeichnet.



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